SCRIPTURA PLENA

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Rechtfertigung und Gnade

Der Glaube wirkt durch die Liebe

Paulus beschreibt den Glauben als eine Wirklichkeit, die durch die Liebe tätig wird.

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Ein fruchttragender Baum empfängt Licht von oben; Wasser erreicht seine Wurzeln, während sich kleine Gestalten unter den Ästen sammeln.
RechtfertigungKI-generierte Illustration
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Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Glaube und Liebe Bibel und Textverständnis

Der Glaube zählt in seiner Wirksamkeit durch die Liebe

Paulus beschreibt den Glauben so, dass die Liebe zu seinem Vollzug gehört.

Denn in Christus Jesus vermag weder die Beschneidung noch die Unbeschnittenheit etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe wirkt.

Auszug aus Gal 5,6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

In Christus zählt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein, sondern der Glaube, der durch die Liebe wirksam wird.

Gal 5,6: Zusammenhang und Übersetzung

Im Galaterbrief steht die Aussage über den Glauben im Zusammenhang der Freiheit in Christus. Paulus fasst den Glauben dort als eine Wirklichkeit zusammen, die durch die Liebe tätig wird. Er beschreibt ihn als Beziehung zu Christus, die sich in der Liebe vollzieht.

Wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts.

Auszug aus 1 Kor 13,2 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Paulus erklärt, dass ein Glaube ohne Liebe den Menschen nichts nützt.

1 Kor 13,2: Zusammenhang und Übersetzung

Der erste Korintherbrief verschärft den Blick. Paulus erklärt, dass selbst ein umfassender Glaube ohne Liebe nichts ist. Damit zeigt sich die Liebe als Lebensform des Glaubens; die Aussagen zusammengenommen bezeugen, dass christlicher Glaube in der Liebe lebt und wirkt.

Rechtfertigung und Gnade Glaube und Überlieferung

Der Glaube empfängt Christus und wird aus seiner Gnade in der Liebe wirksam

Die Kirche liest diese Stellen im Zusammenhang ihrer Lehre von der Rechtfertigung, also der Frage nach dem Handeln Gottes am Menschen, und von der Gnade.

Die Kirche lehrt, dass der Glaube Christus empfängt und aus seiner Gnade heraus in der Liebe wirksam wird. Gnade meint dabei Gottes ungeschuldete Zuwendung und zugleich das Geschenk, in dem er durch den Heiligen Geist sein eigenes Leben in die Seele eingießt: die heiligmachende Gnade, die der Christ in der Taufe empfängt und die ihn von innen heilt und heiligt (KKK 1999). Bei der Rechtfertigung werden Glaube, Hoffnung und Liebe in das Herz des Menschen gegossen (KKK 1991). Die Liebe beseelt den Glauben als „Form der Tugenden“ (KKK 1827); ein Glaube ohne Hoffnung und Liebe vereint den Gläubigen nicht voll mit Christus (KKK 1815).

In der Liebe handelt der Mensch wirklich, und die Kraft dieses Handelns kommt aus der Gnade. Darum ist der Glaube, der rechtfertigt, nach der Lehre der Kirche der Glaube, der durch die Liebe wirkt, wie Gal 5,6 ihn beschreibt. Gerade daran nimmt die reformatorische Lehre Anstoß.

Quellen zu dieser Frage 3

Der Rang der Liebe Glaube und Überlieferung

Erscheint die Liebe als menschlicher Zusatz neben Christus?

Der Einwand fragt, welchen Rang die Liebe neben Christus hat.

Nach der reformatorischen Lehre rechtfertigt der Glaube, weil er Christus empfängt; die Liebe und die guten Werke soll er als Frucht hervorbringen (Augsburger Bekenntnis, Art. 6). Gehört die Liebe zur Rechtfertigung selbst, so der Einwand, dann tritt sie als eigene Leistung des Menschen neben Christus.

Bei Paulus bleibt Christus die Grundlage des Heils: Der Glaube empfängt ihn, und aus dieser Gemeinschaft wächst die Liebe. Diese Liebe stellt der Mensch nicht aus eigener Kraft neben Christus, denn „die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist“ (Röm 5,5); sie ist Gottes Gabe im Menschen, auch wenn er in ihr wirklich handelt.

Quellen zu dieser Frage 2
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