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Sünde und Umkehr

Todsünde, lässliche Sünde und Heil

Wer schwer gesündigt hat, fragt sich, ob er noch zum Heil gelangen kann. Die Kirche antwortet mit einer Unterscheidung, die das Neue Testament selbst trifft: Es gibt Sünde, die zum Tod führt, und Sünde, die nicht zum Tod führt. Die schwere Sünde zerstört die Liebe und die heiligmachende Gnade, die lässliche verwundet sie. Der Weg zurück steht offen: Reue und das Sakrament der Buße führen zur Versöhnung mit Gott.

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3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Eine lebende Rebe trägt grüne und goldene Blätter; ein Ast ist verletzt, aber verbunden, während ein anderer abgetrennt am Weg liegt.
TodsündeKI-generierte Illustration
Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Die Unterscheidung Glaube und Überlieferung

Die schwere Sünde zerstört die Liebe

Die Kirche unterscheidet die schwere Sünde von der lässlichen Sünde und benennt, was jede von beiden im Menschen bewirkt.

Die schwere Sünde zerstört die Liebe, die der Mensch in seinem Herzen trägt, und mit ihr die heiligmachende Gnade; sie trennt ihn von Gott. Die lässliche Sünde verwundet dieselbe Liebe, lässt sie aber bestehen. Beide sind Sünde, doch nur die eine hebt die Gemeinschaft mit Gott auf.

Die Unterscheidung richtet sich nicht nach der Stärke des Gefühls, sondern danach, was getan wird, ob es als schweres Unrecht erkannt ist und ob es gewollt ist. Sie hilft, den eigenen Zustand vor Gott nüchtern wahrzunehmen.

Ob ein Gerechtfertigter die Gnade durch schwere Sünde verlieren kann, trennt nicht einfach Katholiken und Protestanten: Mit der katholischen Kirche bejahen es das lutherische, das anglikanische und das methodistische Bekenntnis sowie die pfingstlichen Assemblies of God, während die reformierte Tradition und calvinistische Baptisten es mit ihrer Lehre von der Beharrlichkeit der Heiligen verneinen. Reformierte Bekenntnisse bestreiten zudem die Unterscheidung selbst, weil jede Sünde die Verdammnis verdiene (Westminster-Bekenntnis XV,4).

Quellen zu dieser Frage 1

Unterthema 1 von 1 · Todsünde, lässliche Sünde und die reale Warnung vor dem Abfall

Gott nimmt die Freiheit des Menschen ernst und verwehrt niemandem den Weg zurück

Die Warnungen Bibel und Textverständnis

Die Schrift kennt die Sünde zum Tod und warnt vor dem Abfall

Das Neue Testament unterscheidet eine Sünde, die zum Tod führt, und warnt die Glaubenden vor einem wirklichen Abfall.

Der Erste Johannesbrief unterscheidet ausdrücklich zwischen einer Sünde, die zum Tod führt, und einer, die nicht zum Tod führt: Nicht jede Sünde wirkt in derselben Weise auf die Gemeinschaft mit Gott.

Vers 16: Wenn einer seinen Bruder eine Sünde begehen sieht, die nicht zum Tod führt, soll er für ihn bitten und er wird ihm so Leben schenken, allen, deren Sünde nicht zum Tod führt. Denn es gibt Sünde, die zum Tod führt. Von ihr spreche ich nicht, wenn ich sage, dass er bitten soll.

Vers 17: Jedes Unrecht ist Sünde; aber es gibt Sünde, die nicht zum Tod führt.

Auszug aus 1 Joh 5,16–17 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Johannes unterscheidet Sünde zum Tod von Sünde nicht zum Tod.

1 Joh 5,16–17: Zusammenhang und Übersetzung

Jesus spricht von Reben, die nicht in ihm bleiben und deshalb abgeschnitten, weggeworfen und ins Feuer geworfen werden. Das Bild nimmt die Möglichkeit einer Abkehr ernst: Die Gnade trägt den Menschen, hebt seine freie Antwort aber nicht auf.

Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer und sie verbrennen.

Auszug aus Joh 15,1–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Jesus spricht von Reben, die abgeschnitten und verbrannt werden.

Joh 15,1–6: Zusammenhang und Übersetzung

Auch Paulus richtet seine Warnung an Menschen innerhalb der Glaubensgemeinschaft. Wer durch den Glauben steht, soll sich nicht überheben, sondern sich fürchten; wer zu stehen meint, soll zusehen, dass er nicht fällt. Er bezieht die Warnung sogar auf sich selbst und züchtigt seinen Leib, „damit ich nicht anderen verkünde und selbst verworfen werde“ (1 Korinther 9,27). Den Galatern, die durch das Gesetz gerecht werden wollen, schreibt er: „ihr seid aus der Gnade herausgefallen“ (Galater 5,4).

Gewiss, wegen des Unglaubens wurden sie herausgebrochen. Du aber stehst durch den Glauben. Sei daher nicht überheblich, sondern fürchte dich!

