SCRIPTURA PLENA

Scriptura Plena

FaithOSUnterstützenImpressumDatenschutz

Priestertum und apostolische Sukzession

Zeichen der kommenden Welt

Auf die Frage nach der Ehe in der Auferstehung antwortet Jesus mit einem Hinweis auf das Leben bei Gott. Der Zölibat greift diese Antwort auf und macht sie im gegenwärtigen Leben der Kirche sichtbar. Was sagt ein Wort über die Auferstehung über den ehelosen Dienst der Priester?

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Ein Amtsträger legt einem knienden Mann die Hände auf und reicht eine Lampe weiter; die Handlung führt über mehrere Gestalten zu Christus.
PriestertumKI-generierte Illustration
Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Ehe in der Auferstehung Bibel und Textverständnis

In der Auferstehung heiratet man nicht und wird nicht geheiratet

Matthäus 22,30 gibt die Antwort Jesu auf die Frage nach der Ehe in der Auferstehung wieder.

Denn nach der Auferstehung heiratet man nicht, noch wird man geheiratet, sondern die Menschen sind wie Engel im Himmel.

Auszug aus Mt 22,30 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

In der Auferstehung wird nicht geheiratet.

Mt 22,30: Zusammenhang und Übersetzung

Gefragt wird nach der Ehe in der Auferstehung. Jesus antwortet: „Denn nach der Auferstehung heiratet man nicht, noch wird man geheiratet, sondern die Menschen sind wie Engel im Himmel.“

Diese Antwort beschreibt eine Wirklichkeit, die Gott selbst schenkt, und richtet den Blick auf die endgültige Erfüllung bei Gott. Die Ehe mit ihren irdischen Ordnungen gehört dieser Weltzeit an; in der Auferstehung tritt der Mensch in eine Gemeinschaft mit Gott, die alle irdischen Formen übersteigt.

Zeichen der kommenden Welt Glaube und Überlieferung

Der Zölibat ist ein Zeichen der kommenden Welt und eine besondere Quelle geistlicher Fruchtbarkeit

Die Kirche versteht den ehelosen Dienst der Priester als Zeichen der kommenden Welt.

Das Zweite Vatikanische Konzil nennt den Zölibat in seinem Dekret Presbyterorum ordinis (PO) ein Zeichen und einen Antrieb der Hirtenliebe sowie eine besondere Quelle geistlicher Fruchtbarkeit. Der Zölibat, die ehelose Lebensform des Priesters, hält damit im Leben der Kirche von heute die Hoffnung präsent, die die Antwort Jesu eröffnet.

Presbyterorum ordinis

PO 16

Das Konzil deutet die Ehelosigkeit der Priester als lebendiges Zeichen der kommenden Welt.

Darüber hinaus sind sie ein lebendiges Zeichen der zukünftigen, schon jetzt in Glaube und Liebe anwesenden Welt, in der die Auferstandenen weder freien noch gefreit werden.

Originalquelle öffnen

Die Kirche versteht diese Lebensform als Zeichen der kommenden Welt, als bräutliche Selbsthingabe an Christus und an die Kirche und als Weg geistlicher Vaterschaft. In Christus empfängt die Kirche ihren einzigen Bräutigam; die Selbsthingabe des Priesters dient diesem Geheimnis. Der ehelos lebende Priester bezeugt, dass Christus die endgültige Erfüllung des Menschen ist.

Quellen zu dieser Frage 1

Die Regel für Priester Glaube und Überlieferung

Begründet Matthäus 22,30 eine Regel für Priester?

Matthäus 22,30 spricht von der Auferstehung. Zu klären ist, was daraus für das Leben der Priester in der gegenwärtigen Kirche folgt.

Gegen den Zölibat wird eingewandt, Matthäus 22,30 handle von der Auferstehung und begründe keine Regel für das Leben von Priestern in der gegenwärtigen Kirche. Der Vers beschreibe eine Wirklichkeit der kommenden Welt, aus der sich keine Ordnung für das irdische Amt ableiten lasse.

Matthäus 22,30 spricht unmittelbar von der Auferstehung. Der Vers erklärt damit, worauf der Zölibat als Zeichen verweist: auf das Leben, das Gott in der Auferstehung schenkt. Das kirchliche Recht der lateinischen Kirche verbindet diese Hoffnung mit der ungeteilten Hingabe, der priesterlichen Hirtenliebe und der Überlieferung der Kirche (CIC can. 277 §1). Diese Verpflichtung ist eine Ordnung der lateinischen Kirche; die Praxis der frühesten Kirche und die Ostkirchen mit ihren verheirateten Priestern zeigen, dass sie dem Weihesakrament als Disziplin zugeordnet ist (PO 16; KKK 1580). Die Stelle selbst gibt den Inhalt an, auf den dieses Zeichen verweist.

Quellen zu dieser Frage 2
← Zur Übersicht: Priestertum