Bleibende Gegenwart
Christus bleibt gegenwärtig, solange die Gestalten bestehen
Mit der Konsekration beginnt die Gegenwart Christi in der Eucharistie, und sie endet nicht mit dem Schluss der Messfeier. Daraus ergeben sich drei Fragen, die zusammenhängen: Wie lange bleibt der Herr in den konsekrierten Gestalten gegenwärtig? Warum bewahrt die Kirche die Eucharistie auf? Und wie ist aus diesem Glauben die eucharistische Anbetung als eigene liturgische Praxis hervorgegangen?
3 Fragen · Quellen zum Prüfen

Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
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Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Die Dauer Glaube und Überlieferung
Christus bleibt gegenwärtig, solange die Gestalten von Brot und Wein bestehen
Die eucharistische Gegenwart beginnt mit der Konsekration und dauert an, solange die Gestalten bestehen.
Der Katechismus nennt dafür die Konsekration als Anfang (KKK 1377). Diese Dauer hängt an der Wandlung selbst: Was auf dem Altar konsekriert worden ist, bleibt der Leib und das Blut des Herrn, auch nachdem die Messfeier beendet und die Kommunion gespendet ist.
Das Dokument Mysterium fidei ordnet die Aufbewahrung und die Verehrung des Sakraments innerhalb und außerhalb der Messe in das Leben der Kirche ein (Nr. 57) und bezeugt die Gegenwart des Herrn, die Tag und Nacht bleibt (Nr. 68). Auf dieser Gegenwart ruht alles Weitere: die Aufbewahrung des Sakraments für die Kommunion und die Verehrung, die sich um das Sakrament versammelt.
Quellen zu dieser Frage 2
Die Aufbewahrung Glaube und Überlieferung
Die Kirche bewahrt die Eucharistie vor allem für die Kommunion der Kranken und Abwesenden auf
Der erste Grund der Aufbewahrung ist die Kommunion derer, die nicht an der Messfeier teilnehmen können.
Als ersten Grund der Aufbewahrung nennt der Katechismus die Kommunion für Kranke und Abwesende (KKK 1379). Wer nicht zur Messfeier kommen kann, empfängt denselben Leib des Herrn, der in der Feier konsekriert wurde; die Aufbewahrung hält dafür die sakramentale Gegenwart bereit.
Die kirchliche Ordnung unterscheidet zwei Bereiche: Die Aufbewahrung des Sakraments ist in den Canones 934–940 des kirchlichen Gesetzbuchs (CIC) geregelt, die Aussetzung und der eucharistische Segen in den Canones 941–943. Aus ihrer liturgischen Überlieferung und ihren Normen empfängt die Kirche die konkreten Formen: einen bleibenden Ort, an dem die Gläubigen verweilen und anbeten, sowie die Zeiten und Zuständigkeiten von Aussetzung und Segen.
Die Rückfrage Glaube und Überlieferung
Begründet der Empfang des Herrenmahls die Aufbewahrung und die Anbetung außerhalb der Messe?
Wie begründet die Kirche die Aufbewahrung aus der bleibenden Gegenwart?
Die lutherische Konkordienformel bestreitet diese Folgerung. Aus den Einsetzungsworten leitet sie die Regel ab, nichts habe die Art eines Sakraments außerhalb des von Christus eingesetzten Gebrauchs; zu diesem Gebrauch gehören Konsekration, Austeilung und Empfang. Wird das konsekrierte Brot nicht ausgeteilt, sondern eingeschlossen, umhergetragen und zur Anbetung gezeigt, so ist es nach ihrem Urteil kein Sakrament (Solida Declaratio VII, 85–87). Ihr Anliegen ist die Treue zur Stiftung: Christus hat gesagt „Nehmt und esst“ (Mt 26,26), und wo die Kirche tut, was er geboten hat, gibt er sich.
Die Kirche teilt dieses Anliegen und fragt, woran die Gabe gebunden ist. Die Einsetzungsworte sagen, was das Brot ist: „Das ist mein Leib“ (Mt 26,26). Mit der Konsekration beginnt die eucharistische Gegenwart Christi, und sie „dauert so lange, wie die eucharistischen Gestalten bestehen“ (KKK 1377); was durch die Wandlung Leib Christi geworden ist, bleibt es auch nach der Feier. Der Empfang nimmt die Gabe an, er bringt sie nicht hervor. So hat die Kirche von früh an gehandelt: Justin berichtet um die Mitte des zweiten Jahrhunderts, dass die Diakone den Abwesenden von den konsekrierten Gaben bringen (1 Apol. 65; 67), und Cyrill von Alexandrien weist die Meinung zurück, die Eucharistie verliere ihre heiligende Kraft, wenn das Übrige für den nächsten Tag aufbewahrt wird (Mysterium fidei 61). Das Konzil von Trient hat gegen die Lehre, Christus sei nur während des Empfangs gegenwärtig, erklärt, dass der wahre Leib des Herrn auch in den aufbewahrten und nach der Kommunion übrigen Hostien bleibt, und die Aufbewahrung für die Kranken einen sehr alten Brauch der Kirche genannt (Sitzung XIII, Kap. 6; Kanon 4).
Aus demselben Glauben an diese Gegenwart ist die eucharistische Anbetung als eigene liturgische Praxis hervorgegangen: Sie versammelt die Gläubigen außerhalb der Messfeier vor dem Herrn, der in den konsekrierten Gestalten gegenwärtig bleibt. So erweist sich die Anbetung als Frucht dieser Gegenwart; sie gilt demselben Herrn, den die Gemeinde in der Messfeier empfängt.