SCRIPTURA PLENA

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Die sichtbare Kirche

Christus sammelt eine sichtbare und bleibende Kirche

Christus hat eine sichtbare und bleibende Kirche gestiftet, die seine Sendung durch die Geschichte trägt. Die angeführten Schriftstellen zeigen den Auftrag zur Verkündigung, zur Taufe und zur Lehre und das öffentliche Hervortreten der vom Heiligen Geist erfüllten Gemeinschaft. Die Lehre der Kirche liest darin die Stiftung einer sichtbaren Gemeinschaft mit gemeinsamem Glauben, verbindlicher Lehre und sakramentalem Leben, und der Einwand fragt, wie geistliche Gemeinschaft und sichtbare Ordnung zueinander stehen.

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Apostel und Älteste sitzen an einem runden Tisch; über ihrer Versammlung steigt eine helle Flammenform auf, fern liegt eine Stadt.
KircheKI-generierte Illustration
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Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Gesandte Gemeinde zu Pfingsten Bibel und Textverständnis

Matthäus 28 und Apostelgeschichte 2 bezeugen die von Christus gesandte, öffentlich hervortretende Gemeinschaft

Der Auftrag des Auferstandenen und das Pfingstgeschehen zeigen, wie die Kirche entsteht: als gesandte Gemeinschaft, die öffentlich in Erscheinung tritt.

Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

Auszug aus Mt 28,19–20 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Der auferstandene Christus gibt den Jüngern den Auftrag, alle Völker zu lehren und zu taufen.

Mt 28,18–20: Zusammenhang und Übersetzung

In Matthäus 28,18–20 verbindet sich der Auftrag zur Verkündigung, zur Taufe und zur Lehre mit der Sendung der Apostel, der von Jesus Gesandten. Jesus ruft sie, gibt ihnen Vollmacht und beauftragt sie, alle Völker zu Jüngern zu machen. Dieser Auftrag schließt drei sichtbare Vorgänge ein: das Verkünden, das Taufen und das Einweisen in die Lehre Christi. Damit entsteht eine Gemeinschaft mit gemeinsamem Glauben, gemeinsamem Auftrag und verbindlicher Zugehörigkeit: Menschen werden getauft, in diese Gemeinschaft aufgenommen und in der Lehre Christi unterwiesen.

Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.

Auszug aus Apg 2,1–4 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Der Heilige Geist kommt auf die versammelten Jünger herab und macht ihre Verkündigung öffentlich verständlich.

Apg 2,1–4: Zusammenhang und Übersetzung

In Apostelgeschichte 2,1–4 werden die von Jesus Gesandten am Pfingstfest vom Heiligen Geist erfüllt und beginnen, in anderen Sprachen zu reden; dieselben, die Jesus gesandt hat, stehen nun als erfüllte Gemeinschaft zusammen, und die Kraft des Heiligen Geistes macht ihre Sendung hörbar. Die Kirche ist deshalb mehr als die Summe einzelner persönlicher Glaubensentscheidungen: Sie empfängt ihren Auftrag von Christus und trägt ihn durch die Zeit.

Glaube, Lehre und Sakrament Glaube und Überlieferung

Die Kirche liest den Auftrag Jesu als Stiftung einer sichtbaren Gemeinschaft mit gemeinsamem Glauben, verbindlicher Lehre und sakramentalem Leben

Die Kirche versteht den Auftrag des Auferstandenen als Stiftung einer sichtbaren Gemeinschaft, die Christi Sendung durch die Geschichte trägt.

Jesus beauftragt die Apostel, alle Völker zu Jüngern zu machen, sie zu taufen und sie seine Lehre zu halten. Die Kirche versteht diesen Auftrag als Stiftung einer sichtbaren Gemeinschaft mit gemeinsamem Glauben, verbindlicher Lehre und sakramentalem Leben. Sakramental nennt die Kirche dieses Leben, weil Christus selbst in den von ihm eingesetzten Zeichen handelt und die Gnade schenkt, die sie bezeichnen; die Taufe nimmt den Menschen in diese Gemeinschaft hinein (KKK 1131). Die Kirche selbst ist in Christus gleichsam das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit (LG 1).

Ihre sichtbare Gestalt wird in den Gemeinden, ihren Diensten, ihrer gemeinsamen Lehre und ihrem sakramentalen Leben greifbar. So stiftet Christus eine Kirche, deren sichtbare Ordnung dem gemeinsamen Glauben und der sakramentalen Sendung dient.

Quellen zu dieser Frage 3

Geistliche Gemeinschaft, sichtbare Ordnung Glaube und Überlieferung

Die sichtbare Ordnung und die Lehre der Kirche ruhen auf dem Auftrag des Auferstandenen

Gegen die Lehre der Kirche steht der Einwand: Jesus spricht von der geistlichen Gemeinschaft seiner Jünger; die institutionelle Gestalt mit verbindlichen Ämtern und dauerhafter Lehrautorität, also der Vollmacht, den Glauben verbindlich auszulegen und weiterzugeben, versteht der Einwender als spätere menschliche Zutat.

Die Frage berührt das Verhältnis von geistlicher Gemeinschaft und sichtbarer Ordnung, und beide gehören zusammen: Christus sendet seine Jünger sichtbar und verheißt ihnen den Geist; die Kirche tritt dadurch öffentlich in Erscheinung. Sichtbar sind die Gesandten, die Taufe, die Weitergabe der Lehre und die versammelten Gemeinden.

Der Auftrag des Auferstandenen umfasst die Dauer und die Lehre. Jesus sagt seinen Gesandten zu: „Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Matthäus 28,18–20); die Gemeinschaft, die er sendet, ruht damit auf seinem Beistand durch die Zeiten. Und er beauftragt sie mit dem Lehren: „… lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe“ (Matthäus 28,18–20). Die Weitergabe und die Auslegung seiner Lehre gehören damit zum Auftrag selbst, und die Gesandten samt der Weitergabe ihres Dienstes sind die erkennbare Ordnung, in der dieser Auftrag weitergeht. Damit belegen diese Stellen die sichtbare, von Christus gesandte Kirche, die ihren Glauben bewahrt und öffentlich vertritt; der Weg führt von hier zu den weiteren Zeugnissen, die das Leben dieser Kirche durch die Geschichte tragen.

Quellen zu dieser Frage 2
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