SCRIPTURA PLENA

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Maria und die Bundeslade

Maria als Bundeslade des neuen Bundes

Der Besuch Marias bei Elisabet führt ins Bergland von Judäa, begleitet von freudiger Bewegung, von der Frage nach dem Herrn und von einem Aufenthalt von etwa drei Monaten. Lukas gestaltet die Szene mit vertrauten Zügen der Gegenwart des Herrn.

2 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Eine Marienfigur im blauen Mantel hält warmes Licht; dahinter liegen Gartenbogen, zwölf kleine Lichter und ein Weg zum Sonnenaufgang.
MariaKI-generierte Illustration
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Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Besuch und Lade Bibel und Textverständnis

Der Besuch im Bergland nimmt die Überführung der Lade auf

2 Samuel 6 erzählt von der Überführung der Bundeslade, Lukas 1,39–56 vom Besuch Marias bei Elisabet.

An jenem Tag bekam David Angst vor dem HERRN und er sagte: Wie soll die Lade des HERRN jemals zu mir kommen?

Auszug aus 2 Sam 6,1–15 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

David bringt die Bundeslade ins Bergland; ihre Ankunft wird von Jubel begleitet, und die Lade bleibt drei Monate im Haus Obed-Edoms.

2 Sam 6,1–15: Zusammenhang und Übersetzung

Vers 39: In diesen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.

Auslassung im Bibeltext.

Vers 41: Und es geschah, als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt.

Auslassung im Bibeltext.

Vers 43: Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?

Vers 44: Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.

Auslassung im Bibeltext.

Vers 56: Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.

Auszug aus Lk 1,39; 41; 43–44; 56 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Maria besucht Elisabet im Bergland; das Kind hüpft, Elisabet fragt nach der Mutter ihres Herrn, und Maria bleibt etwa drei Monate.

Lk 1,39–56: Zusammenhang und Übersetzung

In 2 Samuel 6 begegnet die Bundeslade, das Zeichen der Gegenwart des Herrn, im Bergland von Juda: David fragt, wie die Lade des Herrn zu ihm kommen soll; drei Monate bleibt sie im Haus Obed-Edoms, und als David sie dann in die Davidstadt hinaufbringt, tanzt er vor ihr. In Lukas 1,39–56 macht sich Maria auf den Weg zu Elisabet und kommt in eine Stadt im Bergland von Judäa. Bei ihrem Gruß bewegt sich das Kind in Elisabets Leib, Elisabet preist Maria und ihr Kind und fragt, wer sie sei, dass die Mutter ihres Herrn zu ihr kommt, und Maria antwortet mit ihrem Lobgesang. Etwa drei Monate bleibt sie bei Elisabet.

Vier Züge entsprechen einander. Der Weg führt in beiden Berichten ins Bergland. Die Ankunft ist mit Freude verbunden: Vor der Lade tanzt David, als sie in die Davidstadt kommt, und bei Marias Gruß hüpft das Kind im Leib Elisabets. Beide Male steht eine Frage nach der Gegenwart des Herrn im Mittelpunkt: David fragt, wie die Lade des Herrn zu ihm kommen soll, Elisabet, wer sie sei, dass die Mutter ihres Herrn zu ihr kommt. Die Lade bleibt drei Monate im Haus Obed-Edoms, Maria etwa drei Monate bei Elisabet. Diese Entsprechungen machen die Verbindung zu einer Typologie; Typologie nennt man die Weise, in der ein früheres Geschehen der Schrift auf ein späteres hinweist und in ihm seine Erfüllung findet. Die frühere Bundeslade verweist auf die Gegenwart Gottes, und Maria trägt den menschgewordenen Herrn. Die Aussagekraft der Szene liegt in dieser typologischen Gestaltung: Das Evangelium nimmt vertraute Muster der Gegenwart des Herrn auf und führt sie auf Christus hin. Das Ziel der Szene ist der Herr, den Maria trägt; durch ihn erhält sie ihre volle Bedeutung.

Begegnung und Bundeslade Glaube und Überlieferung

Die Kirche liest die Begegnung im Verhältnis zur Lade des Bundes

Die Kirche liest die Begegnung bei Elisabet im Verhältnis zur Lade des Bundes.

In Maria erkennt die Kirche die Bundeslade des neuen Bundes, weil sie den gegenwärtigen Herrn trägt. Der Katechismus der Katholischen Kirche sagt: Maria „ist in Person die Tochter Zion, die Bundeslade und der Ort, wo die Herrlichkeit des Herrn thront“ (KKK 2676). Im Besuch Marias bei Elisabet hat, wie er an anderer Stelle sagt, Gott selbst „sein Volk besucht“ (KKK 717; Lk 1,68).

Die Bundeslade-Typologie erhellt, was die Kirche über Maria lehrt: Weil Maria den menschgewordenen Sohn Gottes trägt, nimmt in ihr der Herr selbst Wohnung. Der Grund ihrer Würde ist ihre Gottesmutterschaft; der Name Bundeslade zeigt diese Würde in der Sprache der Schrift und weist über sich hinaus auf das Gesamtzeugnis der Schrift und der Überlieferung. Diesen Hinweis nimmt die Kirche auf, wenn sie Maria als Bundeslade des neuen Bundes anspricht; so gelesen öffnet er sich auf die weiteren marianischen Aussagen hin. Die drei Monate haben in beiden Berichten ihren eigenen Ort: Bei David steht die Frage nach der Lade im Zeichen der Furcht vor dem Herrn, bei Elisabet im Zeichen der Freude über die Mutter des Herrn; die Lade bleibt im Haus Obed-Edoms, Maria bei Elisabet. Die Kirche liest diese Entsprechung von der Gegenwart des Herrn her, die beide Berichte durchzieht. So steht Maria als Trägerin des gegenwärtigen Herrn vor Augen.

Quellen zu dieser Frage 3
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