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Bilder und Reliquien

Was Gott durch Bilder und Berührungen wirkt

Die Bibel warnt eindringlich vor Götzen. Wie können Bilder und Reliquien dennoch in der katholischen Kirche verwendet werden? Die Kirche verehrt Bilder und Reliquien und beruft sich dabei auf dieselbe Schrift, die das Bilderverbot enthält. Der Weg beginnt bei diesem Verbot und bei dem, was Gott daneben gebietet. Danach zeigt sich, wie Gott durch Berührung und durch materielle Zeichen wirkt: an den Gebeinen des Propheten Elischa und an den Tüchern des Apostels Paulus.

Den Fragen nachgehen

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Eine leuchtende Andachtstafel steht zwischen Kerubim, einer bronzenen Schlange, gefaltetem Tuch und einem knöchernen Reliquienfragment.
BilderKI-generierte Illustration
Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Die Streitfrage Glaube und Überlieferung

Verstoßen Bilder und Reliquien gegen das Bilderverbot?

Die Kirche unterscheidet die Anbetung, die Gott allein gebührt, von der Verehrung, die im Bild und in der Reliquie der dargestellten Person gilt. Das Zweite Konzil von Nizäa hat diese Lehre 787 feierlich entschieden.

Der Streit entzündet sich am Bilderverbot des Dekalogs: Israel soll sich kein Kultbild machen und sich nicht vor den Bildern niederwerfen (Ex 20,4–5). Wer Bilder verehrt und Reliquien ehrt, tue genau das, was hier verboten sei, so lautet der Einwand. Ausgetragen wurde die Frage im Byzantinischen Reich im Bilderstreit der Jahre 730–780 und 814–843 und erneut im Bildersturm der Reformationszeit.

Die Kirche antwortet mit der Unterscheidung von Anbetung und Verehrung: „Die christliche Bilderverehrung widerspricht nicht dem ersten Gebot, das Götzenbilder verbietet.“ Die Ehre, die einem Bild erwiesen wird, gilt der dargestellten Person; sie ist „ehrfürchtige Verehrung“, keine Anbetung, die allein Gott zusteht (KKK 2132). Den Grund nennt das Kompendium: Im Alten Testament untersagte das Gebot, den absolut transzendenten Gott darzustellen; ausgehend von der Menschwerdung des Sohnes Gottes, in dem der transzendente Gott sichtbar wird, ist die christliche Verehrung der heiligen Bilder gerechtfertigt (Kompendium 446). Dieselbe Unterscheidung von Anbetung und Verehrung gilt für die Reliquien.

Feierlich entschieden hat diese Lehre das Zweite Konzil von Nizäa im Jahr 787. Es verteidigte die Verehrung der Ikonen „unter Berufung auf das Mysterium des fleischgewordenen Wortes“ (KKK 2131); Johannes Paul II. nennt es das siebte und letzte Konzil, das die katholische und die orthodoxe Kirche in vollem Umfang anerkennen (Duodecimum saeculum 1). Das Konzil von Trient bekräftigte die Bilderverehrung 1563 gegen den Bildersturm (DS 1821–1825), und das Zweite Vatikanische Konzil mahnt, was über die Verehrung der Bilder Christi, der seligen Jungfrau und der Heiligen festgesetzt wurde, „ehrfürchtig zu bewahren“ (LG 67).

Quellen zu dieser Frage 5

Unterthema 1 von 2 · Bilder und Götzen

Christliche Bilder führen zu dem Gott, der sich in Christus gezeigt hat

Bilder und Götzen Bibel und Textverständnis

Bilder und Götzen

Das Bilderverbot schützt die Anbetung des unsichtbaren Gottes. Derselbe Gott gebietet Bilder aus Gold und gibt ein Zeichen, das heilt.

Du sollst dir kein Kultbild machen und keine Gestalt von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.

Auszug aus Ex 20,1–17 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Welche Folgerung der Text begrenzt

Das Gebot verbietet Götzenbilder und ihre Anbetung.

