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Hintergrund

Der Schlüssel des Hauses David

Jesaja 22,20–22 zeigt im davidischen Königtum einen übertragenen Schlüssel- und Leitungsdienst. Dieses Muster erhellt, wie Christus Petrus einen abgeleiteten Dienst anvertraut.

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Ein Amtsträger steht auf einem Felsen und hält einen großen Schlüssel; hinter ihm liegen eine Tür und ein kleiner Schlüssel im Morgenlicht.
PetrusKI-generierte Illustration
Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Eljakim und der Schlüssel Bibel und Textverständnis

Eljakim erhält den Schlüssel des Hauses David

Das Bild des Schlüssels stammt aus dem davidischen Königtum.

Ich werde ihm den Schlüssel des Hauses David auf die Schulter legen. Er wird öffnen und niemand ist da, der schließt; er wird schließen und niemand ist da, der öffnet.

Auszug aus Jes 22,20–22 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Eljakim erhält als Verwalter des Hauses Davids das Gewand, die Amtsgewalt und den Schlüssel des Hauses.

Jes 22,20–22: Zusammenhang und Übersetzung

Jesaja 22,20–22 berichtet, wie Eljakim in ein Amt am davidischen Hof berufen wird. Er erhält die Herrschaft und den Schlüssel des Hauses David; er kann öffnen und schließen. Darin erscheint im davidischen Königtum ein übertragener Schlüssel- und Leitungsdienst.

Vers 18: Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.

Vers 19: Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.

Auszug aus Mt 16,18–19 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Jesus verbindet Petrus mit dem Felsen, dem angekündigten Bau der Kirche und der Verheißung der Schlüssel.

Mt 16,18–19: Zusammenhang und Übersetzung

Jes 22,25 kündigt an, dass der Pflock, an dem die Last von Eljakims Haus hängt, wieder nachgeben wird: Auch dieses Amt bleibt von Gott abhängig. Das Bild vom Schlüssel greift Matthäus 16,19 auf, wenn Jesus Petrus die Schlüssel des Himmelreichs verheißt. Von dort her wird erkennbar, wie Christus einem Menschen eine abgeleitete Vollmacht anvertraut.

Der alttestamentliche Hintergrund Glaube und Überlieferung

Die Kirche liest Jesaja 22 als typologischen Hintergrund zu Matthäus 16,19

Die alttestamentliche Szene liefert das Muster, nicht die Person.

Die Kirche nimmt Jesaja 22 als typologischen Hintergrund zu Matthäus 16,19 auf. Sie liest Eljakim als typologischen Hinweis auf ein geordnetes Leitungshandeln und unterscheidet die alttestamentliche Szene von der Person des Petrus; aus dem Muster erwächst die Gestalt eines beauftragten Dienstes, die die spätere Lehre vom Petrusamt in ihren Gründen entfaltet.

Die spätere Lehre über das Petrusamt wahrt daher den Leitungscharakter und ebenso die Begrenztheit jedes kirchlichen Dienstes unter Christus. Der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) und Lumen gentium (LG), das Konzilsdokument über die Kirche, entfalten sie in dem Rahmen, den die Stellen vorgeben: eine verantwortliche Hausverwaltung, deren Vollmacht dem anvertrauten Haus dient und deshalb innerhalb von Gottes Ordnung bleibt.

Quellen zu dieser Frage 2

Der königliche Hofbeamte Glaube und Überlieferung

Sagt Jesaja 22 etwas über Petrus?

Die Stelle handelt von einem königlichen Hofbeamten.

Der Einwand lautet: Jesaja 22 handelt von einem königlichen Hofbeamten und nennt weder Petrus noch die Kirche. Die Offenbarung bezieht das Wort vom Schlüssel Davids sogar auf Christus selbst, der „den Schlüssel Davids hat, der öffnet und niemand wird schließen“ (Offb 3,7); der Schlüssel gehöre also Christus, nicht Petrus. Außerdem kann ein Amtsträger wie der Pflock weichen. Deshalb trage die alttestamentliche Szene keine Lehre über ein dauerhaftes päpstliches Amt.

Jesaja 22 erzählt von einem königlichen Hofbeamten, dessen Schlüsselamt im davidischen Haus steht. Als Schlüsselhintergrund, den Matthäus aufnimmt, erklärt die Szene die Art der Vollmacht, die Jesus Petrus verheißt: eine verantwortliche Verwaltung im Haus des messianischen Königs, der Kirche. Offenbarung 3,7 bestätigt diese Ordnung: Christus ist der davidische König, der den Schlüssel Davids hat; in Jesaja 22 übergibt der König seinem Verwalter den Schlüssel, ohne aufzuhören, König zu sein, und ebenso verheißt Christus Petrus die Schlüssel des Himmelreichs als Verwalter in seinem Haus. Die Amtsgrenze in Vers 25 wahrt die Abhängigkeit des Dienstes von Gottes Treue; die Lehre über die Nachfolge entfaltet die Kirche aus dem weiteren Zeugnis der Schrift und aus der Überlieferung.

Quellen zu dieser Frage 2
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