Auszug aus Röm 11,20–22 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus warnt die Gemeinde: Wer steht, soll sich nicht überheben, sondern fürchten.

Röm 11,20–22: Zusammenhang und Übersetzung

Wer also zu stehen meint, der gebe Acht, dass er nicht fällt.

Auszug aus 1 Kor 10,12 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus warnt: Wer zu stehen meint, soll aufpassen, dass er nicht fällt.

1 Kor 10,12: Zusammenhang und Übersetzung

Der Hebräerbrief spricht von Menschen, die erleuchtet worden sind und danach abfallen; er warnt vor einer bewussten Sünde nach empfangener Erkenntnis der Wahrheit. Der Zweite Petrusbrief beschreibt ebenfalls den schweren Rückfall nach solcher Erkenntnis und macht deutlich, dass eine solche Abkehr geistlich ins Gewicht fällt.

Denn es ist unmöglich, jene, die einmal erleuchtet worden sind, die von der himmlischen Gabe genossen und Anteil am Heiligen Geist empfangen haben, die das gute Wort Gottes und die Kräfte der kommenden Weltzeit gekostet haben, dann aber abgefallen sind, erneut zur Umkehr zu bringen; da sie den Sohn Gottes noch einmal für sich ans Kreuz schlagen und zum Gespött machen.

Auszug aus Hebr 6,4–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Der Hebräerbrief spricht von Menschen, die erleuchtet worden sind und Anteil am Heiligen Geist empfangen haben, und rechnet damit, dass sie abfallen können.

Hebr 6,4–6: Zusammenhang und Übersetzung

Denn wenn sie den Schandtaten der Welt durch die Erkenntnis des Herrn und Retters Jesus Christus entkommen sind, in diese sich aber wieder verstricken und ihnen unterliegen, dann steht es mit ihnen am Ende schlimmer als vorher.

Auszug aus 2 Petr 2,20 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Der Zweite Petrusbrief beschreibt den Fall nach empfangener Erkenntnis.

2 Petr 2,20–22: Zusammenhang und Übersetzung

Wenn wir vorsätzlich sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, gibt es für diese Sünden kein Opfer mehr.

Auszug aus Hebr 10,26–31 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Der Hebräerbrief warnt vor dem Gericht nach bewusster Sünde.

Hebr 10,26–31: Zusammenhang und Übersetzung

Diese Worte warnen vor dem bewussten, verhärteten Abfall von Christus, den keine neue Taufe rückgängig machen kann; wer umkehrt, findet nach der Lehre der Kirche dennoch den Weg der Buße offen: „Es gibt keine Verfehlung, mag sie auch noch so schlimm sein, die durch die heilige Kirche nicht vergeben werden könnte“ (KKK 982). Darum hat das Konzil von Trient die Behauptung verworfen, wer nach der Taufe gefallen sei, könne durch Gottes Gnade nicht wieder aufstehen (Sitzung VI, Kanon 29).

Die Warnung betrifft auch das gemeinsame Herrenmahl: Wer unwürdig isst und trinkt, macht sich am Leib und am Blut des Herrn schuldig und zieht sich das Gericht zu. Paulus versteht die Krankheiten und Todesfälle in Korinth als Zurechtweisung des Herrn, „damit wir nicht zusammen mit der Welt verdammt werden“ (1 Korinther 11,32); die Stelle zeigt also, dass ein Getaufter schwer schuldig werden kann und dass Gott ihn zur Umkehr ruft. Daraus folgt die Praxis der Kirche: Wer sich einer schweren Sünde bewusst ist, empfängt vor der Kommunion das Sakrament der Buße (KKK 1385).

Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn.

Auszug aus 1 Kor 11,27–30 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus warnt vor unwürdigem Empfang des Herrenmahls und verbindet ihn mit Gericht.

1 Kor 11,27–30: Zusammenhang und Übersetzung

Die Warnungen erreichen wiederholt Menschen, die zur Glaubensgemeinschaft gehören. Darum lehrt die Kirche, dass diese Zeugnisse gemeinsam vor wirklichem geistlichem Abfall warnen und zu Treue und Umkehr rufen. Wie sich diese Lehre zur reformierten Lehre von der Beharrlichkeit der Heiligen und zur Lehre von der bedingungslosen Heilssicherheit verhält, erklärt der Schritt „Die Sünde zum Tod und die Sünde nicht zum Tod“.

Die Schrift benennt außerdem konkrete Sünden, deren Täter das Reich Gottes nicht erben, und Jesus spricht von der Lästerung gegen den Heiligen Geist als einer Sünde, die nicht vergeben wird. Die Kirche versteht diese Sünde als bewusste Weigerung, Gottes Erbarmen in Reue anzunehmen; Gottes Barmherzigkeit selbst ist grenzenlos (KKK 1864).

Wer so etwas tut, wird das Reich Gottes nicht erben.

Auszug aus Gal 5,21 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus nennt Werke des Fleisches, deren Täter das Reich Gottes nicht erben.