Ex 20,1–17: Zusammenhang und Übersetzung

Ein Götze ist ein Bild, das selbst als göttlich angebetet wird. Das Verbot trifft Herstellung und Anbetung solcher Bilder: Kein geschaffenes Ding darf die Anbetung erhalten, die Gott allein gehört. Zugleich untersagt es Israel, den wahren Gott selbst im Bild darzustellen, denn am Horeb hat das Volk keine Gestalt gesehen (Dtn 4,15–16).

Mach zwei Kerubim aus getriebenem Gold und arbeite sie aus den beiden Enden der Sühneplatte heraus!

Auszug aus Ex 25,18–22 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Gott selbst befiehlt goldene Kerubim für die Bundeslade.

Ex 25,18–22: Zusammenhang und Übersetzung

Der HERR sprach zu Mose: Mach dir eine Feuerschlange und häng sie an einer Stange auf! Jeder, der gebissen wird, wird am Leben bleiben, wenn er sie ansieht.

Auszug aus Num 21,8–9 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Gott lässt ein materielles Zeichen aufrichten; wer im Vertrauen auf seine Zusage zu ihm aufblickt, bleibt am Leben.

Num 21,8–9: Zusammenhang und Übersetzung

Gott ordnet Bilder selbst an: die Kerubim, die goldenen Gestalten für die Bundeslade (den heiligen Kasten des Bundes), und er gibt ein materielles Zeichen zur Heilung, die bronzene Schlange (EÜ: Kupferschlange), die Mose aufrichtet, damit jeder, der sie ansieht, am Leben bleibt. Gott selbst lässt Bilder und Zeichen anfertigen und stellt sie in den Dienst seiner Gegenwart. Das Bilderverbot und diese Anordnungen gehören zusammen: Die Anbetung geschaffener Dinge wird ausgeschlossen, während Gott sichtbare Zeichen in seinen Dienst nimmt.

Die bronzene Schlange zeigt, wie ein von Gott gegebenes Zeichen missbraucht werden kann: König Hiskija zerschlug sie, weil die Israeliten ihr Räucheropfer darbrachten (2 Kön 18,4) und ihr damit die Anbetung erwiesen, die Gott allein gebührt. Das Zeichen bleibt auf den angewiesen, der es gegeben hat; wird es selbst wie eine Gottheit behandelt, hat es seine Aufgabe nicht mehr. Weil Gott in Christus sichtbar geworden ist, kann die Kirche Christus, die Gottesmutter und die Heiligen im Bild darstellen (KKK 2131). Die Verehrung gilt dabei der dargestellten Person, die Anbetung Gott allein.

Gott selbst hat seinem Volk sichtbare Zeichen gegeben, damit es ihn sucht und findet. Sie führen den Blick zu ihm, und die Anbetung bleibt ungeteilt bei ihm. Diese Ordnung steht unter dem ersten Gebot und dient ihm: Wer vor einem christlichen Bild steht, bleibt nicht beim Bild stehen, sondern wird zu dem Gott geführt, der sich in Christus gezeigt hat.

Weiterführende Erklärungen

Was Exodus 20 verbietetGrenze einer Gegenfolgerung

Exodus 20 verbietet die Anbetung geschaffener Dinge. Gott selbst zeigt, dass damit nicht jedes Bild gemeint ist: Er ordnet die goldenen Kerubim über der Bundeslade an.

Gott ordnet Kerubim aus Gold für die Bundeslade anDirekter positiver Beleg

Gott stiftet die Kerubim als sichtbare Zeichen seiner Gegenwart. Er gibt noch ein weiteres Zeichen zur Heilung: die bronzene Schlange, die Mose aufrichtet, damit jeder, der sie ansieht, am Leben bleibt.

Ein materielles Zeichen zur HeilungDirekter positiver Beleg

Unterthema 2 von 2 · Reliquien

In den Reliquien ehrt die Kirche Menschen, in denen Christus gewirkt hat

Gebeine und Tücher Glaube und Überlieferung

Wie Gott durch Gebeine, Tücher und andere Reliquien wirkt

Die Schrift bezeugt, dass Gott durch die Gebeine eines Propheten, durch Tücher eines Apostels und sogar im Umkreis des Schattens des Petrus wirkt; an dieses Zeugnis knüpft die Verehrung der Reliquien an.

