Fürsprache der Gerechten nach dem Tod
In 2 Makk 15 erscheinen der verstorbene Onias und Jeremia als Gerechte; Jeremia wird als einer beschrieben, der für Volk und heilige Stadt betet.
Kernaussage
In 2 Makk 15 erscheinen der verstorbene Onias und Jeremia als Gerechte; Jeremia wird als einer beschrieben, der für Volk und heilige Stadt betet.
Schlüsselfrage
Wie kann die Fürbitte der Heiligen mit der Aussage vereinbar sein, dass Christus der eine Mittler ist?
Katholische Auslegung
Christus ist der einzige Erlöser und Mittler aus eigener Vollmacht. Die Fürbitte der Christen auf Erden und der Heiligen im Himmel erhält ihre Wirksamkeit von ihm. Die Heiligen ersetzen Christus nicht; sie leben in Gott und bitten in seiner Gegenwart.
Im Zusammenhang
Aussage und Kontext
Judas Makkabäus sieht in einer Vision die beiden verstorbenen Gerechten. Jeremia übergibt Judas ein Schwert als Gabe Gottes.
Für den katholischen Kanon ist dies eine besonders unmittelbare biblische Grundlage für die Fürsprache der Heiligen. Ein verstorbener Gerechter wird als Fürbitter für die Lebenden dargestellt.
2 Makk 15,12–16
Onias und Jeremia erscheinen als Verstorbene, die für das Volk beten.
Bibeltext in der EÜ 2016 öffnenEinwand und Antwort
Den Einwand prüfen
2 Makkabäer gehört nicht zur Bibel.
Katholische Antwort
Diese Einwendung betrifft zuerst die Frage, welche Bücher zum inspirierten Kanon gehören. Die katholische Kirche zählt 2 Makkabäer zum Alten Testament. Die Kanonfrage kann nicht einfach durch eine Bibelstelle gelöst werden, die selbst nur dann als Beleg gilt, wenn ihr Status bereits anerkannt ist.
Was die Kirche nicht meint
Die Stelle gehört zum katholischen, nicht zum protestantischen Bibelkanon. Der Einwand gegen sie wird deshalb im Thema Bibelkanon behandelt. Die Stelle legt nicht jede Form persönlicher Heiligengebete fest.
Biblischer Zusammenhang
Die ganze Argumentation
Christus ist der eine Mittler
Paulus fordert Fürbitten und nennt Christus den einen Mittler zwischen Gott und den Menschen.
Gebete vor Gottes Thron
Die Offenbarung beschreibt himmlische Gestalten, die Gebete der Heiligen vor Gott bringen.
Für Gott leben die Verstorbenen
Die Bibel beschreibt die Glaubenden als von einer Wolke von Zeugen umgeben und sagt, dass für Gott alle leben.
Fürsprache der Gerechten nach dem Tod
In 2 Makk 15 erscheinen der verstorbene Onias und Jeremia als Gerechte; Jeremia wird als einer beschrieben, der für Volk und heilige Stadt betet.
Raphael und die Gebete der Menschen
Tob 12,12 beschreibt Raphael als einen Engel, der das Gebet vor die Herrlichkeit Gottes bringt.
Quellen und HinweiseKKK 74–1419, 1472–1553 · EÜ 2016 · KKK 946–962, 2634–2636
Schrift
- Einheitsübersetzung 2016EÜ 2016
Verlinkte Schriftgrundlage; geschützte Langzitate werden nicht übernommen.
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 74–1419, 1472–1553
Offizieller Gesamttext; die verwendeten Themenbereiche sind mit konkreten Absatzangaben verknüpft.
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 946–962, 2634–2636
Gemeinschaft der Heiligen und Fürbitte.
Konzilien und Lehramt
- Lumen gentiumLG 10, 18–29, 49–69
Lehramtliche Grundlage zu Kirche, Amt, Heiligen und Maria.
- Lumen gentiumLG 49–51
Gemeinschaft der pilgernden und vollendeten Kirche.