Bibelstelle · EÜ 2016
Phil 1,1
Paulus und Timotheus grüßen alle Heiligen in Christus Jesus in Philippi mit ihren Vorstehern und Helfern. Neben der ganzen Gemeinde nennt Paulus Menschen mit einem bestimmten Dienst; das Zweite Vatikanische Konzil führt die Stelle unter den Zeugnissen für die Helfer der Apostel im Dienstamt an (LG 20).
Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Auszug
Auszug aus Phil 1,1
Bibeltext
Paulus und Timotheus, Knechte Christi Jesu, an alle Heiligen in Christus Jesus, die in Philippi sind, mit ihren Vorstehern und Helfern.
Phil 1,1 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
In den Themen
Warum diese Stelle hier wichtig ist
Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.
Bischöfe, Priester und Diakone führen den Dienst der Apostel fort
Die Stelle zeigt geordnete Dienste in einer Gemeinde der apostolischen Zeit, eigens neben der ganzen Gemeinde genannt.
Verwandte Bibelstellen
Stellen, die mit dieser zusammen gelesen werden
Kirchliche Zeugen
Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte
Die Zeugnisse von Kirchenvätern, Kirchenlehrern, Konzilien und dem Lehramt zeigen, wie die Kirche diese Stelle verstanden hat.
Ignatius von Antiochien
Ignatius bezeugt für die Gemeinden, an die er schreibt, einen Bischof, der an Stelle Gottes den Vorsitz führt, Presbyter an Stelle des Apostelkollegiums und Diakone; getrennt von ihnen kann man von keiner Kirche reden.
Gleicherweise sollen alle die Diakonen achten wie Jesus Christus, wie auch den Bischof als das Abbild des Vaters, die Presbyter aber wie eine Ratsversammlung Gottes und wie einen Bund von Aposteln. Getrennt von diesen kann man von keiner Kirche reden.
Ignatius von Antiochien: Briefe an die Magnesier und an die Trallianer · Ignatius, An die Magnesier 6,1; An die Trallianer 3,1 · Primärtext↗Einordnung der Quelle
Der Text zeigt: Ein dreigestaltiges Amt in den angeschriebenen Gemeinden: Bischof, Presbyter, Diakone. Die Einheit der Gemeinde hängt an dieser Ordnung, und Ignatius setzt sie als geltend voraus.
Die Grenze: Ignatius bezeugt diese Ordnung für die Gemeinden in Kleinasien, an die er schreibt; ein Bild aller Kirchen um 110 gibt er damit nicht.
Quelle im Zusammenhang lesen
Worum es hier geht
Ignatius schreibt auf dem Weg zu seinem Martyrium in Rom an Gemeinden in Kleinasien und mahnt sie zur Einheit mit ihrem Bischof, den Presbytern und den Diakonen.
Historischer Text
Befleißiget euch, alles zu tun in der Eintracht Gottes, da der Bischof den Vorsitz führt an Stelle Gottes, die Presbyter an Stelle des Apostelkollegiums, und die Diakonen, die ich gar sehr liebe, mit dem Dienste Jesu Christi betraut sind, welcher von Ewigkeit beim Vater war und am Ende (der Zeiten) erschienen ist. […] Gleicherweise sollen alle die Diakonen achten wie Jesus Christus, wie auch den Bischof als das Abbild des Vaters, die Presbyter aber wie eine Ratsversammlung Gottes und wie einen Bund von Aposteln. Getrennt von diesen kann man von keiner Kirche reden.
Vollständigen historischen Text öffnen: Ignatius von AntiochienWarum diese Stelle wichtig ist
Die beiden Stellen zeigen um 110 eine feste Ordnung von Bischof, Presbyterium und Diakonen und binden die Kirche an diese Ordnung; der Katechismus zitiert Trall. 3,1 für die drei Stufen des Amtes (KKK 1554).
Tertullian
Tertullian fordert die Häretiker auf, die Ursprünge ihrer Kirchen und die Reihenfolge ihrer Bischöfe vorzulegen, und nennt die Kirche von Smyrna, deren Polykarp Johannes eingesetzt hat, und die römische, deren Clemens Petrus ordiniert hat.
Gebt also die Ursprünge eurer Kirchen an, entrollt eine Reihenfolge eurer Bischöfe, die sich von Anfang an durch Abfolge so fortsetzt, daß der erste Bischof einen aus den Aposteln oder den apostolischen Männern, jedoch einen solchen, der bei den Aposteln ausharrte, zum Gewährsmann und Vorgänger hat.
Tertullian: Die Prozesseinreden gegen die Häretiker, Kapitel 32 · De praescriptione haereticorum 32 · Primärtext↗Quelle im Zusammenhang lesen
Worum es hier geht
Tertullian bestreitet um 200 den Häretikern das Recht, sich auf die Schrift zu berufen, und verweist auf die apostolischen Kirchen und ihre Bischofsreihen.
Historischer Text
Gebt also die Ursprünge eurer Kirchen an, entrollt eine Reihenfolge eurer Bischöfe, die sich von Anfang an durch Abfolge so fortsetzt, daß der erste Bischof einen aus den Aposteln oder den apostolischen Männern, jedoch einen solchen, der bei den Aposteln ausharrte, zum Gewährsmann und Vorgänger hat. Denn das ist die Weise, wie die apostolischen Kirchen ihren Ursprung nachweisen; wie z. B. die Kirche von Smyrna berichtet, daß ihr Polykarp von Johannes aufgestellt, die römische ebenso, daß ihr Clemens von Petrus ordiniert worden sei.
Vollständigen historischen Text öffnen: TertullianWarum diese Stelle wichtig ist
Tertullian setzt voraus, dass die apostolischen Kirchen ihre Bischofsreihen bis zu einem Apostel oder apostolischen Mann vorlegen können, und nennt Smyrna und Rom als Beispiele.
Quellen und HinweiseKKK 1536–1600
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 1536–1600Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Der Katechismus behandelt Weihe, Priestertum und in KKK 1579–1580 die lateinische sowie die rechtmäßige ostkirchliche Ordnung des Zölibats.
Konzilien und Lehramt
- Lumen gentiumLG 10, 18–29Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Gemeinsames und amtliches Priestertum sowie apostolisches Amt.
- Presbyterorum ordinisPO 2, 5Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Das Konzil beschreibt den priesterlichen Dienst als Anteil am Dienst Christi.
Historische Primärquellen
- Ignatius von Antiochien: Briefe an die Magnesier und an die TrallianerMagn. 6,1; Trall. 3,1Übersetzung · Primärtext / Edition
Ignatius nennt um 110 Bischof, Presbyter und Diakone als Ordnung der Gemeinden, an die er schreibt; deutsche Übersetzung von Franz Zeller (BKV, 1918).
- Gegen die Häresien, Buch IIIIII,3,1–3Übersetzung · Primärtext / Edition
Irenäus argumentiert mit öffentlicher apostolischer Sukzession und der besonderen Bedeutung Roms.
- Tertullian: Die Prozesseinreden gegen die Häretiker, Kapitel 32Kap. 32Übersetzung · Primärtext / Edition
Tertullian verlangt um 200 von den Häretikern die Ursprünge ihrer Kirchen und die Reihenfolge ihrer Bischöfe; deutsche Übersetzung von K. A. Heinrich Kellner (BKV, 1915).
- Erster Clemensbrief31–34; 42–44Übersetzung · Primärtext / Edition
Frühchristliches Zeugnis für Rechtfertigung aus Glauben mit guter Frucht und für Amtsnachfolge in der Kirche von Rom und Korinth.