Als Reliquien gelten die sterblichen Überreste eines Heiligen oder Gegenstände, die mit seinem Leib in Berührung gekommen sind. Die Kirche bewahrt sie und ehrt in ihnen den Menschen, durch den Gott gewirkt hat. Wer wissen will, warum die Kirche Reliquien ehrt, stößt zuerst auf Gottes Handeln an geschaffenen Dingen und auf die Verbindung dieser Dinge mit seinen Dienern.

Nach dem Tod des Propheten Elischa wird ein Verstorbener in das Grab des Propheten geworfen. Sobald der Tote die Gebeine Elischas berührt, wird er wieder lebendig und richtet sich auf (2 Kön 13,20–21). Die Erzählung zeigt, dass Gott durch die Gebeine eines verstorbenen Propheten wirken kann. Daran knüpfen die Christen an, die seit dem 2. Jahrhundert die Gebeine ihrer Märtyrer bewahren und ehren (Martyrium des Polykarp 18).

Sobald aber der Tote die Gebeine Elischas berührte, wurde er wieder lebendig und richtete sich auf.

Auszug aus 2 Kön 13,20–21 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Berührung mit Elischas Gebeinen belebt einen Toten.

2 Kön 13,20–21: Zusammenhang und Übersetzung

Schon von Jesus selbst geht Heilung aus, als eine kranke Frau den Saum seines Gewandes berührt; er sagt: „Es hat mich jemand berührt; denn ich fühlte, wie eine Kraft von mir ausströmte“, und zu ihr: „Tochter, dein Glaube hat dich gerettet“ (Lk 8,44–48). Quelle der Heilung ist Christus, Zugang der Glaube; im Dienst der Apostel setzt sich dieses Wirken in Zeichen fort, die mit dem Leib eines Apostels verbunden sind. Kranke werden auf Betten und Liegen auf die Straßen getragen, damit der Schatten des vorübergehenden Petrus auf sie falle; die Apostelgeschichte berichtet von der Heilung der Kranken (Apg 5,15–16). Damit zeigt die Schrift, dass Gott im Dienst der Apostel materielle Zeichen gebrauchen kann. Diese Verbindung mit dem Leib eines Apostels begegnet im Bericht über die Schweißbinden und Tücher des Paulus ausdrücklich.

Katechismus der Katholischen Kirche

KKK 2132

Heilige Bilder und Bilderverbot.

Die christliche Bilderverehrung widerspricht nicht dem ersten Gebot, das Götzenbilder verbietet.

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Selbst die Kranken trug man auf die Straßen hinaus und legte sie auf Betten und Liegen, damit, wenn Petrus vorüberkam, wenigstens sein Schatten auf einen von ihnen fiel.

Auszug aus Apg 5,15 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Kranken erwarten Heilung schon vom Schatten des vorübergehenden Petrus; Lukas berichtet, dass alle geheilt wurden.

Apg 5,15–16: Zusammenhang und Übersetzung

Gott wirkte durch Paulus ungewöhnliche Machttaten. Schweißbinden und Tücher, die er auf der Haut getragen hatte, wurden den Kranken aufgelegt; Krankheiten wichen, und böse Geister fuhren aus (Apg 19,11–12). Diese Stelle zeigt die materielle Vermittlung im apostolischen Dienst erneut und verbindet die Zeichen mit dem, was den Leib des Apostels berührt hatte. Zusammen mit den Gebeinen Elischas und dem Schatten des Petrus zeigt sie, dass Gott geschaffene Dinge in den Dienst seines Handelns nehmen kann. Die Berichte bilden damit die biblische Grundlage dafür, dass Gott materielle Dinge als Werkzeuge gebraucht. Die kirchliche Lehre ordnet die Verehrung der Reliquien und bewahrt sie vor Missbrauch.