Gal 5,19–21: Zusammenhang und Übersetzung

Vers 32: Auch wer ein Wort gegen den Menschensohn sagt, dem wird vergeben werden; wer aber etwas gegen den Heiligen Geist sagt, dem wird nicht vergeben, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt.

Auszug aus Mt 12,32 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Jesus nennt die Lästerung gegen den Heiligen Geist als unvergebbar.

Mt 12,31–32: Zusammenhang und Übersetzung

Nach der Lehre der Kirche zieht eine Todsünde den Verlust der Liebe und der heiligmachenden Gnade nach sich, also des von Gott geschenkten Lebens der Gemeinschaft mit ihm (KKK 1861). Eine lässliche Sünde verletzt die Liebe, ohne sie zu zerstören.

Vers 9a: Wisst ihr denn nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Täuscht euch nicht!

Auslassung im Bibeltext.

Vers 11: Und solche gab es unter euch. Aber ihr seid reingewaschen, seid geheiligt, seid gerecht geworden im Namen Jesu Christi, des Herrn, und im Geist unseres Gottes.

Auszug aus 1 Kor 6,9a.11 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus nennt Sünden, die das Reich Gottes ausschließen, und erinnert daran, dass die Korinther gereinigt und geheiligt wurden.

1 Kor 6,9–11: Zusammenhang und Übersetzung

Für den reuigen Sünder eröffnet Gott den Weg zurück. Johannes verbindet das Bekenntnis der Sünden mit Vergebung und Reinigung, und der Auferstandene überträgt den Aposteln die Vollmacht, Sünden zu vergeben und zu behalten. Darum lehrt die Kirche: Wer eine Todsünde begangen hat, wird im Bußsakrament wieder mit Gott versöhnt; das persönliche Bekenntnis aller bewussten schweren Sünden mit der Lossprechung ist dafür der einzige ordentliche Weg. Lässliche Sünden müssen nicht gebeichtet werden, ihr Bekenntnis wird aber nachdrücklich empfohlen (KKK 1456–1458; 1484). Gott ist der Ursprung jeder Vergebung, doch Christus hat diese Vergebung an einen kirchlichen Dienst gebunden: Der Priester ersetzt Christus nicht, sondern handelt in der Person Christi. Vollkommene Reue aus Liebe zu Gott kann den Menschen schon vor dem Sakrament mit Gott versöhnen und schließt den festen Vorsatz zum baldigen Empfang des Sakraments ein; unvollkommene Reue bereitet auf die Gnade im Bußsakrament vor. Die Trennung von Gott bleibt jedoch nicht das letzte Wort über einen reuigen Sünder.

Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht.

Auszug aus 1 Joh 1,8–9 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Johannes verbindet das Bekenntnis der Sünden mit Vergebung und Reinigung.

1 Joh 1,8–9: Zusammenhang und Übersetzung

Vers 21: Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

Vers 22: Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!

Vers 23: Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.

Auszug aus Joh 20,21–23 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Der Auferstandene überträgt den Aposteln die Vollmacht, Sünden zu vergeben und zu behalten.

Joh 20,21–23: Zusammenhang und Übersetzung

Am Ende bleibt das Bild der Rebe, das die Schrift bezeugt und die Kirche bewahrt: Gott nimmt die Freiheit des Menschen ernst, und er versagt niemandem den Weg zurück. In der Hierarchie der Wahrheiten, also der Ordnung der Glaubenswahrheiten nach ihrem Zusammenhang mit dem Fundament des christlichen Glaubens, steht diese Lehre im Dienst der Mitte, des Erbarmens Gottes in Christus. Ihre Verbindlichkeit ist dadurch nicht gemindert: Dass die empfangene Gnade durch jede Todsünde verloren gehen und durch Umkehr und das Bußsakrament wiedererlangt werden kann, hat das Konzil von Trient als Glaubenslehre festgestellt (Sitzung VI, Kapitel 14–15; Kanones 23, 27, 29); die drei Bedingungen der Todsünde lehrt das ordentliche Lehramt (Reconciliatio et paenitentia 17; KKK 1857). Von dieser Lehre her bleibt die Ehrfurcht vor Gott und der Ernst der Sünde wach und ebenso das Vertrauen, dass Gottes Liebe größer ist als jede Schuld und den Sünder zur Umkehr ruft.

Weiterführende Erklärungen

Die Sünde zum Tod und die Sünde nicht zum TodUnterstützender positiver Beleg

Die Schrift unterscheidet Sünde zum Tod von Sünde, die nicht zum Tod führt; die Kirche bestimmt, wann eine Tat diese tödliche Schwere hat.

Schwere Materie, volle Erkenntnis und bedachte ZustimmungUnterstützender positiver Beleg

Die drei Bedingungen bezeichnen die Tat, die den Menschen von Gott trennt. Zugleich bleibt der Sünder zur Umkehr gerufen: Christus schenkt im Bußsakrament den Weg der Versöhnung und Wiederherstellung.

Gnadenverlust, Reue und WiederherstellungUnterstützender positiver Beleg

Der Weg zurück Glaube und Überlieferung

Drei Bedingungen und der Weg der Versöhnung

Die Kirche bestimmt, wann eine Sünde schwer ist, und zeigt, wie der Getrennte zurückfindet.

