Rechtfertigung und Gnade
Ohne Christus gibt es keine geistliche Frucht
Jesus vergleicht sich mit einem Weinstock und seine Jünger mit den Reben. Aus diesem Bild entfaltet sich, woher geistliche Frucht kommt, wie die Kirche das versteht und welchen Platz das Handeln des Menschen darin behält.
3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Weinstock und Reben Bibel und Textverständnis
Christus ist der Weinstock, die Jünger sind die Reben
Das Bild vom Weinstock nennt den Ursprung der Frucht.
Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.
Auszug aus Joh 15,5 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Jesus ist der Weinstock; die Jünger sollen in ihm bleiben, und nur so bringen sie Frucht.
Jesus bezeichnet sich im Johannesevangelium als den Weinstock und seine Jünger als die Reben. Wer in ihm bleibt, bringt Frucht; getrennt von ihm bringt er keine Frucht, die dem Heil dient. Das Bild benennt damit den Ort, an dem geistliche Frucht entsteht: die bleibende Verbindung mit ihm.
Derselbe Abschnitt verbindet das Bleiben mit der Liebe und mit dem Halten seiner Gebote. Das Bleiben ist darum mehr als eine Voraussetzung neben dem Tun; es ist eine Beziehung, in der der Jünger liebt und handelt.
Frucht aus der Gemeinschaft Glaube und Überlieferung
Die Frucht wächst aus der bleibenden Gemeinschaft mit Christus
Die Kirche lehrt, dass jede heilswirksame Bewegung aus der vorausgehenden Gnade kommt.
Die Kirche lehrt, dass jede heilswirksame Bewegung — jede Regung, die dem Heil dient — aus der vorausgehenden Gnade kommt. Gnade meint dabei Gottes ungeschuldete Zuwendung, die dem Handeln des Menschen zuvorkommt, und zugleich das Leben Gottes, das er durch den Heiligen Geist in die Seele eingießt und das sie von innen heilt und heiligt (KKK 1999). Die geistliche Frucht wächst aus der bleibenden Gemeinschaft mit Christus, und der Mensch bringt sie nicht aus eigener Kraft hervor.
Zugleich wirkt der Mensch in dieser Gnade wirklich mit. Sein Bleiben, sein Lieben und sein Halten der Gebote sind wirkliches Tun, das aus der Gemeinschaft mit Christus hervorgeht.
Der eigene Anteil Glaube und Überlieferung
Welchen eigenen Anteil behält das Handeln des Menschen?
Der Einwand fragt, ob menschliches Tun ohne eigene Bedeutung bleibt, wenn Christus alles wirkt.
Welchen eigenen Anteil behält das Handeln des Menschen, wenn Christus alles wirkt? Der Einwand lautet, dass menschliches Tun ohne eigene Bedeutung bleibe, wenn die Frucht ganz aus der Verbindung mit Christus hervorgeht.
Jesus spricht im selben Zusammenhang vom Bleiben, vom Fruchtbringen, vom Lieben und vom Halten seiner Gebote. Christus ist die Quelle, und die Frucht wächst wirklich im Leben des Jüngers. Die Gnade macht das menschliche Handeln möglich, gibt ihm seine Richtung und trägt es; der Mensch wirkt in ihr frei mit, und die Frucht ist auch sein eigenes Tun.