Vers 11: Auch ungewöhnliche Machttaten tat Gott durch die Hand des Paulus.

Vers 12: Sogar seine Schweißbinden und Tücher, die er auf der Haut getragen hatte, nahm man weg und legte sie den Kranken auf; da wichen die Krankheiten und die bösen Geister fuhren aus.

Auszug aus Apg 19,11–12 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Durch Schweißbinden und Tücher, die Paulus auf der Haut getragen hatte, wirkt Gott Heilungen.

Apg 19,11–12: Zusammenhang und Übersetzung

In allen diesen Begebenheiten bleibt Gott der Handelnde: Er gibt das Leben, heilt Kranke und lässt böse Geister weichen. Die Gebeine, das Gewand, der Schatten und die Tücher erhalten ihre Bedeutung durch ihre Beziehung zu Christus, zu Gottes Propheten und zu den Aposteln. Sie sind erschaffene Dinge und stehen vollständig unter Gottes Verfügung; die Kraft, die von ihnen ausgeht, ist Gottes freie Gabe. Ihre Verwendung als magischer Talisman verlässt den biblischen Zusammenhang. Dem Missbrauch, den schon die Reformatoren beklagten, gefälschten Reliquien und dem Handel mit ihnen, begegnet die Kirche mit klaren Regeln: Ihr Verkauf ist verboten (CIC can. 1190 § 1), und die Bischöfe haben die Volksfrömmigkeit, wo nötig, zu reinigen und zu berichtigen (KKK 1676).

Darin liegt der biblische Bezug zur Verehrung von Reliquien. Die Kirche ehrt in ihnen Gottes Wirken in konkreten Heiligen. Die Verehrung gilt dem Heiligen als Zeugen der Gnade und führt über ihn zu Gott; sie hält die Erinnerung an Menschen wach, die Christus nachgefolgt sind. Allein Gott gebührt Anbetung. Die Kirche unterscheidet deshalb zwischen der Anbetung Gottes und der Verehrung der Reliquien, die auf Gott und auf seine Heiligen verweist.

Im Ganzen des Glaubens steht die Reliquienverehrung an der Seite der Heiligenverehrung und bleibt auf Christus bezogen, in dem Gott sich endgültig offenbart hat. Ihren eigenen Grund hat sie in der Würde des Leibes: Die Leiber der Heiligen waren lebendige Glieder Christi und Tempel des Heiligen Geistes (vgl. 1 Kor 6,15.19) und sind zur Auferstehung bestimmt. Darum hat das Konzil von Trient 1563 festgehalten, dass die Leiber der Märtyrer und der anderen Heiligen von den Gläubigen zu verehren sind (DH 1822; vgl. KKK 1674), und das Zweite Vatikanische Konzil bekräftigt, dass die Heiligen verehrt und „ihre echten Reliquien und ihre Bilder in Ehren gehalten“ werden (SC 111). Die einzelnen Andachtsformen ordnet der Katechismus der Volksfrömmigkeit zu, die das liturgische Leben fortsetzt, aber nicht ersetzt, und unter dem Urteil der Bischöfe steht (KKK 1674–1676).

Quellen zu dieser Frage 2

Dass Gott durch die Gebeine Elischas und durch die Tücher des Paulus gewirkt hat, zeigt, dass er seine Diener ehrt und durch das, was mit ihrem Leib verbunden war, frei wirken kann. Daran knüpft die Kirche an, wenn sie die Reliquien der Heiligen ehrt: Sie ehrt Menschen, in denen Christus gewirkt hat, und richtet die Verehrung auf Gott, von dem jede Wirkung kommt.

Zeigt ein Christusbild nicht entweder die unsichtbare Gottheit oder nur einen Menschen?

Der Einwand

Gott kann und darf in keiner Weise abgebildet werden (Heidelberger Katechismus, Frage 97). Auch ein Bild Christi zeigt nur seine menschliche Gestalt: Es beansprucht entweder, die unsichtbare Gottheit darzustellen, oder es zeigt einen bloßen Menschen und trennt so die menschliche Natur Christi von seiner Gottheit. Mit diesem Einwand bekämpften schon die Bilderstürmer des 8. Jahrhunderts die Ikonen.

