Rechtfertigung und Gnade
Hören und Tun gehören zusammen
Jesus verbindet das Hören seiner Worte mit dem Tun des Willens des Vaters. Drei Schritte zeigen, was die Stelle selbst bezeugt, was die Kirche dazu lehrt und wie ein naheliegender Einwand zu beantworten ist.
3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Hören und Tun Bibel und Textverständnis
Jesus verbindet das Hören seiner Worte mit dem Tun des Willens des Vaters
In Matthäus 7,21–27 unterscheidet Jesus das Bekenntnis vom Tun des Willens des Vaters.
Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.
Auszug aus Mt 7,21 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Jesus sagt, dass nicht jedes Bekenntnis genügt, sondern das Tun des Willens des Vaters zählt; sein Wort wird mit einem tragfähigen Fundament verglichen.
Der Abschnitt stellt den Ruf „Herr, Herr“ dem Tun des Willens des Vaters gegenüber. Damit richtet er sich gegen einen vom Leben getrennten Wortglauben: gegen ein Bekenntnis, das im Alltag folgenlos bleibt, weil Wort und Tat auseinanderfallen. Jesus vergleicht den Menschen, der seine Worte hört und danach handelt, mit einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baut.
Jesus legt in diesem Abschnitt selbst den Maßstab für eine glaubwürdige Jüngerschaft fest: Seine Worte sollen das Leben prägen, und wer sie hört und danach handelt, hat ein Fundament, das auch im Sturm nicht einstürzt.
Glaube und Gehorsam Glaube und Überlieferung
Christus erneuert den Menschen, und der Glaube trägt Frucht in Liebe und Gehorsam
Die Kirche lehrt, dass der Glaube Christus empfängt und deshalb mehr ist als ein äußerer Satz.
Die Kirche lehrt, dass Christus den Menschen wirklich erneuert. Deshalb ist der Glaube mehr als ein äußerer Satz oder ein bloßes Bekenntnis: Er empfängt Christus und trägt in Liebe und Gehorsam Frucht.
Die Stelle zeigt, dass der Glaube am Tun des gehörten Wortes erkennbar wird.
Das menschliche Tun Glaube und Überlieferung
Rettet hier allein menschliches Tun?
Der Abschnitt kann so wirken, als entscheide am Ende allein das, was der Mensch tut.
Wer den Abschnitt hört, kann ihn gegen jede Lehre vom Glauben allein wenden. Das Bild vom Haus auf Fels legt dann den Eindruck nahe, als rette allein menschliches Tun und als zähle das Hören der Worte kaum noch.
Jesus richtet seine Warnung gegen ein Bekenntnis ohne gelebte Treue; das Tun ersetzt die Gnade nicht. Das Hören seiner Worte erreicht im Handeln sein Ziel: Der Glaube empfängt die Gnade und führt in die Nachfolge. Auch die evangelischen Bekenntnisse erwarten gute Werke als Frucht des Glaubens. Jesu Aussage macht klar, dass ein Bekenntnis ohne gelebte Treue nicht genügt.