Die Kirche nennt drei Bedingungen der Todsünde: eine schwerwiegende Materie, also eine dem Gegenstand nach schwerwiegende Handlung, volle Erkenntnis und bedachte Zustimmung. Erst wenn alle drei zusammenkommen, ist die Sünde eine Todsünde und zerstört die heiligmachende Gnade. Fehlt bei schwerwiegender Materie die volle Erkenntnis oder die volle Zustimmung, bleibt die Tat objektiv schweres Unrecht; sie ist dann aber keine Todsünde, sondern eine lässliche Sünde, und unverschuldete Unkenntnis kann die Verantwortung sogar ganz aufheben.

Für den Menschen, der sich getrennt hat, steht der Weg zurück offen. Reue und das Sakrament der Buße führen zur Versöhnung mit Gott. Schon die vollkommene Reue aus Liebe zu Gott erlangt die Vergebung, wenn sie den Entschluss einschließt, die Sünde zu beichten.

Wer schwer gesündigt hat und umgekehrt ist, darf darum mit fester Hoffnung leben. Gewiss ist der Glaubende der Barmherzigkeit Gottes, des Verdienstes Christi und der Kraft der Sakramente; über den eigenen Stand der Gnade urteilt er nicht mit der Gewissheit des Glaubens (Konzil von Trient, 6. Sitzung, Kap. 9). Denn da die Gnade übernatürlich ist, „entzieht sie sich unserer Erfahrung und ist nur durch den Glauben zu erkennen“; zugleich sind die Wohltaten Gottes im eigenen Leben eine Gewähr dafür, „daß die Gnade in uns am Werk ist“ (KKK 2005). Paulus hält Ernst und Vertrauen zusammen: „Wirkt mit Furcht und Zittern euer Heil! Denn Gott ist es, der in euch das Wollen und das Vollbringen bewirkt zu seinem Wohlgefallen“ (Phil 2,12–13). Der Grund dieser Hoffnung liegt in Gott selbst: Nichts kann den Menschen von der Liebe Gottes scheiden, die in Christus Jesus ist (Röm 8,38–39), und der Christ darf hoffen, mit der Gnade Gottes „bis zum Ende auszuharren“ (KKK 1821). So meidet er die Verzweiflung ebenso wie die Vermessenheit, die beide gegen die Hoffnung verstoßen, „denn der Herr bleibt seinen Verheißungen treu“ (KKK 2091–2092), und er kann mit dem Wort der heiligen Jeanne d’Arc beten, das der Katechismus anführt: „Falls ich nicht in ihr bin, wolle Gott mich in sie versetzen; falls ich in ihr bin, möge Gott mich in ihr bewahren“ (KKK 2005).

Quellen zu dieser Frage 4

Verdient nicht jede Sünde den Tod?

Der Einwand

„Der Lohn der Sünde ist der Tod“ (Römer 6,23), und wer „gegen ein einziges Gebot verstößt, der hat sich gegen alle verfehlt“ (Jakobus 2,10). Darum lehrt das Westminster-Bekenntnis, keine Sünde sei so klein, dass sie nicht die Verdammnis verdiene (XV,4). Eine Unterscheidung von Todsünden und lässlichen Sünden scheint die Sünde zu verharmlosen.

Die Antwort der Kirche

Jede Sünde ist wirkliches Unrecht gegen Gott, doch nicht jede zerstört die Liebe. Derselbe Vers, der sagt: „Jedes Unrecht ist Sünde“, fährt fort: „aber es gibt Sünde, die nicht zum Tod führt“ (1 Johannes 5,17). Jakobus schreibt der Gemeinde: „Denn wir alle verfehlen uns in vielen Dingen“ (Jakobus 3,2), und Jesus lehrt seine Jünger, im täglichen Gebet um die Vergebung ihrer Schulden zu bitten (Matthäus 6,12). Jakobus 2,10–11 begründet mit Ehebruch und Mord die Einheit des Gesetzes, das von dem einen Gesetzgeber kommt; Jesus selbst nennt die Sünde dessen, der ihn ausgeliefert hat, eine größere Sünde (Johannes 19,11).

