Priestertum
Christus bleibt der ewige Hohepriester
Psalm 110,4 sagt einen Priester für immer an. Der Hebräerbrief bezeugt, wie diese Verheißung in Christus Wirklichkeit geworden ist, und bleibt bei dem, was daraus folgt: Der auferstandene Herr tritt bleibend für sein Volk ein. Von dieser Gegenwart her empfängt der Dienst der Kirche seinen Sinn.
2 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Priestertum für immer Bibel und Textverständnis
Psalm 110,4 kündigt einen Priester für immer an; der Hebräerbrief zeigt ihn in Christus
Der Hebräerbrief bezeugt Christus als den Hohepriester, dessen Priestertum der Tod nicht beendet.
Der HERR hat geschworen und nie wird es ihn reuen: Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks.
Auszug aus Ps 110,4 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Der Herr setzt einen Priester für immer nach der Ordnung Melchisedeks ein.
Jeder Hohepriester wird aus den Menschen genommen und für die Menschen eingesetzt zum Dienst vor Gott, um Gaben und Opfer für die Sünden darzubringen.
Auszug aus Hebr 5,1 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Jeder Hohepriester wird aus den Menschen genommen und für sie vor Gott eingesetzt; diese Bestimmung erfüllt Christus.
Er aber hat, weil er in Ewigkeit bleibt, ein unvergängliches Priestertum.
Auszug aus Hebr 7,24 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Christus besitzt ein Priestertum, das wegen seines bleibenden Lebens nicht vergeht.
Wir haben einen solchen Hohepriester, der sich zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel gesetzt hat.
Auszug aus Hebr 8,1–2 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Christus sitzt zur Rechten Gottes und dient im wahren Heiligtum.
Mit seinem eigenen Blut ist er ein für alle Mal in das Heiligtum hineingegangen und so hat er eine ewige Erlösung bewirkt.
Auszug aus Hebr 9,11–14 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Christus tritt mit seinem eigenen Blut ein für alle Mal in das Heiligtum ein.
Psalm 110,4 kündigt einen Priester für immer an — nach der Ordnung Melchisedeks, des Priesterkönigs von Salem (Hebr 7,1). Der Hebräerbrief zeigt, wie diese Verheißung in Christus erfüllt ist. Hohepriester heißt dort der, der für das Volk vor Gott eintritt: Christus hat unter Tränen und mit starkem Schreien gebetet (Hebr 5,7), er ist als Hohepriester in das Heiligtum eingegangen (Hebr 8,1-2; 9,11-14), und sein Priestertum reicht über das Ende seines irdischen Lebens hinaus (Hebr 7,11-28).
Christi Priestertum endet nicht mit seinem Tod: Als Auferstandener lebt er allezeit, um für die einzutreten, die durch ihn vor Gott hintreten (Hebr 7,25). Seine Hingabe wirkt darum in der Gegenwart fort, und Christus bleibt der lebendige Ursprung des Heilsdienstes.
Teilhabe am Priestertum Christi Glaube und Überlieferung
Aus Christi bleibender Fürsprache empfängt der kirchliche Dienst seine Gestalt
Die Kirche bezeugt Christi Priestertum als gegenwärtig und versteht den Dienst der ordinierten Priester als Teilhabe an diesem einen Priestertum.
Was der ordinierte Priester tut, tut er in Christus und aus dessen Priestertum: Sein Amt ist Anteil an dem einen Priestertum Christi und von Christus gestiftetes Werkzeug seiner Gegenwart in der Kirche. Ein Priestertum, das von Christus unabhängig wäre, kennt die Kirche nicht.
Diese Teilhabe erreicht den Priester durch Handauflegung. In der apostolischen Sukzession, also in der Weitergabe des Amtes durch Handauflegung in einer Folge, die auf die Apostel zurückgeht, empfängt er die Ordination und damit den Auftrag, im Dienst Christi zu handeln. Der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK 1544–1545) und die Konzilsdokumente Lumen gentium (LG 28) und Presbyterorum ordinis (PO 2) entfalten dieses eine Priestertum Christi und den Dienst, der daran teilhat: Die Weihe macht die Priester dem Priester Christus gleichförmig, „so daß sie in der Person des Hauptes Christus handeln können“ (PO 2). Der übertragene Dienst hat seinen Bestand am bleibenden Priestertum Christi.