SCRIPTURA PLENA

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Bibelstelle · EÜ 2016

Tob 12,12

Der Engel Raphael erklärt, dass er die Gebete von Tobit und Sara vor Gottes Herrlichkeit getragen hat. Die Kirche sieht darin ein Zeugnis für die Fürsprache der Engel und Heiligen, deren Wirken von Christus herkommt.

Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Auszug

Auszug aus Tob 12,12

Bibeltext

Als ihr gebetet habt, du und Sara, war ich es, der euer Gebet vor die Herrlichkeit des Herrn getragen hat.

Auszug aus Tob 12,12 · EÜ 2016 · © KBA 2016

In den Themen

Warum diese Stelle hier wichtig ist

Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.

  1. Ergänzender BelegSchritt 5 von 5

    Raphael und die Gebete der Menschen

    Baustein für die himmlische Darbringung von Gebeten durch ein geschaffenes himmlisches Wesen; nächste Prämisse: Offb 5,8.

  2. Ergänzender BelegSchritt 5 von 6

    Die Geschichte des Kanons führt zurück zu Christus und seiner Kirche

    Baustein für die im deuterokanonischen Schriftenbestand bezeugte himmlische Darbringung; nächste Prämisse: 2 Makk 12,43–45.

Verwandte Bibelstellen

Kirchliche Zeugen

Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte

Die Zeugnisse von Kirchenvätern, Kirchenlehrern, Konzilien und dem Lehramt zeigen, wie die Kirche diese Stelle verstanden hat.

  • Kirchenvatererste Hälfte des 3. Jahrhunderts

    Origenes

    Origenes zählt zu denen, die mit den recht Betenden beten, nicht nur Christus als den Hohepriester und die Engel, sondern auch die Seelen der entschlafenen Frommen; als Schriftgründe nennt er den Engel Raphael im Buch Tobit und den Propheten Jeremia im zweiten Makkabäerbuch.

    Mit den recht Betenden aber betet nicht nur der Hohepriester, sondern beten auch die Engel „im Himmel, die sich über einen reuigen Sünder mehr freuen, als über neunundneunzig Gerechte, die keine Buße nötig haben“, und dazu die Seelen der entschlafenen Frommen.

    Origenes: Vom Gebet · Vom Gebet XI,1 · Primärtext
    Einordnung der Quelle

    Der Text zeigt: Im Gebet der Gemeinde beten nach Origenes Christus als Hohepriester, die Engel und die Seelen der entschlafenen Frommen mit; er begründet es mit Tobit 12 und 2 Makkabäer 15.

    Die Grenze: Origenes bezeugt das Mitbeten der entschlafenen Frommen mit der Gemeinde, die zu Gott betet; die Gemeinde richtet ihre Bitte in dieser Stelle an Gott, nicht an einen Heiligen.

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Origenes fragt in seiner Schrift über das Gebet, wer mit denen betet, die recht beten. Er antwortet mit Lk 15,7, mit dem Engel Raphael, der das Gebet Tobits und Saras vor Gott bringt, und mit dem Propheten Jeremia, von dem das zweite Makkabäerbuch sagt, dass er viel für das Volk betet.

    Historischer Text

    Mit den recht Betenden aber betet nicht nur der Hohepriester, sondern beten auch die Engel „im Himmel, die sich über einen reuigen Sünder mehr freuen, als über neunundneunzig Gerechte, die keine Buße nötig haben“, und dazu die Seelen der entschlafenen Frommen. Dies erhellt daraus, dass Raphael ein Gebetsopfer von Tobit und Sara vor Gott bringt. […] für Jeremia (aber) legte ein anderer entschlafener Frommer Zeugnis ab mit den Worten: „Dies ist der Mann, der viel betet für das Volk und die heilige Stadt, Jeremia, der Prophet Gottes.“

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Origenes verbindet das Gebet der Kirche auf Erden mit dem Gebet der Engel und der vollendeten Gerechten und stützt dies auf Tobit 12 und 2 Makkabäer 15, dieselben Stellen, die die Themenübersicht anführt.

    Quelle
    Origenes: Vom Gebet · Vom Gebet XI,1
    Textfassung und Rechte
    Übersetzung von Paul Koetschau in der Bibliothek der Kirchenväter (1. Reihe, Band 48, 1926), Vom Gebet XI,1; Fußnotenzeichen entfernt, die Auslassung ist sichtbar markiert. Die Übersetzung von 1926 und der griechische Text sind gemeinfrei; der Link führt zu dieser Übersetzung in der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Origenes
Quellen und HinweiseKKK 946–962, 2634–2636 · KKK 101–141

Katechismus

Konzilien und Lehramt

  • Lumen gentiumLG 49–51Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Gemeinschaft der pilgernden und vollendeten Kirche.

  • Dei VerbumDV 7–10, 21Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Schrift in apostolischer Überlieferung und Kirche.

Fachdokumente und Studien

  • Das jüdische Volk und seine Heilige Schrift in der christlichen BibelNr. 16–18Sekundäranalyse · Offizielle kirchliche Quelle

    Offizielle historische Studie zur Entwicklung jüdischer und christlicher Schriftensammlungen.

  • Luther Bible 1534Apocrypha sectionSekundäranalyse · Wissenschaftliche Sekundärquelle

    Die vollständige Lutherbibel von 1534 druckt die deuterokanonischen Bücher gesondert als Apokryphen und verweigert ihnen denselben kanonischen Rang.

Historische Primärquellen

  • Konzil von Florenz, Cantate DominoDekret für die Jakobiten, 4. Februar 1442 (DH 1334–1336)Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Vor der Reformation bezeugte kirchliche Bestätigung des empfangenen Kanons.

  • Konzil von Trient, Sitzung IV4. Sitzung, 8. April 1546: Dekret über die kanonischen Schriften (DH 1501–1504)Transkription bei Hanover Historical Texts Collection

    Dogmatische Definition des empfangenen katholischen Kanons in der Reformationskontroverse.