SCRIPTURA PLENA

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Gebet — katholische Praxis

Die Botschaft des Engels

Der Angelus beginnt mit der kirchlichen Wiedergabe der Verkündigung an Maria.

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Zwei Hände halten einen fünfgesätzigen Rosenkranz mit Medaille und Kreuz; fünf Evangeliumsszenen umgeben ein zentrales Christuslicht.
GebetKI-generierte Illustration
Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Die Verkündigung Gabriels Bibel und Textverständnis

Der Engel Gabriel verkündet Maria die Geburt Jesu, des Sohnes Gottes

Die angeführte Stelle bezeugt die Verkündigung des Engels und die Antwort Marias.

Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebären; dem sollst du den Namen Jesus geben.

Auszug aus Lk 1,26–38 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Der Engel verkündet Maria die Geburt Jesu.

Lk 1,26–38: Zusammenhang und Übersetzung

In der angeführten Stelle tritt der Engel Gabriel an Maria heran und kündigt ihr die Geburt Jesu an, des Sohnes Gottes. Was der Engel ankündigt, ist nicht nur ein menschliches Ereignis: Der Sohn Gottes wird Mensch.

Maria antwortet auf diese Verkündigung im Glauben. Die Stelle bezeugt damit beides, die Ankündigung des Engels und die Antwort Marias. Genau diese beiden Elemente sammelt der Angelus in einer kurzen Gebetsordnung.

Die Verkündigung als Gebet Glaube und Überlieferung

Die Kirche betet die Verkündigung als biblisches und auf Christus bezogenes Gebet

Die Kirche nimmt die Verkündigung des Engels in eine regelmäßig gebetete Form auf.

Der Angelus sammelt die Verkündigung des Engels in einer kurzen Gebetsordnung und führt zum Geheimnis der Menschwerdung. Marialis cultus, ein kirchliches Schreiben über die Pflege der Marienverehrung, beschreibt dieses Gebet als biblisch und christologisch geprägt: Es bleibt auf die Schrift bezogen und auf Christus hin ausgerichtet.

Das Direktorium über Volksfrömmigkeit und Liturgie ordnet den Angelus als biblisch geprägte Volksfrömmigkeit am Morgen, Mittag und Abend ein; die Kirche betet dabei den biblischen Text und betrachtet ihn.

Quellen zu dieser Frage 2

Die kirchliche Gebetsform Glaube und Überlieferung

Warum braucht es eine Gebetsform für eine biblische Verkündigung?

Die Verkündigung des Engels steht bereits in der Bibel. Damit stellt sich die Frage, wozu es zusätzlich eine kirchliche Gebetsform braucht.

Die Verkündigung ist aufgeschrieben und in der Schrift zugänglich; eine eigene Gebetsordnung scheint ihr nichts hinzuzufügen. Wer die Schrift liest, hat sie gehört.

Das Gebet ist die Antwort des Glaubens auf das gehörte Wort, und der Glaube lebt von der Erinnerung. Darum gibt die Kirche der Verkündigung feste Worte, die gemeinsam gesprochen werden und im Gedächtnis bleiben. Der Angelus hält die Verkündigung gegenwärtig und führt zu Christus hin.

Quellen zu dieser Frage 1
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