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Katholische Praxis · Gebet

Gott ist der Ursprung jeder Segnung

Segen gehört zum Leben der Kirche: Er wird im Gottesdienst empfangen, im Gebet erbeten und an andere weitergegeben. Wer segnet, beginnt nicht bei sich selbst.

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Zwei Hände halten einen fünfgesätzigen Rosenkranz mit Medaille und Kreuz; fünf Evangeliumsszenen umgeben ein zentrales Christuslicht.
GebetKI-generierte Illustration
Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Der Segen über Abraham Bibel und Textverständnis

Gott segnet Abraham und sendet ihn als Segen für alle Sippen der Erde

Die beiden angeführten Stellen zeigen den Segen Gottes: In der einen segnet Gott Abraham, in der anderen preist der Verfasser den Vater, der die Glaubenden in Christus gesegnet hat.

Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein.

Auszug aus Gen 12,1–3 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Gott segnet Abraham und macht ihn zum Segen für alle Sippen der Erde.

Gen 12,1–3: Zusammenhang und Übersetzung

Das Buch Genesis, das erste Buch der Bibel, erzählt im zwölften Kapitel, wie Gott Abraham ruft. In diesem Ruf liegt eine doppelte Berufung. Gott segnet Abraham, und er macht ihn selbst zum Segen für alle Sippen der Erde. Abraham empfängt also zuerst und wird dann gesandt. Der Segen bleibt dabei Gottes Gabe; er erreicht andere Menschen durch den Dienst dessen, den Gott dazu sendet.

Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus. Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.

Auszug aus Eph 1,3 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Der Vater segnet die Glaubenden in Christus mit jedem geistlichen Segen.

Eph 1,3: Zusammenhang und Übersetzung

Der Brief an die Epheser (Eph) fügt eine zweite Aussage hinzu, die den Blick umkehrt: Dort preist der Verfasser Gott, den Vater unseres Herrn Jesus Christus, und bekennt, dass der Vater die Glaubenden in Christus mit allem Segen seines Geistes gesegnet hat. Der Segen kommt also nicht erst durch den Menschen in die Welt; er ist in Christus bereits empfangen, bevor ihn jemand weitergibt. Beide Stellen zusammen beschreiben eine Ordnung: Gott bleibt der Ursprung, und der Mensch, den er segnet, trägt den empfangenen Segen weiter.

Der Ursprung des Segens Glaube und Überlieferung

Die Kirche bekennt: Jeder Segen geht von Gott aus und führt zu ihm zurück

Der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) beschreibt den Segen als eine göttliche Handlung, an der der Mensch beteiligt wird.

Der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) lehrt, dass der Segen seinen Ursprung im Vater hat (KKK 1078). KKK 1082 nennt den Vater Ursprung und Ziel allen Segens und bekennt Christus als den, durch den der Vater seinen Segen mitteilt; die Kirche empfängt ihn und antwortet darauf mit Lobpreis. Empfangen und Antworten gehören also zusammen. Die Kirche lebt dabei von dem, was sie empfängt, und antwortet aus dieser Gabe.

Als Gebet des Segens gehört der Segen zu den Formen, in denen die Kirche Gottes Gaben empfängt und auf sie antwortet (KKK 2626). Der Katechismus nennt den Segen die Grundbewegung des christlichen Betens: Der Mensch antwortet lobend auf Gottes Gabe. Darin zeigt sich, was Segnen im Verständnis der Kirche ist: Antwort auf das, was Gott bereits geschenkt hat. Offen ist damit, was dem Menschen im Segnen zukommt.

Quellen zu dieser Frage 1

Menschliches Segnen Glaube und Überlieferung

Hat menschliches Segnen eine eigene Bedeutung?

Wenn Gott allein die Quelle des Segens ist, scheint für menschliches Segnen nichts Eigenes übrig zu bleiben.

Wenn Gott allein die Quelle des Segens ist, bleibt menschliches Segnen eine leere Geste ohne eigene Bedeutung. Der Mensch, der segnet, wäre dann nur ein Zuschauer eines Geschehens, das ganz bei Gott liegt.

Gott bleibt der Segnende, und er bezieht Menschen in seinen Segen ein. Abraham wird zum Segen für alle Sippen; die Kirche lobt Gott und bittet in seinem Namen um den Segen. Ihr Dienst ist diese Bitte, und Gott ist es, der den Segen schenkt. Die Schrift misst dem Segen eines Menschen darum eigenes Gewicht bei: „Aufgrund des Glaubens segnete Isaak Jakob und Esau im Hinblick auf das Kommende“ (Hebr 11,20), und vom Segen Melchisedeks über Abraham heißt es: „Zweifellos wird aber immer das Geringere vom Höheren gesegnet“ (Hebr 7,7; vgl. Gen 14,19). So nimmt der Dienst des Menschen an Gottes Handeln teil; der Segen bleibt Gottes Geschenk, und darin liegt die Bedeutung dessen, der ihn ausspricht. Was der Katechismus als Weg beschreibt, der von Gott ausgeht und zu ihm zurückführt (KKK 1082), gilt auch für den, der segnet. Weil dieser Dienst in der Schrift einen ausdrücklichen Auftrag hat, führt der nächste Beleg zu der Stelle, in der Gott ihn Aaron und seinen Söhnen überträgt.

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