Die Antwort der Kirche

Ein Bild Christi stellt weder die göttliche Natur dar noch einen bloßen Menschen, sondern die eine Person des menschgewordenen Sohnes in ihrer sichtbaren Gestalt. Weil das Wort Fleisch wurde, war Christus „im Leib begrenzt“, und sein menschliches Antlitz lässt sich darstellen; die Züge seines Leibes bringen die göttliche Person des Gottessohnes zum Ausdruck (Joh 1,14; KKK 476–477). Darum spricht das Zweite Konzil von Nizäa vom Bild „unseres Herrn und Gottes und Erlösers Jesus Christus“, und die Kirche bekennt, dass in der sichtbaren Gestalt des Erlösers der unsichtbare Gott erkannt wird (KKK 477; 1161).

Was andere Christen dazu glauben

Die christlichen Traditionen vergleichen

Katholisch

Offizielle Lehrposition
Der einem heiligen Bild erwiesene Ehrenbeweis bezieht sich auf die dargestellte Person; Anbetung gebührt Gott allein. Reliquien werden geehrt, ihre Wirkung kommt ausschließlich von Gott.
Offizielle Quelle: Katholisch

Lutherisch

Offizielle Lehrposition
Die lutherische Reformation hat den Bildersturm abgelehnt: Martin Luther verteidigte 1525 in „Wider die himmlischen Propheten, von den Bildern und Sakrament“ Bilder als Hilfe zum Gedächtnis, und lutherische Kirchen behielten Kruzifixe und Altarbilder. Die lutherischen Bekenntnisse zählen die Zehn Gebote wie die katholische Kirche, verwerfen aber die Anrufung der Heiligen (CA XXI) und den Reliquienkult ihrer Zeit (Schmalkaldische Artikel II,2).
Offizielle Quelle: Lutherisch

Reformiert / calvinistisch

Offizielle Lehrposition
Der Heidelberger Katechismus zählt das Bilderverbot als eigenes zweites Gebot. Gott will in keiner Weise abgebildet und nicht anders verehrt werden, als er es in seinem Wort befohlen hat (Frage 96). Geschöpfe dürfen abgebildet werden, aber nicht, um sie zu verehren oder Gott damit zu dienen (Frage 97); auch als „der Laien Bücher“ duldet der Katechismus Bilder in den Kirchen nicht (Frage 98).
Offizielle Quelle: Reformiert / calvinistisch

Methodistisch / wesleyanisch

Offizielle Lehrposition
Artikel XIV der United Methodist Church verwirft die Anrufung der Heiligen sowie die dort beschriebene Verehrung oder Anbetung von Bildern und Reliquien.
Offizielle Quelle: Methodistisch / wesleyanisch

Anglikanisch

Offizielle Lehrposition
Artikel XXII verwirft die dort beschriebene Anrufung der Heiligen sowie die Verehrung oder Anbetung von Bildern und Reliquien.
Offizielle Quelle: Anglikanisch

