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Kennzeichen der Kirche

Heiligkeit aus Christus

Die Heiligkeit gehört zu den Kennzeichen, die die Kirche von Christus empfängt. Drei Stellen des Neuen Testaments bezeugen diese Gabe und den Ruf, der aus ihr erwächst.

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Apostel und Älteste sitzen an einem runden Tisch; über ihrer Versammlung steigt eine helle Flammenform auf, fern liegt eine Stadt.
KircheKI-generierte Illustration
Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Christus liebt und heiligt Bibel und Textverständnis

Christus liebt seine Kirche und heiligt sie

Drei Stellen des Neuen Testaments sprechen von der Heiligkeit der Kirche und von der Heiligung der Glaubenden.

Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen, da er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort!

Auszug aus Eph 5,25–26 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Christus liebt die Kirche und heiligt sie, um sie heilig und makellos vor sich hinzustellen.

Eph 5,25–27: Zusammenhang und Übersetzung

Der Epheserbrief beschreibt die Liebe Christi zu seiner Kirche und seine Hingabe für sie. Sein Ziel ist ihre Heiligung und ihre vollendete Reinheit. Damit liegt die Quelle der Heiligkeit in Christi eigenem Handeln.

Das ist es, was Gott will: eure Heiligung - dass ihr die Unzucht meidet, dass jeder von euch lernt, mit seiner Frau in heiliger und achtungsvoller Weise zu verkehren, nicht in leidenschaftlicher Begierde wie die Heiden, die Gott nicht kennen, und dass keiner seinen Bruder bei Geschäften betrügt und übervorteilt, denn all das rächt der Herr, wie wir euch schon früher gesagt und bezeugt haben.

Auszug aus 1 Thess 4,3–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Heiligung wird als Wille Gottes bezeichnet.

1 Thess 4,3: Zusammenhang und Übersetzung

Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde.

Auszug aus 1 Petr 2,9 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Glaubenden werden als heiliges Volk und als Eigentumsvolk Gottes bezeichnet.

1 Petr 2,9: Zusammenhang und Übersetzung

Der erste Thessalonicherbrief (1 Thess 4,3–6) nennt die Heiligung den Willen Gottes für die Glaubenden; Heiligung meint das Heiligwerden des Menschen, das Gott an ihm wirkt. Die Stelle benennt dabei die Reinheit des Lebens und den Umgang der Brüder miteinander; so zeigt sie, wie die Heiligung des Einzelnen das Leben der Gemeinde trägt. Der erste Petrusbrief (1 Petr 2,9) bezeichnet die Getauften als auserwähltes Volk und königliche Priesterschaft, also als ein Volk, das Gott gehört und ihm dient. So bezeugen die Stellen die Heiligkeit als Gabe Christi und als verbindlichen Ruf an die Kirche und ihre Glieder.

Heiligung durch den Geist Glaube und Überlieferung

Christus heiligt die Kirche, der Heilige Geist wirkt in ihr

Die Kirche liest diese Stellen als Zeugnis einer Heiligkeit, die sie von Christus empfängt.

Die Kirche lehrt, dass Christus die Kirche heiligt und der Heilige Geist in ihr wirkt. Sie besitzt heilige Mittel und eine heilige Berufung; ihre Glieder bleiben zur ständigen Reinigung und Erneuerung gerufen. Die Kirchenkonstitution Lumen gentium (LG) beschreibt die Kirche in Nummer 8 als heilig und zugleich als eine, die stets der Reinigung bedarf.

Die Heiligkeit einzelner Glieder und der Heiligen, die die Kirche verehrt, verweist auf die Heiligkeit Christi, aus der jede kirchliche Heiligkeit stammt. Die Kirche trägt diese Gabe und diesen Auftrag durch die Geschichte. So ist die Kirche durch Christi Gabe heilig und bedarf zugleich der Reinigung und Erneuerung ihrer Glieder.

Quellen zu dieser Frage 2

Heiligkeit in sündigen Gliedern Glaube und Überlieferung

Wie kann eine Kirche heilig heißen, deren Glieder und Amtsträger schwer gesündigt haben?

Wenn Glieder und Amtsträger der Kirche schwer gesündigt und Unrecht gedeckt haben, wie kann sie dann heilig heißen und Säule der Wahrheit sein?

Dass die Kirche unzerstörbar heilig ist, ist Gegenstand des Glaubens (KKK 823; LG 39). Die neutestamentliche Begründung dieser Heiligkeit setzt bei Christus an: Er heiligt die Kirche und führt sie ihrer Vollendung entgegen. Zugleich nennt die Schrift die Getauften ein heiliges Volk und ruft sie zur Heiligung. Christi Liebe und Hingabe bleiben der Grund, aus dem die Kirche heilig genannt wird, und die Berufung der Getauften erwächst aus dieser Gabe.

Die Sünde der Glieder bleibt ein Widerspruch zur Berufung der Kirche und verlangt Umkehr, Wiedergutmachung und Erneuerung. Die Kirche ist heilig durch Christi Gabe; zugleich umfasst sie Sünder in ihrem Schoß und ist stets der Reinigung bedürftig (LG 8; KKK 827), und alle ihre Glieder, auch ihre Amtsträger, müssen bekennen, dass sie Sünder sind. Der Epheserbrief nennt die Heiligung als das Ziel, dem Christus seine Kirche entgegenführt. Auch angesichts der Schuld ihrer Glieder bleibt Christus der, der seine Kirche heiligt; die Kirche ist heilig durch seine Gabe und seinen Auftrag, und ihre Mitglieder werden an diesem Ruf gemessen und wachsen in ihm.

Quellen zu dieser Frage 3
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