Bibelstelle · EÜ 2016
Mt 5,31–32
In der Bergpredigt stellt Jesus der Scheidungspraxis seiner Zeit sein Wort entgegen: „Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.“ Die genaue Bedeutung der Ausnahmewendung ist umstritten; die Kirche liest sie im Licht von Jesu Rückgriff auf die Schöpfung (Mt 19,4–6) und hält an der Unauflöslichkeit der gültig geschlossenen Ehe fest.
Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Auszug
Auszug aus Mt 5,31–32
Bibeltext
Auszug aus Mt 5,32 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 32: Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.
Wer hier spricht und in welcher Lage
In der Bergpredigt stellt Jesus mehreren Weisungen, die „gesagt worden“ sind, sein eigenes Wort gegenüber: „Ich aber sage euch“ (Mt 5,21–48). Auf das Gebot „Du sollst nicht die Ehe brechen“, das Jesus bis in den begehrlichen Blick hinein auslegt (5,27–30), folgt das Wort über die Scheidungsurkunde (5,31) und Jesu Antwort darauf (5,32). Ausführlicher entfaltet Matthäus dasselbe Thema im Streitgespräch mit den Pharisäern (Mt 19,3–12).
In den Themen
Warum diese Stelle hier wichtig ist
Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.
Erlaubt Matthäus die neue Ehe nach Ehebruch?
Die neue Ehe heißt Ehebruch, weil die erste fortbesteht.
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