Darum lehrt die Kirche: Die BegriffTodsündeEine Todsünde ist eine Sünde in einer schwerwiegenden Sache, die mit vollem Bewusstsein und bedachter Zustimmung begangen wird (KKK 1857). Sie zerstört die Liebe im Herzen und den Stand der Gnade; wird sie nicht durch Reue und Gottes Vergebung, gewöhnlich im Bußsakrament, getilgt, führt sie zum Ausschluss aus dem Reich Christi. Das Urteil über die Person selbst bleibt Gott überlassen (KKK 1855, 1861).Glossareintrag öffnen zerstört die Liebe; die Begrifflässliche SündeEine lässliche Sünde ist eine Sünde in einer nicht schwerwiegenden Sache oder eine Sünde in einer schwerwiegenden Sache, die ohne volle Kenntnis oder volle Zustimmung begangen wird. Sie schwächt die Liebe, bricht aber den Bund mit Gott nicht und nimmt die heiligmachende Gnade nicht weg (KKK 1862–1863).Glossareintrag öffnen verletzt sie, ohne die heiligmachende BegriffGnadeGnade ist die ungeschuldete Gunst und Hilfe Gottes, durch die er den Menschen zu seinem Kind macht und ihn am göttlichen Leben teilhaben lässt (KKK 1996–1997). Die heiligmachende Gnade, die in der Taufe geschenkt wird, ist ein bleibendes Geschenk, das die Seele von der Sünde heilt und heiligt; davon unterscheidet die Kirche die helfenden Gnaden, mit denen Gott zu Beginn der Bekehrung und auf dem Weg der Heiligung eingreift (KKK 1999–2000).Glossareintrag öffnen zu entziehen (KKK 1855; 1863). Das Konzil von Trient hält fest, dass auch Heilige und Gerechte bisweilen in leichte, tägliche Sünden fallen und deswegen nicht aufhören, gerecht zu sein (Sitzung VI, Kapitel 11). Verharmlost wird damit keine Sünde: Auch die lässliche Sünde schwächt die Liebe und ruft zur täglichen Umkehr.

Was andere Christen dazu glauben

Die christlichen Traditionen vergleichen

Katholisch

Offizielle Lehrposition
Die Todsünde zerstört die Liebe und raubt die heiligmachende Gnade; die lässliche Sünde schwächt die Liebe, entzieht aber die heiligmachende Gnade nicht. Wer die Gnade durch eine Todsünde verloren hat, kann sie durch Umkehr und das Bußsakrament wiedererlangen.
Offizielle Quelle: Katholisch

Lutherisch

Offizielle Lehrposition
Das lutherische Bekenntnis verwirft die Lehre, wer einmal zum Glauben gekommen sei, könne nicht wieder in Sünde fallen; wer als Glaubender wissentlich gegen sein Gewissen sündigt, verliert Glauben und Heiligen Geist. Wer nach der Taufe gesündigt hat, erlangt jederzeit Vergebung, wenn er Buße tut, und die Absolution soll ihm nicht verweigert werden (Augsburger Bekenntnis, Artikel 12; Schmalkaldische Artikel III,3). Eine Einteilung der Sünden nach Materie, Erkenntnis und Zustimmung kennt es nicht; Vergebung gründet in Christus und seiner Verheißung.
Offizielle Quelle: Lutherisch

Reformiert / calvinistisch

Offizielle Lehrposition
Nach dem Westminster-Bekenntnis können die, die Gott in Christus angenommen, wirksam berufen und durch seinen Geist geheiligt hat, weder ganz noch endgültig aus dem Stand der Gnade fallen, sondern werden gewiss bis ans Ende darin beharren und ewig gerettet werden (XVII,1). Diese Beharrung hängt nicht am freien Willen, sondern an Gottes unwandelbarer Erwählung, am Verdienst und an der Fürbitte Christi und am bleibenden Wirken des Geistes (XVII,2).
Offizielle Quelle: Reformiert / calvinistisch

Baptistisch

Offizielle Lehrposition
Calvinistische Baptisten halten an der Beharrung der Heiligen fest; allgemeine Baptisten (Baptisten arminianischer Prägung) rechnen mit einem möglichen Heilsverlust; die Southern Baptist Convention formuliert im Bekenntnis Baptist Faith and Message (2000) die Beharrung wahrer Gläubiger, ohne eine calvinistische Prädestinationslehre festzulegen.
Offizielle Quelle: Baptistisch

Pfingstlich / charismatisch

Offizielle Lehrposition
Die Assemblies of God lehnen die bedingungslose Heilssicherheit ausdrücklich ab: Wer willentlich von Christus abfällt, kann das Heil verlieren. Die Sicherheit des Glaubenden ruht auf einer lebendigen Beziehung zu Christus, und das Zeugnis des Geistes schenkt Heilsgewissheit (Satzung, Artikel IX.B.1; Positionspapier „The Assurance of Salvation“, 2017). Für charismatische Gemeinden außerhalb der Assemblies of God gilt diese Festlegung nicht.
Offizielle Quelle: Pfingstlich / charismatisch

Methodistisch / wesleyanisch

Offizielle Lehrposition
Heilsverlust ist möglich; Heiligung bleibt Werk der Gnade. Die United Methodist Church lehrt in ihren Glaubensartikeln, dass Gerechtfertigte nach Empfang des Heiligen Geistes von der empfangenen Gnade abfallen und durch Gottes Gnade wieder aufstehen können; nicht jede nach der Rechtfertigung willentlich begangene Sünde ist die unvergebbare Sünde gegen den Heiligen Geist (Artikel XII).
Offizielle Quelle: Methodistisch / wesleyanisch

