SCRIPTURA PLENA

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Eucharistie · Anbetung und Segen

Christus wird angebetet

Das Neue Testament erzählt, wie Menschen vor Jesus niederfallen und wie das Lamm im Himmel Lob und Anbetung empfängt. Die Kirche betet Christus in der Eucharistie an. Beide Male gilt die Anbetung demselben Herrn.

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Brot und Kelch liegen auf einem breiten Altartisch; Lamm, Priester und eine leuchtende Tür verbinden Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.
EucharistieKI-generierte Illustration
Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Die Anbetung Bibel und Textverständnis

Der auferstandene Herr empfängt Anbetung

Das Neue Testament erzählt von Menschen, die vor Jesus niederfallen, und von einem Lamm, dem im Himmel Lob und Anbetung gelten.

Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße.

Auszug aus Mt 28,9 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Die Jünger fallen vor dem auferstandenen Jesus nieder.

Mt 28,9–20: Zusammenhang und Übersetzung

Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.

Auszug aus Joh 9,38 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Der geheilte Blindgeborene bekennt seinen Glauben an Jesus und wirft sich vor ihm nieder.

Joh 9,38: Zusammenhang und Übersetzung

Das Matthäusevangelium endet mit Begegnungen, in denen zuerst die Frauen vor dem auferstandenen Jesus niederfallen und dann die Jünger. Im Johannesevangelium bekennt der geheilte Mann seinen Glauben an Jesus und wirft sich vor ihm nieder. Solche Szenen stehen nicht am Rand des Zeugnisses: Sie zeigen, wem die Anbetung gilt.

Damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihr Knie beugen vor dem Namen Jesu.

Auszug aus Phil 2,9–11 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Vor dem Namen Jesu beugt sich jedes Knie; jede Zunge bekennt Jesus Christus als Herrn.

Phil 2,9–11: Zusammenhang und Übersetzung

Ihm, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm gebühren Lob und Ehre und Herrlichkeit und Kraft in alle Ewigkeit.

Auszug aus Offb 5,8–14 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Das Lamm empfängt Lob, Ehre und Anbetung im himmlischen Gottesdienst.

Offb 5,8–14: Zusammenhang und Übersetzung

Dieselbe Anbetung reicht über die Begegnungen der Evangelien hinaus. Der Philipperbrief bezeugt, dass Christus als der auferstandene Herr Anbetung empfängt. In der Offenbarung empfängt das Lamm Lob und Anbetung. Damit bezeugt das Neue Testament, dass die Anbetung der Person Christi gilt.

Die Eucharistie Glaube und Überlieferung

Dieselbe Anbetung gilt Christus in der Eucharistie

Die Kirche bekennt Christus als wahren Gott und wahren Menschen. Die Anbetung, die ihm zukommt, erweist sie ihm in der Eucharistie.

Die Kirche betet Christus an: im aufbewahrten Sakrament, in der Feier der Eucharistie und in den geordneten Formen der Anbetung dort, wo das Sakrament aufbewahrt wird (KKK 1378–1379).

Quellen zu dieser Frage 1

Die Rückfrage Glaube und Überlieferung

Gilt die Anbetung nur dem irdischen Jesus und nicht der konsekrierten Hostie?

Die Anbetungsszenen des Neuen Testaments gelten dem irdischen und dem auferstandenen Jesus. Bleibt die Anbetung der Hostie damit etwas anderes?

Wendet sich die Anbetung der konsekrierten Hostie, also des geweihten Brotes, an den Herrn, den das Neue Testament als angebetet bezeugt? Der Heidelberger Katechismus verneint das am schärfsten: Christus sei mit seinem wahren Leib im Himmel zur Rechten des Vaters; die Lehre, „daß Christus leiblich unter der Gestalt des Brotes und Weines sei und deshalb darin soll angebetet werden“, verwirft er als Abgötterei (Frage 80). Wer die Hostie anbetet, scheint danach etwas zu verehren, das in den Anbetungsszenen des Neuen Testaments nicht vorkommt.

Die Antwort liegt in der Gegenwart Christi und in der Wandlung, die sie begründet. Die Kirche bekennt (KKK 1374), dass Christus in der Eucharistie wahrhaft gegenwärtig ist, weil durch die Konsekration die ganze Substanz des Brotes in die Substanz seines Leibes verwandelt wird (KKK 1376). Bliebe Brot, wäre seine Anbetung in der Tat Verehrung eines Geschöpfs; nach der Wandlung aber ist unter der Gestalt des Brotes der Herr selbst gegenwärtig, und auf ihn richtet sich die Anbetung, nicht auf ein unabhängiges Objekt. Die Anbetung bleibt eine einzige: Sie gilt dem einen Christus, der zur Rechten des Vaters lebt und in der Eucharistie gegenwärtig ist.

Quellen zu dieser Frage 3
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