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Krankensalbung · Lehre und Feier

Empfangenes Sakrament, geordneter Dienst, Gnade für den Kranken

Drei Fragen führen durch die Lehre der Kirche: was sie über die Krankensalbung bestimmt, wer sie spendet und welche Gnade der Kranke empfängt.

3 Fragen · Quellen zum Prüfen

Ein Priester salbt einen kranken Mann im Bett, während ein weiterer Amtsträger betet; daneben steht ein Ölgefäß, Tageslicht fällt herein.
KrankensalbungKI-generierte Illustration
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Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Was die Lehre bestimmt Glaube und Überlieferung

Wie benennt die Kirche das Sakrament, das sie empfangen hat?

Trient und der Katechismus benennen, was die Kirche an der Salbung der Kranken empfangen hat.

Das Konzil von Trient hat die Krankensalbung in einem eigenen Lehrstück behandelt und sein Urteil ausdrücklich auf die Überlieferung gestützt, die die Kirche von den Aposteln empfangen hat: Christus hat dieses Sakrament eingesetzt, Markus deutet es an, Jakobus verkündet es den Gläubigen (Krankensalbung, Kap. I). Das gesegnete Öl nennt Trient das sichtbare Zeichen der inneren Gnade, die der Heilige Geist schenkt. Dass die Krankensalbung ein wahres und eigentliches, von Christus eingesetztes und von Jakobus verkündetes Sakrament ist, hat das Konzil als Glaubenssatz (Dogma) definiert; wer es leugnet, widerspricht dem Glauben der Kirche (Krankensalbung, Kanon I). Der Katechismus bekennt mit der Kirche, dass unter den sieben Sakramenten eines besonders dazu bestimmt ist, die durch Krankheit Geprüften zu stärken (KKK 1510–1511). Der Gesalbte empfängt eine Gabe Gottes, die die Kirche ihm im Namen Christi zuspricht.

Jakobus nennt bereits den Kranken, die Ältesten, das Gebet, das Öl im Namen des Herrn und die Verheißung von Rettung, Aufrichtung und Vergebung. Später kommen eine genauere, systematische Lehre hinzu und eine geordnete Abfolge von Zeichen und Gebeten. Wo daraus die Vermutung entsteht, die Kirche habe der apostolischen Salbung etwas hinzugefügt, antwortet Trient: Die Krankensalbung ist das Sakrament, das Christus eingesetzt hat, und die Kirche hält sie als heilige Handlung in Übung (Krankensalbung, Kap. III, Kanon I und III). Die späteren Lehrworte benennen genauer eben die Handlung, in der sich der Herr des Kranken durch den Dienst seiner Kirche annimmt.

Zur Ordnung der Feier gehört auch ihr Name. Im Lauf der Jahrhunderte wurde die Krankensalbung mehr und mehr nur noch Sterbenden gespendet; aus dieser Praxis entstand die Bezeichnung Letzte Ölung (KKK 1512). Das letzte Sakrament auf der irdischen Pilgerschaft soll jedoch die Eucharistie als Wegzehrung sein (KKK 1517). Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil hat Paul VI. mit der Apostolischen Konstitution „Sacram unctionem infirmorum“ von 1972 den römischen Ritus festgelegt: Gesalbt werden Stirn und Hände, und dabei werden die Worte gesprochen: „Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes: Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf“ (KKK 1513). Paul VI. hat die Formel eigens so geändert, dass sie mit den Worten des Jakobus die Wirkungen des Sakraments besser ausdrückt. Solche Festlegungen betreffen die Ordnung und den Vollzug der Feier. Die empfangene Handlung bleibt: die Salbung mit dem Öl der Kirche, das Gebet im Namen des Herrn und die Zusage, dass Christus den Kranken nicht allein lässt.

Quellen zu dieser Frage 6

Wer spendet? Glaube und Überlieferung

Warum spenden Bischöfe und Priester die Krankensalbung?

Der Kranke ruft den Priester, und in dessen Dienst handelt Christus selbst.

Die Krankensalbung spenden Bischöfe und Priester (KKK 1516). Nur sie können dieses Sakrament gültig spenden. Die Kongregation für die Glaubenslehre hat in ihrer Note vom 11. Februar 2005 festgestellt, dass diese Lehre „definitive tenenda“ ist, also endgültig und verbindlich festzuhalten. Die Note stützt sich dabei auf das Konzil von Trient (Krankensalbung, Kanon IV); der beigefügte Kommentar nennt zudem das Konzil von Florenz als frühere Bestätigung derselben Lehre.

Jakobus lässt den Kranken „die Ältesten der Gemeinde“ rufen (Jak 5,14); im Griechischen steht τοὺς πρεσβυτέρους τῆς ἐκκλησίας (tus presbýterus tēs ekklēsías, gesprochen etwa „tus pres-BÜ-te-rus tes ek-kle-SI-as“). Die Reformatoren lasen darin ältere Gemeindeglieder statt geweihter Priester, und dasselbe Wort kann tatsächlich einen älteren Mann bezeichnen: „Einen älteren Mann sollst du nicht grob behandeln“ (1 Tim 5,1). Jakobus spricht aber von den Ältesten der Gemeinde, und mit diesem Namen verbindet das Neue Testament ein übertragenes Amt. Paulus und Barnabas „setzten für sie in jeder Gemeinde Älteste ein und empfahlen sie unter Gebet und Fasten dem Herrn“ (Apg 14,23), Titus soll „in den einzelnen Städten Älteste“ einsetzen (Tit 1,5), und Paulus erinnert die Ältesten von Ephesus an die Herde, „in der euch der Heilige Geist zu Vorstehern bestellt hat, damit ihr als Hirten für die Kirche des Herrn sorgt“ (Apg 20,17.28). Sie versehen „das Amt des Vorstehers“ (1 Tim 5,17), das durch Handauflegung übertragen wird, die nicht vorschnell geschehen soll (1 Tim 5,22). Von hier aus lehrt das Konzil von Trient, dass mit den Presbytern der Kirche bei Jakobus nicht die dem Alter nach Ältesten oder die Angesehensten im Volk gemeint sind, sondern Bischöfe oder Priester, die durch die Handauflegung des Priestertums rechtmäßig geweiht sind (Krankensalbung, Kap. III).

