SCRIPTURA PLENA

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Bibelzeugnisse

Königsmutter und gesegnete Frau: die Sprache, in der Elisabet Maria grüßt

Die Schrift kennt Formen, in denen die Nähe zum König und der besondere Segen einer Frau heilsgeschichtlich bedeutsam werden. In Lukas 1 begegnet diese Sprache wieder, nun bezogen auf Maria als Mutter des Herrn und auf die Frucht ihres Leibes.

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Eine Marienfigur im blauen Mantel hält warmes Licht; dahinter liegen Gartenbogen, zwölf kleine Lichter und ein Weg zum Sonnenaufgang.
MariaKI-generierte Illustration
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Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Batseba, Jaël und Judit Bibel und Textverständnis

Batseba nahe beim König, Jaël und Judit unter den Frauen gepriesen

1 Könige 2,19 zeigt Batseba beim König; Richter 5,24 preist Jaël unter den Frauen, und Judit 13,18 nennt Judit mehr gesegnet als alle anderen Frauen.

Dann setzte er sich auf seinen Thron und ließ auch für die Königinmutter einen Thron hinstellen.

Auszug aus 1 Kön 2,19–25 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Batseba kommt als Königsmutter zum König; Salomo lässt ihr einen Sitz zu seiner Rechten geben.

1 Kön 2,19–25: Zusammenhang und Übersetzung

Gepriesen sei Jaël unter den Frauen, die Frau des Keniters Heber, gepriesen unter den Frauen im Zelt.

Auszug aus Ri 5,24 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Jaël wird „unter den Frauen“ gepriesen.

Ri 5,24: Zusammenhang und Übersetzung

Usija aber sagte: Meine Tochter, du bist von Gott, dem Allerhöchsten, mehr gesegnet als alle anderen Frauen auf der Erde.

Auszug aus Jdt 13,18 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Usija nennt Judit von Gott mehr gesegnet als alle anderen Frauen auf der Erde.

Jdt 13,18: Zusammenhang und Übersetzung

1 Könige 2,19 zeigt die Königsmutter beim König: Batseba kommt zu ihm, wird empfangen, und sie sitzt zur Rechten des Königs. Die Nähe der Mutter zum Thron ist damit eine Gestalt, die der Text selbst ausformt. In Richter 5,24 wird Jaël im Lied der Debora „unter den Frauen“ gepriesen; in Judit 13,18 sagt Usija zu Judit, sie sei „von Gott, dem Allerhöchsten, mehr gesegnet als alle anderen Frauen auf der Erde“. Beide Stellen verbinden Lob und Segen mit einer Frau, die mitten in der Geschichte ihres Volkes steht.

Vers 41b: Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt

Vers 42: und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.

Auszug aus Lk 1,41b–42 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Elisabet nennt Maria gesegnet unter den Frauen und preist die Frucht ihres Leibes.

Lk 1,42: Zusammenhang und Übersetzung

In Lukas 1,42 nimmt Elisabet diese Sprache auf: Maria wird gesegnet genannt unter den Frauen, und gesegnet genannt wird die Frucht ihres Leibes. Die früheren Gestalten und die Segensformeln der Schrift bilden damit einen vorbereitenden sprachlichen Horizont, in dem die Würde der Mutter des Messias verständlich wird. Die Stellen bezeugen, dass die Schrift Formen kennt, in denen Königsnähe und Frauensegen heilsgeschichtliches Gewicht erhalten.

Königsmutter und Segenswort Glaube und Überlieferung

Die Kirche liest Marias Stellung mit der Königsmutter-Tradition und der Segenssprache

Die Kirche liest Marias Stellung als Mutter des Herrn im Zusammenhang der Königsmutter-Tradition und der biblischen Segenssprache.

Der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) legt den Glauben der Kirche in seiner ganzen Breite dar; Lumen gentium (LG, „Licht der Völker“) ist die Konstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils über die Kirche, die ausführlich von Marias Ort in ihr handelt. Lumen gentium 56 begründet ihre Stellung aus ihrem Glauben und ihrer Mitwirkung im Heilswerk Christi; LG 59 entfaltet ihre Erhöhung im Zusammenhang mit Christus, und LG 63 nennt sie den Typus der Kirche: In Maria wird sichtbar, was die Kirche ihrem Wesen nach ist.

Den Grund für Marias Stellung im Reich Christi nennt Pius XII. in Ad caeli reginam: ihre Gottesmutterschaft, die Lukas mit dem Thron Davids verbindet, den ihr Sohn erhält (Lk 1,32–33), und ihre Verbindung mit Christus im Erlösungswerk. Die Nähe der Königsmutter zum König und die biblische Segenssprache veranschaulichen diese Würde. Die alttestamentlichen Frauen werden dabei typologisch gelesen, das heißt als vorbereitende Zeugnisse, deren Sinn sich von Christus und seiner Herrschaft her erschließt. Marias Königsstellung hat ihre Mitte in Christus, wie LG 59 und LG 63 sie im Zusammenhang mit ihm entfalten. Daran schließt sich die Frage an, was die je eigenen Geschichten von Batseba, Jaël und Judit zu dieser Zusammenschau beisteuern.

Quellen zu dieser Frage 2

Eigene Geschichten Glaube und Überlieferung

Eigene Geschichten werden zu vorbereitenden Zeugnissen

Batseba, Jaël und Judit gehören zu eigenen Geschichten. Die alttestamentlichen Texte handeln von ihnen in je eigenen Situationen. Wie kommt von diesen Geschichten her eine Aussage über Maria zustande?

Die Eigenständigkeit dieser Geschichten bleibt bestehen: Batseba, Jaël und Judit stehen in ihren je eigenen Situationen, und die Kirche verwendet sie als vorbereitende typologische Zeugnisse. Die Königsmutter steht in der Nähe des Königs, und die gesegnete Frau erhält in der Heilsgeschichte eine besondere Bedeutung. Lukas führt diese Sprache auf Maria und Christus hin, wenn Elisabet Maria gesegnet unter den Frauen und die Frucht ihres Leibes gesegnet nennt. Die Verbindung liegt in der biblischen Gesamtbewegung, die von den früheren Gestalten auf den Herrn zuläuft.

Die Schrift bereitet Marias Stellung durch die Königsmutter-Tradition und die Segensformeln vor; die Kirche liest diese Anklänge im Licht Christi und seiner Herrschaft. Die Nähe der Mutter zum Thron bedeutet Anteil an der Herrschaft des Königs; auf Maria hin gelesen besagt sie, dass sie an der Herrschaft Christi Anteil hat, der die Mitte bleibt. Batseba sitzt zur Rechten des Königs, Jaël wird unter den Frauen gepriesen, Judit mehr gesegnet als alle anderen Frauen genannt: Anklänge, die die Sprache vorbereiten, in der Lukas Maria als Mutter des Herrn und gesegnet unter den Frauen grüßt. Darin erkennt die Kirche eine Vorbereitung der Königsstellung Marias, deren Mitte Christus bleibt.

Quellen zu dieser Frage 2
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