Anglikanisch

Offizielle Lehrposition
Die 39 Artikel der Kirche von England lehren, dass Getaufte nach Empfang des Heiligen Geistes von der empfangenen Gnade abfallen und durch Gottes Gnade wieder aufstehen können; nicht jede nach der Taufe willentlich begangene Todsünde ist die unvergebbare Sünde gegen den Heiligen Geist, und Bußfertigen wird die Vergebung nicht verweigert (Artikel XVI). Wegen des Artikels über die Erwählung (Artikel XVII) reicht die anglikanische Theologie dennoch von calvinistischen bis zu arminianischen Akzenten.
Offizielle Quelle: Anglikanisch
Lehrpositionen aus offiziellen Quellen sowie, wo gesondert belegt, heutige Praxis und innerkonfessionelle Unterschiede
TraditionOffizielle LehrpositionQuelle
KatholischDie Todsünde zerstört die Liebe und raubt die heiligmachende Gnade; die lässliche Sünde schwächt die Liebe, entzieht aber die heiligmachende Gnade nicht. Wer die Gnade durch eine Todsünde verloren hat, kann sie durch Umkehr und das Bußsakrament wiedererlangen.Offizielle Quelle: Katholisch
LutherischDas lutherische Bekenntnis verwirft die Lehre, wer einmal zum Glauben gekommen sei, könne nicht wieder in Sünde fallen; wer als Glaubender wissentlich gegen sein Gewissen sündigt, verliert Glauben und Heiligen Geist. Wer nach der Taufe gesündigt hat, erlangt jederzeit Vergebung, wenn er Buße tut, und die Absolution soll ihm nicht verweigert werden (Augsburger Bekenntnis, Artikel 12; Schmalkaldische Artikel III,3). Eine Einteilung der Sünden nach Materie, Erkenntnis und Zustimmung kennt es nicht; Vergebung gründet in Christus und seiner Verheißung.Offizielle Quelle: Lutherisch
Reformiert / calvinistischNach dem Westminster-Bekenntnis können die, die Gott in Christus angenommen, wirksam berufen und durch seinen Geist geheiligt hat, weder ganz noch endgültig aus dem Stand der Gnade fallen, sondern werden gewiss bis ans Ende darin beharren und ewig gerettet werden (XVII,1). Diese Beharrung hängt nicht am freien Willen, sondern an Gottes unwandelbarer Erwählung, am Verdienst und an der Fürbitte Christi und am bleibenden Wirken des Geistes (XVII,2).Offizielle Quelle: Reformiert / calvinistisch
BaptistischCalvinistische Baptisten halten an der Beharrung der Heiligen fest; allgemeine Baptisten (Baptisten arminianischer Prägung) rechnen mit einem möglichen Heilsverlust; die Southern Baptist Convention formuliert im Bekenntnis Baptist Faith and Message (2000) die Beharrung wahrer Gläubiger, ohne eine calvinistische Prädestinationslehre festzulegen.Offizielle Quelle: Baptistisch
Pfingstlich / charismatischDie Assemblies of God lehnen die bedingungslose Heilssicherheit ausdrücklich ab: Wer willentlich von Christus abfällt, kann das Heil verlieren. Die Sicherheit des Glaubenden ruht auf einer lebendigen Beziehung zu Christus, und das Zeugnis des Geistes schenkt Heilsgewissheit (Satzung, Artikel IX.B.1; Positionspapier „The Assurance of Salvation“, 2017). Für charismatische Gemeinden außerhalb der Assemblies of God gilt diese Festlegung nicht.Offizielle Quelle: Pfingstlich / charismatisch
Methodistisch / wesleyanischHeilsverlust ist möglich; Heiligung bleibt Werk der Gnade. Die United Methodist Church lehrt in ihren Glaubensartikeln, dass Gerechtfertigte nach Empfang des Heiligen Geistes von der empfangenen Gnade abfallen und durch Gottes Gnade wieder aufstehen können; nicht jede nach der Rechtfertigung willentlich begangene Sünde ist die unvergebbare Sünde gegen den Heiligen Geist (Artikel XII).Offizielle Quelle: Methodistisch / wesleyanisch
AnglikanischDie 39 Artikel der Kirche von England lehren, dass Getaufte nach Empfang des Heiligen Geistes von der empfangenen Gnade abfallen und durch Gottes Gnade wieder aufstehen können; nicht jede nach der Taufe willentlich begangene Todsünde ist die unvergebbare Sünde gegen den Heiligen Geist, und Bußfertigen wird die Vergebung nicht verweigert (Artikel XVI). Wegen des Artikels über die Erwählung (Artikel XVII) reicht die anglikanische Theologie dennoch von calvinistischen bis zu arminianischen Akzenten.Offizielle Quelle: Anglikanisch
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13 Bibelstellen · Todsünde

Was die Schrift selbst sagt

Alle Bibelstellen dieses Themas im Wortlaut, geordnet nach den Fragen, für die sie zeugen. Jede führt zu ihrer Erklärung.