Durch diese Weihe handelt Christus selbst, das Haupt der Kirche; der Priester vertritt ihn, und er nimmt das Gebet der ganzen Kirche in sein eigenes Gebet auf. So wird der Kranke in der Fürbitte des ganzen Gottesvolkes dem Herrn empfohlen.

Wo wenige Priester für viele Gemeinden da sind, entsteht die Frage, ob ein bereitwilliger Laie die Salbung übernehmen kann. Die Note vom 11. Februar 2005 verneint das: Die Krankensalbung bleibt beim geweihten Amtsträger, dessen Vollmacht aus der Weihe kommt. Der Kranke ist damit nicht ohne Begleitung. Der Katechismus ermutigt die Gläubigen, den Priester für den Kranken zu rufen, und beschreibt, wie die Pfarrer die Gläubigen über die Wirkungen des Sakraments unterweisen und wie die ganze Pfarrgemeinde den Kranken mit Gebet und brüderlicher Aufmerksamkeit begleitet (KKK 1516). Angehörige und Gemeindeglieder pflegen den Kranken und beten mit ihm; dieses Gebet gehört zur Fürsorge der Kirche.

In der Regel weiht der Bischof das Öl, mit dem die Krankensalbung gespendet wird; wo die Not es verlangt, weiht der Priester das Öl selbst, das er verwendet (KKK 1519, 1530). Die Ölweihe bereitet das Zeichen des Sakraments vor; die Vollmacht zur Spendung kommt aus dem Weihesakrament des Priesters.

Quellen zu dieser Frage 5

Empfänger und Wirkungen Glaube und Überlieferung

Was schenkt die Salbung einem schwer kranken Menschen?

Das Sakrament gilt dem, dessen Gesundheitszustand bedroht ist, und begleitet ihn durch die Krankheit. Es stärkt ihn mit einer Gabe des Heiligen Geistes und verbindet ihn mit Christus; die Kirche tritt für ihn ein.

Empfangen wird die Krankensalbung von Gläubigen, die schwer erkrankt sind oder deren Kräfte im Alter nachlassen. Der rechte Zeitpunkt ist gekommen, sobald der Gläubige wegen Krankheit oder Altersschwäche in Lebensgefahr zu geraten beginnt; eine leichte Erkrankung genügt nicht. Erkrankt er nach einer Genesung erneut schwer, kann er das Sakrament von neuem empfangen; dasselbe gilt, wenn sich dieselbe Krankheit verschlimmert.

Was der Kranke empfängt, ist zuerst eine Gabe des Heiligen Geistes: Stärkung, Beruhigung und Ermutigung, um die Schwierigkeiten einer schweren Krankheit oder der Altersschwäche zu bestehen. Diese Gnade erneuert sein Vertrauen auf Gott und seinen Glauben an ihn; sie stärkt ihn gegen Entmutigung und Todesangst.

Die Gnade der Salbung verbindet den Kranken enger mit Christus. Die ganze Kirche empfiehlt ihn dem leidenden und verherrlichten Herrn und ermahnt ihn, sich aus freien Stücken mit dem Leiden und dem Tod Christi zu vereinigen. Wer sich so mit Christus vereinigt, hat Anteil an dem Leiden, durch das der Herr die Menschen erlöst. Nach dem Glauben der Kirche trägt der Kranke so durch die Gnade dieses Sakraments zur Heiligung der Kirche und zum Wohl aller Menschen bei. Dabei steht er nicht allein: In der Gemeinschaft der Heiligen tritt die Kirche für ihn ein. Diese Verbindung ist Geschenk; sie gilt dem Kranken auch in seiner Schwäche.

Zur Wirkung des Sakraments gehört die Vergebung der Sünden, wenn der Kranke sie nicht mehr durch das Bußsakrament erlangen kann. Die Kirche rechnet dabei mit seinem Glauben: Sie ermahnt ihn, die Salbung vorbereitet und in guter innerer Verfassung zu empfangen. Für den, der am Ende seines Lebens steht, bereitet die Salbung den Übergang in das ewige Leben vor.

Zu den Gaben dieses Sakraments gehört die Genesung, wenn sie dem Heil der Seele zuträglich ist; die Kirche erbittet sie, und Gott schenkt sie, wenn es seinem Willen entspricht. Bleibt die Genesung aus, so bleibt der Glaube des Kranken in Gott geborgen. Er braucht die ärztliche Behandlung, und er braucht die Kirche, die ihn gesalbt hat, für ihn betet und ihn pflegt. Ihre Fürbitte gilt ihm auch dann, wenn die Krankheit bleibt.

Quellen zu dieser Frage 9
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