SCRIPTURA PLENA

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Rechtfertigung und Gnade

Die Heiligkeit ist Gottes Wille für jeden Getauften

Gott will die Heiligung. Die Schrift nennt sie ausdrücklich seinen Willen, und die Kirche lehrt, dass jeder Getaufte in Christus zur Heiligkeit und zur Vollkommenheit der Liebe berufen ist. Die Heiligkeit beginnt bei Gott: Er ruft und erwählt in Christus, und die Gnade schenkt den Anfang und trägt das Wachstum.

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Ein fruchttragender Baum empfängt Licht von oben; Wasser erreicht seine Wurzeln, während sich kleine Gestalten unter den Ästen sammeln.
RechtfertigungKI-generierte Illustration
Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Gottes Wille zur Heiligung Bibel und Textverständnis

1 Thess 4,3 nennt die Heiligung den Willen Gottes

Was die angeführten Stellen bezeugen.

Das ist es, was Gott will: eure Heiligung - dass ihr die Unzucht meidet, dass jeder von euch lernt, mit seiner Frau in heiliger und achtungsvoller Weise zu verkehren, nicht in leidenschaftlicher Begierde wie die Heiden, die Gott nicht kennen, und dass keiner seinen Bruder bei Geschäften betrügt und übervorteilt, denn all das rächt der Herr, wie wir euch schon früher gesagt und bezeugt haben.

Auszug aus 1 Thess 4,3–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Paulus erklärt die Heiligung ausdrücklich zum Willen Gottes.

1 Thess 4,3: Zusammenhang und Übersetzung

Der erste Brief des Paulus an die Thessalonicher, abgekürzt 1 Thess, nennt in Kapitel 4, Vers 3 die Heiligung ausdrücklich den Willen Gottes. Paulus trägt damit vor, was Gott von den Glaubenden will. Heiligung bezeichnet das Leben, das Gott gehört und auf ihn hin ausgerichtet ist.

Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Grundlegung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor ihm.

Auszug aus Eph 1,4 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Gott hat die Gläubigen in Christus erwählt, damit sie heilig und untadelig vor ihm leben.

Eph 1,4: Zusammenhang und Übersetzung

Der Brief an die Epheser, abgekürzt Eph, spricht in Kapitel 1, Vers 4 von der Erwählung in Christus, die auf ein heiliges und untadeliges Leben zielt. Beide Stellen bezeugen so den allgemeinen Ruf Gottes zur Heiligkeit.

Die Berufung aller Getauften Glaube und Überlieferung

Die Kirche lehrt: Die Berufung zur Heiligkeit gilt allen Getauften

Wie die Kirche diese Stellen liest.

Die dogmatische Konstitution über die Kirche, nach ihren lateinischen Anfangsworten Lumen gentium genannt, behandelt in den Nummern 39 und 40 die Berufung zur Heiligkeit. Die Kirche lehrt dort, dass diese Berufung jedem Getauften gilt: Die Heiligkeit kommt aus der Gnade und hat in der Vollkommenheit der Liebe ihr Ziel. Jeder Getaufte ist in Christus zur Heiligkeit und zur Vollkommenheit der Liebe berufen, in welcher Lebensform er seinen Weg auch geht.

Die Gnade schenkt den Anfang und trägt das Wachstum. Der Christ soll diese Berufung in seinem ganzen Leben aufnehmen. Schon das Konzil von Trient hat gegen die Reformatoren festgehalten, dass die Gerechtfertigten mit Gottes Gnade die Gebote halten können und durch gute Werke in der empfangenen Gerechtigkeit wachsen (6. Sitzung, Kap. 10–11); der Katechismus der Katholischen Kirche legt den Ruf zur Heiligkeit als Lehre der ganzen Kirche vor.

Quellen zu dieser Frage 3

Ideal oder Berufung Glaube und Überlieferung

Ist Heiligkeit nur ein Ideal für besonders fromme Christen?

Die Aufforderung zur Heiligkeit könnte als Ideal für besonders fromme Christen erscheinen, während die gewöhnliche Berufung eines Getauften davon getrennt bleibt.

Wer die Heiligkeit als hohes Ziel vor Augen hat, könnte sie für ein Ideal besonders frommer Christen halten, während die gewöhnliche Berufung eines Getauften davon getrennt bliebe. Die angeführten Schriftstellen richten den Ruf an die Glaubenden insgesamt. Paulus nennt die Heiligung den Willen Gottes, und die Erwählung in Christus zielt auf ein heiliges und untadeliges Leben.

Die Taufe verbindet den Christen mit Christus. Daraus folgt die gemeinsame Berufung zu einem heiligen Leben und zu wachsender Liebe, die Lumen gentium ausdrücklich auf alle bezieht: Alle Christgläubigen jeglichen Standes oder Ranges sind „zur Fülle des christlichen Lebens und zur vollkommenen Liebe berufen“ (LG 40).

Quellen zu dieser Frage 2
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