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Todsünde und Versöhnung

Gnadenverlust, Reue und Wiederherstellung

Die heiligmachende Gnade ist das von Gott geschenkte Leben der Gemeinschaft mit ihm. Eine Todsünde zerstört diese Gemeinschaft und führt, wenn sie nicht bereut und vergeben wird, zum Ausschluss aus dem Reich Christi. Was wird aus einem Menschen, der so schuldig geworden ist? Die Schrift bezeugt, dass Sünden vergeben werden und dass Christus seiner Kirche dafür die Vollmacht gegeben hat; die Kirche lehrt den Weg, auf dem ein gefallener Sünder wieder aufgerichtet wird.

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Eine lebende Rebe trägt grüne und goldene Blätter; ein Ast ist verletzt, aber verbunden, während ein anderer abgetrennt am Weg liegt.
TodsündeKI-generierte Illustration
Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Die Vollmacht Bibel und Textverständnis

Bekenntnis, Vergebung und die Vollmacht der Kirche

Die Schrift verbindet das Bekenntnis der Sünden mit Gottes Vergebung, und sie zeigt, wem Christus die Vollmacht gegeben hat, Sünden zu erlassen und zu behalten.

Vers 21: Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

Vers 22: Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!

Vers 23: Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.

Auszug aus Joh 20,21–23 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Der Auferstandene überträgt den Aposteln die Vollmacht, Sünden zu vergeben und zu behalten.

Joh 20,21–23: Zusammenhang und Übersetzung

Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht.

Auszug aus 1 Joh 1,8–9 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Johannes verbindet das Bekenntnis der Sünden mit Vergebung und Reinigung.

1 Joh 1,8–9: Zusammenhang und Übersetzung

Der auferstandene Christus sendet seine Jünger, wie der Vater ihn gesandt hat, und überträgt ihnen mit dem Heiligen Geist eine Vollmacht, die das Innerste des Menschen betrifft: „Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.“ Die Vergebung erreicht den Sünder damit durch konkrete Menschen, die in der Gemeinschaft der Kirche handeln. Der Erste Johannesbrief verbindet das Bekenntnis mit Gottes Treue: Wer die eigene Schuld ausspricht, tritt aus der Verborgenheit heraus, und Gott vergibt ihm und reinigt ihn (1 Johannes 1,9). Der Jakobusbrief zeigt dieses Bekennen in der Gemeinde: „Darum bekennt einander eure Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet!“ (Jakobus 5,16).

Vers 9a: Wisst ihr denn nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Täuscht euch nicht!

Auslassung im Bibeltext.

Vers 11: Und solche gab es unter euch. Aber ihr seid reingewaschen, seid geheiligt, seid gerecht geworden im Namen Jesu Christi, des Herrn, und im Geist unseres Gottes.

Auszug aus 1 Kor 6,9a.11 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus nennt Sünden, die das Reich Gottes ausschließen, und erinnert daran, dass die Korinther gereinigt und geheiligt wurden.

1 Kor 6,9–11: Zusammenhang und Übersetzung

Der Erste Korintherbrief richtet seine Warnung an Getaufte: Menschen, die „reingewaschen“, „geheiligt“ und „gerecht geworden“ sind, schärft Paulus ein, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden, und sagt: „Täuscht euch nicht!“ (1 Korinther 6,9–11). Dass ein Getaufter nach schwerer Schuld wieder aufgenommen wird, zeigt derselbe Paulus im Zweiten Korintherbrief: Er bittet die Gemeinde, dem Bestraften zu „verzeihen und trösten“ und „ihm gegenüber Liebe walten zu lassen“ (2 Korinther 2,7–8), denn: „Die gottgewollte Traurigkeit verursacht nämlich Sinnesänderung zum Heil“ (2 Korinther 7,10).

Die Wiederherstellung Glaube und Überlieferung

Verlorene Gnade und der Weg der Versöhnung

Die Todsünde zerstört die Liebe und die heiligmachende Gnade. Der Katechismus beschreibt diese ernste Folge und ebenso den Weg, auf dem die Gemeinschaft mit Gott wiederhergestellt wird.

