SCRIPTURA PLENA

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Rechtfertigung und Gnade

Jesus verbindet das ewige Leben mit tätiger Liebe

Ein Gesetzeslehrer fragt Jesus nach dem Erbe des ewigen Lebens. Jesus führt ihn zum Gebot, Gott mit ganzem Herzen zu lieben und den Nächsten wie sich selbst, und erzählt vom barmherzigen Samariter, der einem verletzten Menschen konkret hilft. Drei Schritte führen durch die Stelle: zuerst der Text selbst, dann die Lehre der Kirche, schließlich die Frage, ob eine einzelne gute Tat das ewige Leben verdient.

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Ein fruchttragender Baum empfängt Licht von oben; Wasser erreicht seine Wurzeln, während sich kleine Gestalten unter den Ästen sammeln.
RechtfertigungKI-generierte Illustration
Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Das Doppelgebot der Liebe Bibel und Textverständnis

Die Frage nach dem ewigen Leben führt zum Doppelgebot der Liebe

Lk 10,25–37 verbindet die Frage nach dem ewigen Leben mit der Liebe zu Gott und zum Nächsten.

Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?

Auszug aus Lk 10,25 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Jesus beantwortet die Frage nach dem ewigen Leben mit dem Gebot der Liebe und stellt den Samariter als Handelnden dar.

Lk 10,25–37: Zusammenhang und Übersetzung

In Lk 10,25–37 fragt ein Gesetzeslehrer nach dem Erbe des ewigen Lebens. Jesus lenkt die Frage auf das Gebot, Gott mit ganzem Herzen zu lieben und den Nächsten wie sich selbst. Damit führt die Frage nach dem ewigen Leben zum Doppelgebot der Liebe.

Im Anschluss erzählt Jesus das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Ein Samariter handelt an einem Menschen, der in seiner Not Hilfe braucht, und leistet diese Hilfe konkret. Am Ende steht die Aufforderung, ebenso zu handeln. In der Erzählung Jesu zeigt sich die Nächstenliebe in einer wirklichen Tat; damit tritt hervor, dass die Liebe zum Nächsten in konkreter Hilfe Gestalt gewinnt.

Barmherzigkeit aus der Gnade Glaube und Überlieferung

Die Kirche liest die Barmherzigkeit als Frucht der Gnade und als Antwort des Menschen

Die Liebe zum Nächsten ist Frucht der Gnade und zugleich wirkliche Antwort des Menschen.

Die Barmherzigkeit des Samariters gibt der Liebe, zu der Jesus ruft, eine konkrete Gestalt; so belegt die Stelle unmittelbar, dass die Liebe zum Nächsten zum Weg des Lebens gehört. Die Kirche liest diese Barmherzigkeit im Licht des ganzen Evangeliums: Wo ein Christ so liebt, ist seine Liebe Frucht der Gnade und zugleich seine eigene, freie Antwort auf Gottes Handeln, denn „die Liebe Christi ist in uns die Quelle all unserer Verdienste vor Gott“ (KKK 2011).

Quellen zu dieser Frage 3

Die einzelne gute Tat Glaube und Überlieferung

Verdient eine einzelne gute Tat das ewige Leben?

Die Erzählung könnte so gelesen werden, als sei eine einzelne Tat der Kaufpreis für das ewige Leben.

Verdient eine einzelne gute Tat das ewige Leben? Dann stünde am Ende eine Leistung, die den Himmel erwirbt, und die Gnade erschiene als Zugabe zu dieser Leistung. Eine solche Lesart liest die Tat als Kaufpreis und verliert aus dem Blick, wohin Jesus die Frage führt.

Jesus führt zur umfassenden Liebe zu Gott und zum Nächsten, und beim Samariter zeigt sich diese Liebe in einer wirklichen Tat. Die Gnade bleibt der Ursprung: Die einzelne Tat beantwortet die empfangene Gnade, und ihr Wert für das ewige Leben ruht in der Gnade, aus der sie hervorgeht.

Quellen zu dieser Frage 2
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