Todsünde, lässliche Sünde und die reale Warnung vor dem Abfall

Joh 15,1–6Die Sünde zum Tod und die Sünde nicht zum Tod

Jesus beschreibt seine Jünger als Reben am Weinstock und warnt davor, dass eine unfruchtbare Rebe abgeschnitten und ins Feuer geworfen wird. Die Kirche erkennt darin die reale Möglichkeit, die empfangene Gemeinschaft mit Christus zu verlieren.

Bibeltext

Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer und sie verbrennen.

Auszug aus Joh 15,1–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Röm 11,20–22Die Sünde zum Tod und die Sünde nicht zum Tod

Paulus warnt die Glaubenden aus den Völkern, die wie Zweige in den edlen Ölbaum eingepfropft sind: Sie stehen durch den Glauben und bleiben in Gottes Güte nur, sofern sie in ihr bleiben; sonst werden auch sie herausgehauen. Die Kirche nimmt darin die Möglichkeit eines wirklichen Abfalls ernst und erhofft deshalb die Gnade der Beharrlichkeit bis zum Ende als Gottes Geschenk (KKK 2016).

Bibeltext

Gewiss, wegen des Unglaubens wurden sie herausgebrochen. Du aber stehst durch den Glauben. Sei daher nicht überheblich, sondern fürchte dich!

Auszug aus Röm 11,20–22 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Hebr 6,4–6Die Sünde zum Tod und die Sünde nicht zum Tod

Der Hebräerbrief erklärt, es sei unmöglich, Menschen, die erleuchtet worden sind, Anteil am Heiligen Geist empfangen haben und dann abgefallen sind, erneut zur Umkehr zu bringen, da sie den Sohn Gottes noch einmal für sich ans Kreuz schlagen. Die Kirche nimmt diese Warnung als Zeugnis dafür ernst, dass Getaufte die empfangene Gnade durch schwere Sünde verlieren können; zugleich lehrt sie, dass Christus gerade für sie das Sakrament der Buße eingesetzt hat, damit sie sich bekehren und die Gnade der Rechtfertigung wiedererlangen (KKK 1446).

Bibeltext

Denn es ist unmöglich, jene, die einmal erleuchtet worden sind, die von der himmlischen Gabe genossen und Anteil am Heiligen Geist empfangen haben, die das gute Wort Gottes und die Kräfte der kommenden Weltzeit gekostet haben, dann aber abgefallen sind, erneut zur Umkehr zu bringen; da sie den Sohn Gottes noch einmal für sich ans Kreuz schlagen und zum Gespött machen.

Auszug aus Hebr 6,4–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016
2 Petr 2,20–22Die Sünde zum Tod und die Sünde nicht zum Tod

Der Zweite Petrusbrief warnt, dass es schlimmer steht, wenn Menschen nach empfangener Erkenntnis wieder in die Befleckungen der Welt verstrickt werden. Die Kirche sieht darin eine ernste Warnung vor wirklichem Abfall und schwerer Sünde.

Bibeltext

Denn wenn sie den Schandtaten der Welt durch die Erkenntnis des Herrn und Retters Jesus Christus entkommen sind, in diese sich aber wieder verstricken und ihnen unterliegen, dann steht es mit ihnen am Ende schlimmer als vorher.

Auszug aus 2 Petr 2,20 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Hebr 10,26–31Die Sünde zum Tod und die Sünde nicht zum Tod

Der Hebräerbrief warnt: Wer vorsätzlich sündigt, nachdem er die Erkenntnis der Wahrheit empfangen hat, für dessen Sünden gibt es kein Opfer mehr, sondern nur die schreckliche Erwartung des Gerichts; wer den Sohn Gottes mit Füßen tritt und das Blut des Bundes verachtet, verdient eine noch härtere Strafe als der, der das Gesetz des Mose verwirft. Die Kirche sieht darin, wohin eine bewusste Abkehr führen kann: Wer sich absichtlich weigert, durch Reue das Erbarmen Gottes anzunehmen, weist die Vergebung und das angebotene Heil zurück (KKK 1864).

Bibeltext

Wenn wir vorsätzlich sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, gibt es für diese Sünden kein Opfer mehr.

Auszug aus Hebr 10,26–31 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Kor 10,12Die Sünde zum Tod und die Sünde nicht zum Tod

Paulus erinnert an Israel, das in der Wüste trotz der Gaben Gottes zu Fall kam, und folgert: „Wer also zu stehen meint, der gebe Acht, dass er nicht fällt.“ Gleich darauf verheißt er, dass Gott treu ist und mit der Versuchung einen Ausweg schafft (1 Kor 10,13); die Kirche verbindet beides: Ein wirklicher Fall ist möglich, doch Gott gibt die Kraft, der Versuchung zu widerstehen (KKK 2848).

Bibeltext

Wer also zu stehen meint, der gebe Acht, dass er nicht fällt.

Auszug aus 1 Kor 10,12 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Kor 11,27–30Die Sünde zum Tod und die Sünde nicht zum Tod

Paulus warnt, dass ein unwürdiger Empfang von Brot und Kelch Schuld am Leib und Blut des Herrn bedeutet, und fordert zur Prüfung auf. Die Stelle zeigt, dass der eucharistische Empfang eine ernste geistliche Haltung voraussetzt.