Die heiligmachende Gnade ist das von Gott geschenkte Leben der Gemeinschaft mit ihm. Wird eine Todsünde, die diese Gnade zerstört, nicht durch Reue und Gottes Vergebung wiedergutgemacht, führt sie zum Ausschluss aus dem Reich Christi und zum ewigen Tod in der Hölle: Wer in Todsünde stirbt, ohne sie bereut und Gottes barmherzige Liebe angenommen zu haben, bleibt durch eigenen freien Entschluss für immer von Gott getrennt. Niemand ist dazu vorherbestimmt. Die Kirche kann beurteilen, dass eine Tat in sich schwer ist; das Urteil über den einzelnen Menschen überlässt sie der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit Gottes (KKK 1033; 1037; 1861). Der Katechismus lehrt, dass eine solche Sünde eine neue Hinwendung der Barmherzigkeit Gottes und eine Bekehrung des Herzens erfordert, die normalerweise im Sakrament der Versöhnung geschieht (KKK 1856).

Der Weg zurück beginnt mit der Reue. Das Konzil von Trient beschreibt sie als Seelenschmerz und Abscheu über die begangene Sünde, verbunden mit dem Vorsatz, fortan nicht zu sündigen (Sitzung XIV, Kapitel 4; KKK 1451). Vollkommene Reue, die aus der Liebe zu Gott hervorgeht, kann den Menschen schon vor dem Empfang des Sakraments mit Gott versöhnen; sie schließt das Verlangen nach dem Sakrament und den Vorsatz ein, so bald wie möglich zu beichten. Unvollkommene Reue, die aus der Furcht vor Strafe erwächst, ist eine Gabe Gottes und bereitet den Sünder auf die Gnade im Sakrament der Buße vor. Bei schwerer Sünde bleibt die sakramentale Beichte der ordentliche Weg der Versöhnung.

Die frühe Kirche hat diese Vollmacht in geordneter Weise ausgeübt. Die Didache, eine frühchristliche Gemeindeordnung aus der Zeit um 100, weist an: „In der Versammlung sollst du deine Fehltritte bekennen“ (Didache 4,14); das Bekenntnis hat seinen Ort in der versammelten Gemeinde. Um 200 gehört nach Tertullian zur Buße nach schwerer Sünde, „vor den Priestern niederzufallen“ (Über die Buße 9); das Bekenntnis hat ein Gegenüber in den Amtsträgern der Kirche. Um 251 lobt Cyprian von Karthago Christen, die schon den bloßen Gedanken an die Verleugnung des Glaubens „vor den Priestern Gottes mit Betrübnis und Aufrichtigkeit bekennen“ (Über die Gefallenen 28); das Bekenntnis reicht hier bis zu den inneren Sünden. Die äußere Gestalt der Buße war die der Kirche jener Zeit; bezeugt ist, dass die Versöhnung nach schwerer Schuld in der Gemeinde und vor ihren Amtsträgern geschah.

Quellen zu dieser Frage 7

Die Rückfrage Glaube und Überlieferung

Verdunkelt die priesterliche Vermittlung Gottes Barmherzigkeit?

Wenn Gott Sünden unmittelbar vergeben kann, erscheint die Beichte als kirchlicher Umweg: Die menschliche Vermittlung des Priesters verdunkle Gottes Barmherzigkeit. Der Einwand berührt eine wirkliche Frage: Wie verhalten sich Gottes Barmherzigkeit und der Dienst des Priesters zueinander?

Die Kirche bekennt, dass Gott der Ursprung jeder Vergebung ist. Christus hat diese Vergebung an einen kirchlichen Dienst gebunden und seiner Kirche die Vollmacht gegeben, Sünden zu erlassen und zu behalten. Im Priester handelt Christus selbst; die Vergebung bleibt sein Werk, und der menschliche Dienst ist die Gestalt, in der sie den Schuldigen erreicht. Was der Sünder empfängt, ist Gottes Barmherzigkeit in der Ordnung, die Christus ihr gegeben hat.

Die Absolution ist ein wirksames Zeichen: Sie bewirkt die Versöhnung, die sie bezeichnet, und versöhnt den Sünder mit Gott und mit der Kirche. Bei vollkommener Reue kann Gott die Vergebung schon vor der sakramentalen Beichte schenken; das Verlangen nach dem Sakrament gehört dann zur Reue selbst, sodass der Dienst der Versöhnung auch im Ausnahmefall sein Ziel behält. Wo die Reue allein aus der Furcht vor Strafe erwächst, bereitet sie auf die Gnade im Sakrament vor, in dem Christus die verlorene Gemeinschaft wiederherstellt.

Quellen zu dieser Frage 2
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