Gebet · Katholische Praxis
Christus segnet seine Jünger
Zwei Szenen des Evangeliums zeigen Jesus als den Segnenden: In Mk 10,16 nimmt er die Kinder in seine Arme, legt ihnen die Hände auf und segnet sie; am Ende des Lukasevangeliums erhebt der Auferstandene die Hände über seine Jünger. Von diesem Handeln her versteht die Kirche ihre eigene Segenspraxis.
3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Jesu Segenshandeln Bibel und Textverständnis
Die beiden Segensszenen
Beide Stellen schildern ein Segenshandeln, das von Jesus selbst ausgeht.
Er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.
Auszug aus Mk 10,13–16 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Jesus legt Kindern die Hände auf und segnet sie.
Dort erhob er seine Hände und segnete sie.
Auszug aus Lk 24,50–53 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Der Auferstandene segnet die Jünger vor der Himmelfahrt.
Das Markusevangelium berichtet in Mk 10,13–16, dass Jesus die Kinder in seine Arme nimmt, ihnen die Hände auflegt und sie segnet. Der Evangelist Lukas erzählt am Ende seines Evangeliums in Lk 24,50–53, wie der auferstandene Herr seine Hände erhebt, die Jünger segnet und dabei zum Himmel emporgehoben wird. In beiden Szenen tritt Christus als der Segnende hervor.
Die Stellen bezeugen Jesu Handauflegung und seinen Segen und begründen damit die Mitte des Segens im Neuen Bund: Der Segen kommt von Christus her und führt zu ihm zurück. Die Evangelisten erzählen, was Jesus getan hat, und überliefern sein Handeln.
Der Name Jesu Glaube und Überlieferung
Die Kirche ruft bei jeder Segnung den Namen Jesu an
Der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) gibt in KKK 1082 den Grund an, aus dem die Kirche segnet.
Der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) lehrt in KKK 1082, dass Christus als das fleischgewordene Wort die Segnungen des Vaters mitteilt und den Heiligen Geist ins Herz legt. Darin liegt der Grund, aus dem die Kirche segnet: Die Segnung empfängt ihre Bedeutung von Christus her, der den Segen des Vaters mitteilt.
KKK 1671 beschreibt den Vollzug: Bei einer Segnung ruft die Kirche den Namen Jesu an und macht gewöhnlich das heilige Zeichen des Kreuzes Christi. Kirchliche Segnungen stehen dadurch unter dem Vorrang Christi. Für die Segnungen von Personen, Gegenständen, Orten oder Mahlzeiten, die der Katechismus an erster Stelle unter den Sakramentalien nennt, gilt dieselbe Mitte (KKK 1671).
Quellen zu dieser Frage 1
Christus und der segnende Mensch Glaube und Überlieferung
Wenn Christus selbst segnet, wozu braucht es dann einen Menschen, der segnet?
Wenn der Auferstandene selbst segnet, scheint ein Mensch, der in der Kirche die Hände erhebt, überflüssig zu sein.
Lukas schließt sein Evangelium mit dem Segen des Auferstandenen: Er erhebt die Hände über die Jünger und segnet sie (Lk 24,50). Wenn Christus selbst segnet, wirkt ein Mensch, der in der Kirche die Hände erhebt, wie ein Umweg, als müsste noch jemand hinzukommen, damit ankommt, was Christus schenkt.
Lukas erzählt weiter: Während der Herr die Jünger segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben; sie kehrten in großer Freude nach Jerusalem zurück, „waren immer im Tempel und priesen Gott“ (Lk 24,51–53). Das Letzte, was die Jünger vom Auferstandenen sehen, ist sein Segen, und ihre Antwort ist das gemeinsame Gotteslob. Dort setzt die Lehre der Kirche an: „In der Liturgie der Kirche wird der Segen Gottes vollkommen geoffenbart und mitgeteilt“; in seinem fleischgewordenen, für uns gestorbenen und auferstandenen Wort überhäuft der Vater die Menschen mit seinen Segnungen (KKK 1082). Wer in der Kirche segnet, tritt darum nicht neben Christus. Er bittet in Christi Namen, und durch seinen Dienst erreicht der Segen des Herrn, der zum Vater heimgekehrt ist, die Menschen, die ihn nicht mehr mit eigenen Augen sehen. Der Segen bleibt Christi Gabe in der Hand dessen, der in seinem Namen handelt.
Quellen zu dieser Frage 1
Weiterführende Erklärungen
Gott ist der Ursprung jeder SegnungDirekter positiver Beleg