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Wer empfängt die Weihe?

Die Weihe folgt der Wahl Christi

Die Kirche weiht nur getaufte Männer. Sie gründet diese Ordnung auf die freie Wahl, mit der Christus die Zwölf berief, und auf die Praxis der Apostel. Wie verbindlich ist diese Lehre, und wie verhält sie sich zur Einheit aller Getauften in Christus?

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Ein Amtsträger legt einem knienden Mann die Hände auf und reicht eine Lampe weiter; die Handlung führt über mehrere Gestalten zu Christus.
PriestertumKI-generierte Illustration
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Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Die Wahl der Zwölf Bibel und Textverständnis

Jesus ruft die zu sich, die er selbst will, und setzt zwölf ein

Markus erzählt die Einsetzung der Zwölf als freie Wahl Jesu; Paulus spricht von der Einheit aller Getauften in Christus.

Vers 13: Jesus stieg auf einen Berg und rief die zu sich, die er selbst wollte, und sie kamen zu ihm.

Vers 14: Und er setzte zwölf ein, damit sie mit ihm seien und damit er sie aussende, zu verkünden

Vers 15: und mit Vollmacht Dämonen auszutreiben.

Mk 3,13–15 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Jesus ruft die zu sich, die er selbst will, und setzt zwölf Männer ein, damit sie mit ihm seien und er sie aussende.

Mk 3,13–19: Zusammenhang und Übersetzung

Jesus steigt auf einen Berg und ruft die zu sich, die er selbst will. Er setzt zwölf ein, damit sie mit ihm seien und er sie aussende, und Markus nennt die zwölf Männer mit Namen. Die Wahl geht ganz von Jesus aus. Als die Apostel nach dem Ausscheiden des Judas einen Nachfolger suchen, soll es „einer von den Männern“ sein, die mit ihnen die ganze Zeit zusammen waren (Apg 1,21).

Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus.

Gal 3,28 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Die Frage an diesen Text

Paulus sagt den Getauften, dass sie alle einer sind in Christus Jesus, ohne Unterschied von Juden und Griechen, Sklaven und Freien, männlich und weiblich.

Gal 3,28: Zusammenhang und Übersetzung

Paulus schreibt den Galatern, die auf Christus getauft sind und Christus angezogen haben (Gal 3,27): Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich, denn alle sind einer in Christus Jesus. Der Satz spricht von der Einheit, die die Taufe allen Glaubenden schenkt.

Gebunden an die Wahl Christi Glaube und Überlieferung

Die Kirche weiht getaufte Männer, weil sie sich an die Wahl Christi gebunden weiß

Die heilige Weihe empfängt gültig nur ein getaufter Mann (CIC can. 1024; KKK 1577); die Kirche lehrt dies als endgültig zu haltende Wahrheit.

Das Kirchenrecht sagt es in einem Satz: Die heilige Weihe empfängt gültig nur ein getaufter Mann (CIC can. 1024). Der Katechismus führt diese Ordnung auf die Wahl Christi und die Praxis der Apostel zurück: Jesus hat Männer gewählt, um das Kollegium der zwölf Apostel zu bilden, die Apostel taten das Gleiche, als sie Mitarbeiter wählten, und die Kirche weiß sich durch diese Wahl, die der Herr selbst getroffen hat, gebunden (KKK 1577). Das Wort „gültig“ bezeichnet den entscheidenden Punkt: Es geht darum, ob die Weihe überhaupt zustande kommt.

Die Wahl Christi war frei. Johannes Paul II. nimmt dazu sein eigenes Wort auf: „Wenn Christus nur Männer zu seinen Aposteln berief, tat er das völlig frei und unabhängig“ (Ordinatio sacerdotalis 2). Darum beansprucht die Kirche in dieser Frage keine eigene Verfügung. Der Papst erklärt, „daß die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden“, und dass alle Gläubigen sich „endgültig an diese Entscheidung zu halten“ haben (Ordinatio sacerdotalis 4).

Wie verbindlich diese Lehre ist, hat die Glaubenskongregation am 28. Oktober 1995 klargestellt: Sie gehört zum Glaubensgut, gründet auf dem geschriebenen Wort Gottes, ist in der Überlieferung der Kirche von Anfang an beständig bewahrt worden und wird vom ordentlichen und universalen Lehramt unfehlbar vorgetragen (vgl. LG 25). Der Kommentar zur Professio fidei von 1998 sagt, der Papst habe sie, „ohne eine dogmatische Definition vorzunehmen“, als endgültig zu halten bekräftigt (Nr. 11). Endgültigkeit und feierliche Definition sind darum zu unterscheiden: Das ordentliche und universale Lehramt legt eine Lehre unfehlbar vor, auch wo kein feierlicher Akt vorausgeht.

Quellen zu dieser Frage 5

Einheit in Christus Glaube und Überlieferung

Macht nicht die Taufe Männer und Frauen in Christus eins?

Gegen die Bindung der Weihe an Männer wird Gal 3,28 angeführt: In Christus gibt es nicht mehr männlich und weiblich.

Der Einwand hat seinen Grund im Text selbst. Paulus spricht die Einheit aller in Christus nicht als ferne Hoffnung aus, sondern als Wirklichkeit der Getauften: „nicht männlich und weiblich; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus“ (Gal 3,28). Wenn die Taufe alle in Christus eins macht, so folgert der Einwand, dann kann ein Dienst in der Kirche nicht am Geschlecht hängen, ohne dass diese Einheit wieder aufgehoben wird.

Die Einheit, von der Gal 3,28 spricht, gilt uneingeschränkt. Alle Getauften haben Christus angezogen, sind Glieder des einen Leibes und haben denselben Zugang zum Heil. Der geordnete Dienst steht innerhalb dieser Einheit und teilt die Gläubigen nicht in Höhere und Niedrigere; dass einer die Weihe empfängt und der andere nicht, hebt die Taufe des anderen nicht auf und mindert seine Würde nicht. Die Weihe ist kein Anspruch, der aus der Taufe folgt: „Niemand hat ein Recht darauf, das Sakrament der Weihe zu empfangen“ (KKK 1578).

Die Kirche nennt dafür ein Zeugnis, das jede Herabsetzung ausschließt. Maria, die Mutter Gottes und Mutter der Kirche, hat weder den eigentlichen Sendungsauftrag der Apostel noch das Amtspriestertum erhalten; das zeigt, „daß die Nichtzulassung der Frau zur Priesterweihe keine Minderung ihrer Würde und keine Diskriminierung ihr gegenüber bedeuten kann“ (Ordinatio sacerdotalis 3).

Quellen zu dieser Frage 2
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