Bund und Opfer
Das Blut des Bundes am Sinai
Ein Bund wird am Sinai mit Blut besiegelt. Von dieser Stelle aus liest die Kirche, was beim letzten Mahl und in der Feier der Messe geschieht.
3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Der Bundesschluss Bibel und Textverständnis
Mose sprengt das Blut des Bundes auf das Volk
Am Sinai wird der Bund nicht nur verkündet, sondern mit Opferblut besiegelt.
Das ist das Blut des Bundes, den der HERR aufgrund all dieser Worte mit euch schließt.
Auszug aus Ex 24,8 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Mose bringt Opfer dar, besprengt das Volk mit Blut und nennt es das Blut des Bundes.
Mose trägt dem Volk die Worte Gottes vor, und das Volk nimmt sie an. Danach bringt er Opfer dar, nimmt das Blut und sprengt es auf das Volk. Zu diesem Blut spricht er die entscheidenden Worte: Es ist das Blut des Bundes, den Gott mit Israel schließt.
Damit stehen die Hingabe an Gott und das Geschenk der Gemeinschaft mit ihm in einer einzigen Handlung vor Augen. Der Bund bekommt hier ein Opfer, und das Opfer bekommt einen Namen: das Blut des Bundes. Diese Sprache bleibt nicht Vergangenheit. Im letzten Mahl Jesu kehrt sie wieder und weist über den alten Bund hinaus auf den Neuen Bund.
Der Bund Glaube und Überlieferung
Warum die Kirche die Bundesopfer-Sprache auf Christus bezieht
Die Kirche liest den Bundesschluss am Sinai als Vorbereitung auf die Hingabe Christi.
Was dort mit dem Blut der Opfertiere geschah, hat Gott im Neuen Bund durch das Blut seines Sohnes erfüllt. Gott stiftet Gemeinschaft mit seinem Volk durch ein Opfer, und er besiegelt diese Gemeinschaft mit Blut.
In der Feier der Eucharistie begeht die Kirche diesen Neuen Bund, und das eine Opfer Christi wird darin gegenwärtig. So lehrt es die Kirche, und der Katechismus der Katholischen Kirche entfaltet diesen Zusammenhang in KKK 1363 und KKK 1366–1367.
Quellen zu dieser Frage 2
Die Rückfrage Glaube und Überlieferung
Bringt die Messe ein weiteres Opfer neben dem Kreuz dar?
Wenn Christus am Kreuz das eine Opfer dargebracht hat, wie kann die Messe dann ein Opfer heißen? Der Hebräerbrief betont, dass Christus sich ein für alle Mal dargebracht hat (Hebr 7,27; 10,10); ein weiteres Opfer scheint daneben keinen Platz zu haben.
Der Einwand trifft einen wirklichen Punkt: Es gibt kein zweites Opfer Christi. Die Messe bringt deshalb kein weiteres Opfer neben dem Kreuz dar.
Die Messe heißt Opfer, weil in ihr Christus selbst dargebracht wird. Die Weise der Darbringung unterscheidet sich von der am Kreuz, das Opfer selbst bleibt eines: derselbe Herr, der sich hingegeben hat. Diesen Unterschied hält KKK 1367 fest. Wie diese eine Hingabe die Glaubenden erreicht, zeigt Jesu Kelchwort vom Blut des Bundes; von dorther spricht die Kirche vom Opfer des Neuen Bundes.