Bibeltext

Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn.

Auszug aus 1 Kor 11,27–30 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Joh 5,16–17Schwere Materie, volle Erkenntnis und bedachte Zustimmung

Der Erste Johannesbrief unterscheidet zwischen Sünde zum Tod und Sünde, die nicht zum Tod führt, und ruft zum Gebet für den Bruder auf. Die Kirche sieht darin bereits die biblische Grundlage für die Unterscheidung zwischen Todsünde und lässlicher Sünde.

Bibeltext

Vers 16: Wenn einer seinen Bruder eine Sünde begehen sieht, die nicht zum Tod führt, soll er für ihn bitten und er wird ihm so Leben schenken, allen, deren Sünde nicht zum Tod führt. Denn es gibt Sünde, die zum Tod führt. Von ihr spreche ich nicht, wenn ich sage, dass er bitten soll.

Vers 17: Jedes Unrecht ist Sünde; aber es gibt Sünde, die nicht zum Tod führt.

Auszug aus 1 Joh 5,16–17 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Gal 5,19–21Schwere Materie, volle Erkenntnis und bedachte Zustimmung

Paulus nennt Werke des Fleisches, die den Menschen vom Erbe des Reiches Gottes ausschließen. Die Kirche unterscheidet dabei zwischen schwerer Materie und persönlicher Schuld, die erst bei voller Erkenntnis und bedachter Zustimmung als Todsünde vorliegt.

Bibeltext

Wer so etwas tut, wird das Reich Gottes nicht erben.

Auszug aus Gal 5,21 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Mt 12,31–32Schwere Materie, volle Erkenntnis und bedachte Zustimmung

Jesus warnt vor der Lästerung gegen den Heiligen Geist, die weder in dieser noch in der zukünftigen Welt vergeben wird. Die Kirche versteht sie als bewusste Weigerung, Gottes Erbarmen in Reue anzunehmen.

Bibeltext

Vers 32: Auch wer ein Wort gegen den Menschensohn sagt, dem wird vergeben werden; wer aber etwas gegen den Heiligen Geist sagt, dem wird nicht vergeben, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt.

Auszug aus Mt 12,32 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Joh 20,21–23Gnadenverlust, Reue und Wiederherstellung

Der Auferstandene sendet die Apostel, haucht ihnen den Heiligen Geist ein und überträgt ihnen die Vollmacht, Sünden zu vergeben oder zu behalten. Die Kirche erkennt darin die biblische Grundlage des Bußsakraments.

Bibeltext

Vers 21: Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

Vers 22: Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!

Vers 23: Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.

Auszug aus Joh 20,21–23 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Joh 1,8–9Gnadenverlust, Reue und Wiederherstellung

Der Erste Johannesbrief verbindet das Bekenntnis der Sünden mit Gottes Vergebung und Reinigung. Die Kirche lehrt, dass Christus durch das Bußsakrament die Versöhnung mit Gott und der Kirche schenkt.

Bibeltext

Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht.

Auszug aus 1 Joh 1,8–9 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Kor 6,9–11Gnadenverlust, Reue und Wiederherstellung

Paulus nennt schwere Sünden, deren Täter das Reich Gottes nicht erben, und richtet diese Warnung an eine Gemeinde, deren Glieder reingewaschen, geheiligt und gerecht geworden sind. Die Kirche erkennt darin, dass die Warnung vor dem Ausschluss vom Reich Gottes auch Getauften gilt.

Bibeltext

Vers 9a: Wisst ihr denn nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Täuscht euch nicht!

Auslassung im Bibeltext.

Vers 11: Und solche gab es unter euch. Aber ihr seid reingewaschen, seid geheiligt, seid gerecht geworden im Namen Jesu Christi, des Herrn, und im Geist unseres Gottes.

Auszug aus 1 Kor 6,9a.11 · EÜ 2016 · © KBA 2016
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Jede Frage zu Todsünde einzeln geprüft

Jeder Schritt prüft eine Bibelstelle genau: was sie sagt, was sie zum Argument beiträgt und welcher Einwand sich an ihr festmacht.

Die Begriffe dieses Themas kurz erklärt

Betrachten und beten

Die Unterscheidung zwischen Todsünde und lässlicher Sünde macht die moralische Wirklichkeit genauer. Sie nimmt schwere Abkehr von Gott ernst, ohne jede Schuld unterschiedslos als Todsünde zu behandeln. Das Ziel dieser Unterscheidung ist die Rückkehr zur Gemeinschaft mit Gott. Christus gibt seiner Kirche die Vollmacht zur Vergebung. Wo ein Mensch seine Sünde bekennt und umkehrt, bleibt die Tür der Versöhnung offen.

Herr Jesus Christus, bewahre mich vor der Sünde und stärke meinen Willen zum Guten. Schenke mir Klarheit über die Schwere meines Handelns, ehrliche Reue und Vertrauen in deine Barmherzigkeit. Führe mich zur Versöhnung mit dir und deiner Kirche und lass mich in deiner Gnade treu bleiben. Amen.