Gottes Kinder werden geheiligt
Warum Gottes Kinder weiter zur Heiligkeit geformt werden
Wer zu Gott gehört, bleibt auf dem Weg der Heiligung. Der Hebräerbrief verbindet die bereits zugesprochene Sohnschaft mit einer Erziehung, die den Menschen für die Heiligkeit Gottes formt. Diese Läuterung entspringt der Liebe und zielt auf ein Leben in Gerechtigkeit und Frieden.
2 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Sohnschaft und Läuterung Bibel und Textverständnis
Der Hebräerbrief spricht bereits angenommene Söhne an
Im Zusammenhang mit Jesu Ausdauer unter feindlicher Bedrängnis beschreibt der Hebräerbrief die Zurechtweisung als Erziehung von Söhnen.
Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er.
Auszug aus Hebr 12,6 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Gott erzieht seine Kinder durch väterliche Zucht mit dem Ziel von Heiligkeit, Gerechtigkeit und Frieden.
Der Hebräerbrief richtet den Blick zunächst auf Jesus, der das Kreuz erduldet und den Widerspruch der Sünder gegen sich ausgehalten hat. Danach spricht er die Leser als Söhne an und legt ihnen die väterliche Zurechtweisung Gottes aus. Die Anrede setzt ihre Zugehörigkeit zu Gott voraus; die folgende Erziehung soll diese Zugehörigkeit in einem geheiligten Leben zur Reife führen.
Der Text hält dabei die Härte der gegenwärtigen Erfahrung fest. Zurechtweisung fühlt sich im Augenblick nicht erfreulich an. Ihr Ziel liegt in der Teilnahme an Gottes Heiligkeit und in einer späteren Frucht von Gerechtigkeit und Frieden. Deshalb fordert der Brief anschließend dazu auf, erschlaffte Hände und müde Knie zu stärken und gerade Wege zu bereiten. Gottes Handeln zielt auf eine veränderte Lebensführung, die Menschen aufrichtet und zum Frieden führt.
Der Abschnitt erzählt von Jesu erlittener Feindschaft und von der Erziehung der angesprochenen Söhne. Er macht daraus keine Erklärung für jede einzelne Not.
Die Antwort der Kirche Glaube und Überlieferung
Wenn Christus versöhnt: Warum folgt dann noch Läuterung?
Die Kirche unterscheidet die wiederhergestellte Gemeinschaft mit Gott von der Reinigung, durch die ungeordnete Bindungen und sündhafte Gewohnheiten geheilt werden.
Die Frage berührt eine echte Sorge: Wenn Christus versöhnt und erlöst, könnte weitere Zurechtweisung wie ein Zeichen unsicherer Sohnschaft wirken oder den Eindruck erwecken, Gottes Liebe verlange erst genügend Schmerz. Der Hebräerbrief gibt dafür eine klare Antwort. Er spricht die Betroffenen bereits als Söhne an. Die Erziehung begründet ihre Zugehörigkeit daher nicht erst; sie führt sie zur Teilnahme an Gottes Heiligkeit, zu Gerechtigkeit und Frieden.
Der Katechismus beschreibt diese Ordnung genauer. Die Vergebung stellt die Gemeinschaft mit Gott wieder her, während eine ungeordnete Bindung an Geschaffenes bestehen bleiben kann, die der Reinigung bedarf. Die sogenannte zeitliche Strafe ist keine willkürliche Vergeltung, sondern ergibt sich aus dieser Unordnung der Sünde; die Läuterung befreit den Menschen von ihr. Die Liebe zu Gott kann den Menschen vollständig reinigen; deshalb tritt eine verbleibende Reinigung nicht in jedem Fall in gleicher Weise auf.
Das Konzil von Trient klärt diese Verbindung 1551 im Blick auf die Buße. Bußwerke heilen die bleibenden sündhaften Gewohnheiten, formen den Menschen Christus ähnlicher und leisten in Christus Genugtuung für die zeitliche Strafe, die nach der Vergebung bleibt. Ihre ganze Wirksamkeit kommt durch Christus. Gottes Gnade heilt die Person und befähigt sie, in geduldigem Ausharren, Werken der Barmherzigkeit, Gebet und Buße in ein erneuertes Leben hineinzuwachsen.
Maßstab jeder Läuterung ist der gute Zweck, den der Hebräerbrief nennt: Heiligkeit, Gerechtigkeit, Frieden und gestärkte Lebenswege.
Quellen zu dieser Frage 2
Weiterführende Erklärungen
Wie Christus seiner Kirche Vollmacht zur Wiederherstellung anvertrautUnterstützender positiver Beleg