Orthodox / byzantinisch

Offizielle Lehrposition
Die orthodoxe Kirche folgt dem Zweiten Konzil von Nizäa (787), das den rechten Gebrauch der Ikonen festgelegt und mit der Menschwerdung des Sohnes Gottes begründet hat. Mit Johannes von Damaskus unterscheidet sie die Verehrung (Proskynesis) der Ikonen, der Reliquien der Heiligen und des Kreuzes von der Anbetung (Latreia), die Gott allein gebührt.
Offizielle Quelle: Orthodox / byzantinisch
Lehrpositionen aus offiziellen Quellen sowie, wo gesondert belegt, heutige Praxis und innerkonfessionelle Unterschiede
TraditionOffizielle LehrpositionQuelle
KatholischDer einem heiligen Bild erwiesene Ehrenbeweis bezieht sich auf die dargestellte Person; Anbetung gebührt Gott allein. Reliquien werden geehrt, ihre Wirkung kommt ausschließlich von Gott.Offizielle Quelle: Katholisch
LutherischDie lutherische Reformation hat den Bildersturm abgelehnt: Martin Luther verteidigte 1525 in „Wider die himmlischen Propheten, von den Bildern und Sakrament“ Bilder als Hilfe zum Gedächtnis, und lutherische Kirchen behielten Kruzifixe und Altarbilder. Die lutherischen Bekenntnisse zählen die Zehn Gebote wie die katholische Kirche, verwerfen aber die Anrufung der Heiligen (CA XXI) und den Reliquienkult ihrer Zeit (Schmalkaldische Artikel II,2).Offizielle Quelle: Lutherisch
Reformiert / calvinistischDer Heidelberger Katechismus zählt das Bilderverbot als eigenes zweites Gebot. Gott will in keiner Weise abgebildet und nicht anders verehrt werden, als er es in seinem Wort befohlen hat (Frage 96). Geschöpfe dürfen abgebildet werden, aber nicht, um sie zu verehren oder Gott damit zu dienen (Frage 97); auch als „der Laien Bücher“ duldet der Katechismus Bilder in den Kirchen nicht (Frage 98).Offizielle Quelle: Reformiert / calvinistisch
Methodistisch / wesleyanischArtikel XIV der United Methodist Church verwirft die Anrufung der Heiligen sowie die dort beschriebene Verehrung oder Anbetung von Bildern und Reliquien.Offizielle Quelle: Methodistisch / wesleyanisch
AnglikanischArtikel XXII verwirft die dort beschriebene Anrufung der Heiligen sowie die Verehrung oder Anbetung von Bildern und Reliquien.Offizielle Quelle: Anglikanisch
Orthodox / byzantinischDie orthodoxe Kirche folgt dem Zweiten Konzil von Nizäa (787), das den rechten Gebrauch der Ikonen festgelegt und mit der Menschwerdung des Sohnes Gottes begründet hat. Mit Johannes von Damaskus unterscheidet sie die Verehrung (Proskynesis) der Ikonen, der Reliquien der Heiligen und des Kreuzes von der Anbetung (Latreia), die Gott allein gebührt.Offizielle Quelle: Orthodox / byzantinisch
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6 Bibelstellen · Bilder

Was die Schrift selbst sagt

Alle Bibelstellen dieses Themas im Wortlaut, geordnet nach den Fragen, für die sie zeugen. Jede führt zu ihrer Erklärung.

Bilder und Götzen

Ex 20,1–17Was Exodus 20 verbietet

Am Sinai verkündet Gott dem aus Ägypten befreiten Volk die Zehn Gebote: Israel soll neben ihm keine anderen Götter haben, sich kein Kultbild machen und sich nicht vor solchen Bildern niederwerfen. Die Gebote werden verschieden gezählt: Der Katechismus folgt mit den lutherischen Bekenntnissen der Einteilung des Augustinus, die das Bilderverbot zum ersten Gebot rechnet; orthodoxe Kirchen und reformierte Gemeinschaften zählen es nach den griechischen Vätern als eigenes zweites Gebot (KKK 2066). Die Kirche hält an der Anbetung des einen Gottes fest und unterscheidet sie von der Verehrung heiliger Zeichen und Bilder.

Bibeltext

Du sollst dir kein Kultbild machen und keine Gestalt von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.

Auszug aus Ex 20,1–17 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Ex 25,18–22Gott ordnet Kerubim aus Gold für die Bundeslade an

Gott selbst befiehlt, zwei goldene Kerubim für die Bundeslade anzufertigen und auf der Sühneplatte anzubringen. Die Kirche sieht darin einen biblischen Beleg dafür, dass heilige Bilder auf Gottes Wirken hinweisen können.

Bibeltext

Mach zwei Kerubim aus getriebenem Gold und arbeite sie aus den beiden Enden der Sühneplatte heraus!

