Bibelstelle · EÜ 2016
Lk 17,7–10
Jesus erinnert seine Jünger daran, dass ein Diener aus erfüllter Pflicht keinen eigenständigen Anspruch gegenüber seinem Herrn ableitet. Die Kirche spricht dennoch von Verdienst, wenn Gott ein von seiner Gnade ermöglichtes Handeln anerkennt.
Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Auszug
Auszug aus Lk 17,7–10
Bibeltext
So soll es auch bei euch sein: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Knechte.
Auszug aus Lk 17,10 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
In den Themen
Warum diese Stelle hier wichtig ist
Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.
Verdienst bleibt Geschenk der Gnade
Der Text begrenzt jede Vorstellung, der Mensch könne Gott einen unabhängigen Anspruch entgegenhalten.
Verwandte Bibelstellen
Stellen, die mit dieser zusammen gelesen werden
Kirchliche Zeugen
Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte
Die Zeugnisse von Kirchenvätern, Kirchenlehrern, Konzilien und dem Lehramt zeigen, wie die Kirche diese Stelle verstanden hat.
Augustinus
Augustinus verbindet Gnade und Lohn: Weil Gottes Gnade vorausgegangen ist, vergilt er nun, was geschuldet ist; die Verdienste des Menschen sind dabei Geschenke Gottes.
Die Gnade ist vorausgegangen; jetzt wird vergolten, was geschuldet ist ... Die Verdienste sind Geschenke Gottes
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2009 (mit Augustinus über die Verdienste als Geschenke Gottes) · KKK 2009: Augustinus, Sermo 298,4–5 · Primärtext↗Quelle im Zusammenhang lesen
Worum es hier geht
Augustinus predigt am Fest der Apostel Petrus und Paulus. Der Katechismus der Katholischen Kirche zitiert in Nr. 2009 seine Worte über den Lohn, um zu zeigen, dass das Verdienst des Gerechtfertigten ein Recht aus Gnade ist.
Historischer Text
Die Gnade ist vorausgegangen; jetzt wird vergolten, was geschuldet ist ... Die Verdienste sind Geschenke Gottes.
Vollständigen historischen Text öffnen: AugustinusWarum diese Stelle wichtig ist
Der Satz nennt den Lohn geschuldet und das Verdienst zugleich Gabe: Gott vergilt, was seine eigene Gnade im Menschen hervorgebracht hat. Darin liegt die Mitte der kirchlichen Lehre vom Verdienst.
Quellen und HinweiseKKK 1987–2029
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 1987–2029Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Gnade, Rechtfertigung und Verdienst.
Historische Primärquellen
- Konzil von Trient, Sitzung VISessio VI, Kap. 5–7Transkription bei Hanover Historical Texts Collection
Rechtfertigung umfasst Heiligung und Erneuerung; Gottes Gnade geht jeder Mitwirkung voraus.
Bekenntnisse und offizielle Lehrquellen
- Westminster Confession of FaithWCF IIIPrimärtext · Offizielle konfessionelle Quelle
Eine reformierte Lehre der Erwählung, die sich von anderen protestantischen Traditionen unterscheidet.
- Articles of ReligionArticles VIII–XPrimärtext · Offizielle konfessionelle Quelle
Methodistische Quelle zur Gnade und menschlichen Antwort.
- Augsburger BekenntnisCA VI, XXPrimärtext · Offizielle konfessionelle Quelle
Lutherische Lehre zu guten Werken als Frucht des Glaubens.