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Rechtfertigung und Gnade

Gottes Heilswille und der Widerstand des Menschen

Diese Lesespur folgt drei Schriftstellen, die von Gottes Heilswillen und von menschlichem Widerstand sprechen. Sie fragt, wie die Kirche beides zusammenhält, und nimmt den Einwand auf, dass Gottes Heilswille am Menschen scheitern müsse.

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Ein fruchttragender Baum empfängt Licht von oben; Wasser erreicht seine Wurzeln, während sich kleine Gestalten unter den Ästen sammeln.
RechtfertigungKI-generierte Illustration
Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Heilswille und Widerstand Bibel und Textverständnis

Gott will das Heil aller Menschen; Menschen können seiner Gnade widerstehen

Drei Stellen bezeugen Gottes Heilswillen für alle Menschen und zeigen zugleich Menschen, die sich verschließen.

er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.

Auszug aus 1 Tim 2,4 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen; Christus gibt sich für alle hin.

1 Tim 2,3–6: Zusammenhang und Übersetzung

Der erste Timotheusbrief bezeugt, dass Gott das Heil aller Menschen will. Der Abschnitt nennt Christus als den Mittler für alle und als Lösegeld für alle. Der Heilswille Gottes schließt damit keinen Menschen von vornherein aus.

Wie oft wollte ich deine Kinder sammeln, so wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel nimmt; aber ihr habt nicht gewollt.

Auszug aus Mt 23,37 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Jesus will Jerusalem sammeln, doch die Angesprochenen verweigern sich.

Mt 23,37: Zusammenhang und Übersetzung

Immerzu widersetzt ihr euch dem Heiligen Geist, eure Väter schon und nun auch ihr.

Auszug aus Apg 7,51 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Stephanus wirft seinen Zuhörern vor, dem Heiligen Geist stets zu widerstehen.

Apg 7,51: Zusammenhang und Übersetzung

Das Matthäusevangelium zeigt Jesus, der über Jerusalem klagt, weil seine Bewohner sich nicht sammeln lassen wollen. Die Apostelgeschichte berichtet von Stephanus, der vom Widerstand gegen den Heiligen Geist spricht. Die drei angeführten Stellen zeigen zusammen die Weite des Heilswillens und die wirkliche Ablehnung zugleich. Wie Gottes Heilswille und die Ablehnung des Menschen zusammen bestehen, beantwortet die Lehre der Kirche.

Gnade und freie Antwort Glaube und Überlieferung

Die Kirche bejaht die vorausgehende Gnade und die verantwortliche Freiheit des Menschen

Die Kirche liest die Stellen als einen Zusammenhang, in dem Gottes Gnade handelt und der Mensch wirklich antwortet.

Nach der Lehre der Kirche geht die Gnade Gottes der Antwort des Menschen voraus. Vorausgehend meint hier: Gott schenkt die Gnade, bevor der Mensch etwas beiträgt. Diese Gnade trägt die Freiheit des Menschen und ruft seine Antwort hervor, ohne sie zu erzwingen.

Die Kirche bejaht damit einen Heilswillen, der allen Menschen gilt, und eine Verantwortung, die der Mensch für seine Antwort trägt. Reformierte, lutherische und wesleyanische Traditionen ordnen das Verhältnis von Gnade, Erwählung und menschlicher Antwort je aus ihrem eigenen Ansatz unterschiedlich. Erwählung bezeichnet die Zuwendung Gottes, die dem Menschen vorausgeht.

Quellen zu dieser Frage 2

Widerstand gegen den Heilswillen Glaube und Überlieferung

Scheitert Gottes Heilswille am menschlichen Widerstand?

Der Einwand fragt, ob eine Gnade, die Ablehnung bestehen lässt, ihr Ziel noch erreicht.

Wenn Gott alle Menschen retten will, müsste seine Gnade jede Ablehnung überwinden. Bleibt ein Mensch verschlossen, scheint Gottes Heilswille an ihm zu scheitern.

Gottes Heilswille will das Heil jedes Menschen wirklich und bietet es ihm an; er zwingt niemanden. Die angeführten Stellen nennen diesen Willen und den menschlichen Widerstand im selben Zusammenhang: Die Gnade bleibt Gottes vorausgehendes und tragendes Handeln und lässt dem Menschen seine freie Antwort. Verantwortung setzt voraus, dass Zustimmung und Ablehnung wirkliche Möglichkeiten bleiben: Wer sich bis zuletzt verweigert, verfehlt das Heil, das Gott ihm wirklich zugedacht hat, denn Gott hat den Menschen frei geschaffen und will sein Heil nicht ohne dessen freie Zustimmung. Niemand wird von Gott dazu vorherbestimmt, verloren zu gehen (KKK 1037).

Quellen zu dieser Frage 1
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