Auszug aus Ex 25,18–22 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Num 21,8–9Ein materielles Zeichen zur Heilung

Gott lässt Mose eine bronzene Schlange aufrichten; wer nach einem Schlangenbiss zu ihr aufblickt, bleibt am Leben. Die Kirche erkennt darin ein Zeichen, durch das Gott heilt, und eine typologische Verbindung zum Kreuz Christi.

Bibeltext

Der HERR sprach zu Mose: Mach dir eine Feuerschlange und häng sie an einer Stange auf! Jeder, der gebissen wird, wird am Leben bleiben, wenn er sie ansieht.

Auszug aus Num 21,8–9 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Reliquien

2 Kön 13,20–21Gott wirkt durch die Gebeine Elischas

Ein Verstorbener wird lebendig, als sein Körper die Gebeine des Propheten Elischa berührt. Die Kirche sieht darin ein biblisches Zeugnis dafür, dass Gott durch die sterblichen Überreste seiner Heiligen wirken kann.

Bibeltext

Sobald aber der Tote die Gebeine Elischas berührte, wurde er wieder lebendig und richtete sich auf.

Auszug aus 2 Kön 13,20–21 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Apg 19,11–12Gott wirkt durch Schweißbinden und Tücher, die Paulus auf der Haut getragen hatte

Gott wirkt Heilungen durch Schweißbinden und Tücher, die Paulus auf der Haut getragen hatte, und böse Geister weichen. Die Kirche sieht darin Zeichen göttlichen Wirkens durch materielle Dinge, ohne ihnen eine eigene magische Kraft zuzuschreiben.

Bibeltext

Vers 11: Auch ungewöhnliche Machttaten tat Gott durch die Hand des Paulus.

Vers 12: Sogar seine Schweißbinden und Tücher, die er auf der Haut getragen hatte, nahm man weg und legte sie den Kranken auf; da wichen die Krankheiten und die bösen Geister fuhren aus.

Auszug aus Apg 19,11–12 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Apg 5,15–16Gott wirkt durch Schweißbinden und Tücher, die Paulus auf der Haut getragen hatte

Viele Kranke werden auf die Straßen gebracht, damit wenigstens der Schatten des vorübergehenden Petrus auf sie fällt; Lukas berichtet, dass alle geheilt wurden, und nennt die Zeichen ein Wirken durch die Hände der Apostel (Apg 5,12.15–16). Die Stelle zeigt die apostolische Verkündigung in Verbindung mit heilenden Zeichen.

Bibeltext

Selbst die Kranken trug man auf die Straßen hinaus und legte sie auf Betten und Liegen, damit, wenn Petrus vorüberkam, wenigstens sein Schatten auf einen von ihnen fiel.

Auszug aus Apg 5,15 · EÜ 2016 · © KBA 2016
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Wie die Kirche diese Frage durch die Jahrhunderte bezeugt

Kirchenväter, Konzilien und Kirchenlehrer zeigen, wie Christen die Schrift zu dieser Frage gelesen und gelebt haben. Ihr Wortlaut steht jeweils bei der Frage, die er stützt.

Jede Frage zu Bilder einzeln geprüft

Jeder Schritt prüft eine Bibelstelle genau: was sie sagt, was sie zum Argument beiträgt und welcher Einwand sich an ihr festmacht.

Die Begriffe dieses Themas kurz erklärt

Betrachten und beten

Woran lässt sich erkennen, ob ein religiöses Zeichen auf Gott verweist oder an Gottes Stelle tritt?

Herr, bewahre dein Volk vor jedem Götzendienst. Lass jedes Bild und jedes Zeichen auf Christus hinweisen, der allein BegriffAnbetungAnbetung heißt, Gott als Schöpfer und Retter, als Herrn von allem anzuerkennen und sich ihm in Ehrfurcht ganz zu unterwerfen; sie gebührt allein Gott (KKK 2096–2097). Die Ehre, die Maria und den Heiligen erwiesen wird, ist davon wesentlich verschieden (KKK 971).Glossareintrag öffnen verdient.