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Glaube und Lehre

Der Glaube ist ein für alle Mal übergeben

Der Judasbrief stellt den Glauben als ein für alle Mal übergebenes Gut vor, für das die Christen eintreten. Schließt der ein für alle Mal übergebene Glaube spätere Dogmen aus?

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Zwei Paar Hände reichen ein versiegeltes zylindrisches Gefäß unter einem gebündelten Lichtstrahl von einer Seite zur anderen.
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Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Der einmal übergebene Glaube Bibel und Textverständnis

Der Glaube ist den Heiligen ein für alle Mal übergeben

Der Judasbrief zeigt den Glauben als Gut, das die Gemeinde bereits empfangen hat.

Kämpft für den Glauben, der den Heiligen ein für alle Mal übergeben ist!

Auszug aus Jud 3 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Judas beschreibt den Glauben als den Heiligen ein für alle Mal übergebenes Gut.

Jud 3: Zusammenhang und Übersetzung

Der Judasbrief ruft die Christen auf, für den Glauben zu kämpfen, der den Heiligen „ein für alle Mal“ übergeben worden ist (Judas 3). Das Wort „übergeben“ beschreibt einen Vorgang mit zwei Seiten: Einer übergibt, der andere empfängt. Die Heiligen sind in diesem Satz die Empfänger der Übergabe: Ihnen ist der Glaube anvertraut, und sie stehen für ihn ein. Die Gemeinde findet diesen Glauben vor; sie tritt damit in eine Übergabe ein, die vor ihr begonnen hat.

Der Vers nennt diese Übergabe abgeschlossen: Sie geschieht „ein für alle Mal“. Für die Gemeinde heißt das, dass der Glaube anvertrautes Gut bleibt: Sie gibt weiter, was sie empfangen hat. Darin liegt der Beitrag dieser Stelle zum Dogma, also zu einer Glaubenswahrheit, die die Kirche als von Gott geoffenbart vorlegt (KKK 88): Der Glaube, den die Kirche lehrt, ist der übergebene Glaube selbst. Der Katechismus nimmt dieses Wort auf und ordnet es in die Weitergabe ein, die von den Aposteln ausgeht.

Die Bewahrung des Glaubens Glaube und Überlieferung

Die Kirche bewahrt den Glauben, den sie empfangen hat

Die Kirche versteht Judas 3 als Hinweis auf den einmal übergebenen Glauben und verbindet ihn mit der apostolischen Weitergabe.

Der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) ordnet diesen Glauben in die Weitergabe ein, die von den Aposteln ausgeht: Das Glaubensgut ist der ganzen Kirche anvertraut (KKK 84). Das Zweite Vatikanische Konzil nimmt Judas 3 in seiner Konstitution über die göttliche Offenbarung, Dei Verbum (DV), selbst auf: Die Apostel mahnen die Gläubigen, „für den Glauben zu kämpfen, der ihnen ein für allemal überliefert wurde“ (DV 8). Nach seiner Konstitution über die Kirche, Lumen gentium (LG), hängt das Volk Gottes durch den Glaubenssinn unter der Leitung des Lehramts „dem einmal den Heiligen übergebenen Glauben unwiderruflich an“ (LG 12; KKK 93). Was die Apostel empfangen haben, geben sie weiter, und die Kirche steht seither in dieser Weitergabe.

Daraus ergibt sich die Aufgabe der dogmatischen Lehre, also der verbindlich geklärten Lehre der Kirche. Die Kirche bewahrt den empfangenen Glauben und klärt ihn in einer konkreten Auseinandersetzung, wenn eine Behauptung die überlieferte Lehre bestreitet. Dabei tritt kein neuer Offenbarungsinhalt neben Christus: Mit dem Abschluss der apostolischen Zeit ist keine neue öffentliche Offenbarung mehr zu erwarten (DV 4), und das Lehramt, die lehrende Vollmacht der Kirche, bleibt an das überlieferte Gut gebunden (DV 10; LG 25). Was eine Lehrentscheidung festhält, ist der Glaube, der den Heiligen übergeben worden ist; darin hält die Kirche den apostolischen Glauben fest. Offen ist noch, ob ein Glaube, der „ein für alle Mal“ übergeben ist, spätere Dogmen überhaupt zulässt.

Quellen zu dieser Frage 3

Übergabe und spätere Dogmen Glaube und Überlieferung

Schließt der „ein für alle Mal“ übergebene Glaube spätere Dogmen aus?

Wenn der Glaube den Heiligen ein für alle Mal übergeben ist, scheint jede spätere Definition etwas hinzuzufügen, was die Apostel nicht übergeben haben.

Der Einwand stützt sich auf das Wort des Verses selbst: Was ein für alle Mal übergeben ist, ist abgeschlossen. Dogmen, die die Kirche erst viele Jahrhunderte später verkündet hat, etwa die Unbefleckte Empfängnis 1854 und die Aufnahme Marias 1950, erscheinen dann als Zusätze zu einem Glauben, dem nichts mehr hinzuzufügen ist.

Judas 3 beschreibt die Übergabe des Glaubens, die jedes Urteil eines Konzils schon voraussetzt: Es gibt einen Glauben, der den Heiligen übergeben und von der Gemeinde zu bewahren ist, und die Kirche tritt für ihn ein. Die Lehre der Kirche verbindet diese Voraussetzung ausdrücklich mit der Weitergabe des Glaubensguts. Was die Kirche in solchen Entscheidungen festhält, ist der übergebene Glaube, den sie in einer neuen Auseinandersetzung vorlegt und verteidigt.

Neue Offenbarung und neue Formulierung sind zweierlei: Das Verständnis wächst im selben Glaubensgut (DV 8), und zwar, wie das Erste Vatikanische Konzil mit Vinzenz von Lérins festhält, in derselben Lehre, im selben Sinn und in derselben Bedeutung (Dei Filius, Kap. 4, DH 3020). Die Glaubenshinterlage selbst ist etwas anderes als die Weise, in der sie ausgesagt wird (GS 62). Der Wortlaut einer Lehrentscheidung kann schärfer gefasst werden; der Glaube, der den Heiligen übergeben worden ist, bleibt der Maßstab. Wie dieses Gut heißt, wem es anvertraut ist und wer dafür einsteht, führt der Katechismus mit dem Wort vom Glaubensschatz aus.

Quellen zu dieser Frage 3
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