Bilder und Reliquien: Verehrung ohne Vergöttlichung
Die Bibel verbietet Götzendienst und die Anbetung geschaffener Dinge. Sie verbietet jedoch nicht jede religiöse Darstellung und bezeugt von Gott angeordnete materielle Zeichen sowie Gottes Wirken durch Gegenstände, die mit seinen Dienern verbunden sind.
Kernaussage
Die Bibel verbietet Götzendienst und die Anbetung geschaffener Dinge. Sie verbietet jedoch nicht jede religiöse Darstellung und bezeugt von Gott angeordnete materielle Zeichen sowie Gottes Wirken durch Gegenstände, die mit seinen Dienern verbunden sind.
Schlüsselfrage
Wie können Bilder und Reliquien katholisch verwendet werden, wenn die Bibel vor Götzen warnt?
Katholische Lesart
Bilder weisen auf Christus, Maria und die Heiligen hin; Reliquien erinnern an Gottes Wirken in konkreten Menschen. Die Anbetung gilt allein Gott. Materielle Dinge besitzen keine magische Eigenkraft. Gott kann sich ihrer als Zeichen und Instrumente bedienen.
Verstehen
Die Argumentation
Die Schritte bauen aufeinander auf: Jede Bibelstelle beantwortet eine Frage und bereitet die nächste vor.
Bilder und Götzen
Was Ex 20 verbietet
Ex 20 verbietet die Herstellung und Verehrung von Götzen im Zusammenhang mit der Anbetung geschaffener Dinge.
Gott befiehlt die Cherubim
Gott gebietet, Cherubim aus Gold für die Bundeslade anzufertigen.
Ein materielles Zeichen zur Heilung
Gott gibt Mose den Auftrag, eine bronzene Schlange aufzurichten; wer sie ansieht, bleibt am Leben.
Reliquien
Gott wirkt durch die Gebeine Elischas
Ein Toter wird lebendig, als er mit den Gebeinen Elischas in Berührung kommt.
Tücher und Schürzen des Paulus
Gott wirkt durch Tücher und Schürzen, die Paulus berührt haben; Kranke werden geheilt und böse Geister weichen.
Einwand und Antwort
Der stärkste Einwand
Die Bibel verbietet Bilder ausdrücklich. Damit ist jede religiöse Darstellung ausgeschlossen.
Katholische Antwort
Ex 20 verbietet Götzenbilder und ihre Anbetung. Dass Gott an anderer Stelle selbst religiöse Darstellungen anordnet, zeigt: Nicht jedes Bild fällt unter dieses Verbot.
Begriffe klären
Was die Kirche nicht meint
- Ein Bild ist kein Gott.
- Eine Reliquie ist kein magischer Gegenstand.
- Die katholische Kirche lehrt nicht, dass Holz, Metall, Knochen oder Stoff aus eigener Macht Wunder bewirken.
Christliche Traditionen
Lesarten im Vergleich
Die Lehrpositionen stammen aus offiziellen Quellen. Angaben zu heutiger Praxis und innerkonfessionellen Unterschieden stehen nur dort, wo eigene Quellen sie belegen.
Katholisch
- Offizielle Lehrposition
- Der einem heiligen Bild erwiesene Ehrenbeweis bezieht sich auf die dargestellte Person; Anbetung gebührt Gott allein. Reliquien werden geehrt, ihre Wirkung kommt ausschließlich von Gott.
Lutherisch
- Offizielle Lehrposition
- Das Augsburgische Bekenntnis XXI lehrt, dass die Schrift weder die Anrufung der Heiligen noch die Bitte um ihre Hilfe lehrt, und stellt Christus als den einen Mittler und Fürsprecher vor die Kirche. Zugleich bejaht es das Gedenken der Heiligen als Beispiele des Glaubens.
Reformiert / calvinistisch
- Offizielle Lehrposition
- Die Fragen 94–98 des Heidelberger Katechismus behandeln Anbetung, Vertrauen, Götzendienst und Bilder. Sie bilden keine vollständige reformierte Marien- oder Reliquientheologie.
Methodistisch / wesleyanisch
- Offizielle Lehrposition
- Artikel XIV der United Methodist Church verwirft die Anrufung der Heiligen sowie die dort beschriebene Verehrung oder Anbetung von Bildern und Reliquien. Offizielles methodistisches Material erinnert dennoch an Heilige als Zeugen und Beispiele des Glaubens.
Anglikanisch
- Offizielle Lehrposition
- Artikel XXII verwirft die dort beschriebene Anrufung der Heiligen sowie die Verehrung oder Anbetung von Bildern und Reliquien. Gegenwärtiges anglikanisches liturgisches Gedenken und die Praxis variieren, ohne diese Bekenntnisaussage aufzuheben.
| Tradition | Offizielle Lehrposition | Quelle |
|---|---|---|
| Katholisch | Der einem heiligen Bild erwiesene Ehrenbeweis bezieht sich auf die dargestellte Person; Anbetung gebührt Gott allein. Reliquien werden geehrt, ihre Wirkung kommt ausschließlich von Gott. | Offizielle Quelle ↗ |
| Lutherisch | Das Augsburgische Bekenntnis XXI lehrt, dass die Schrift weder die Anrufung der Heiligen noch die Bitte um ihre Hilfe lehrt, und stellt Christus als den einen Mittler und Fürsprecher vor die Kirche. Zugleich bejaht es das Gedenken der Heiligen als Beispiele des Glaubens. | Offizielle Quelle ↗ |
| Reformiert / calvinistisch | Die Fragen 94–98 des Heidelberger Katechismus behandeln Anbetung, Vertrauen, Götzendienst und Bilder. Sie bilden keine vollständige reformierte Marien- oder Reliquientheologie. | Offizielle Quelle ↗ |
| Methodistisch / wesleyanisch | Artikel XIV der United Methodist Church verwirft die Anrufung der Heiligen sowie die dort beschriebene Verehrung oder Anbetung von Bildern und Reliquien. Offizielles methodistisches Material erinnert dennoch an Heilige als Zeugen und Beispiele des Glaubens. | Offizielle Quelle ↗ |
| Anglikanisch | Artikel XXII verwirft die dort beschriebene Anrufung der Heiligen sowie die Verehrung oder Anbetung von Bildern und Reliquien. Gegenwärtiges anglikanisches liturgisches Gedenken und die Praxis variieren, ohne diese Bekenntnisaussage aufzuheben. | Offizielle Quelle ↗ |
Weiterdenken
Woran lässt sich erkennen, ob ein religiöses Zeichen auf Gott verweist oder an Gottes Stelle tritt?
Herr, bewahre dein Volk vor jedem Götzendienst. Lass jedes Bild und jedes Zeichen auf Christus hinweisen, der allein Anbetung verdient.
Vertiefen
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Quellen und HinweiseKKK 1159–1162, 2129–2132
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