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Sakramente

Die Krankensalbung: Öl, Gebet und die Ältesten der Gemeinde

Der Jakobusbrief beschreibt einen Dienst an Kranken, in dem Gebet, Öl, Älteste, Aufrichtung und Vergebung zusammenstehen. Von dieser Stelle geht die Kirche aus, wenn sie die Krankensalbung spendet. Ein Einwand fragt, ob darin mehr liegt als menschliche Krankenpflege.

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Brot und Kelch stehen in der Mitte; darum gruppieren sich Wasser, Öl, Ringe, Salbung und Handauflegung, verbunden durch einen Lichtstrom.
SakramenteKI-generierte Illustration
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Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Gebet und Salbung Bibel und Textverständnis

Der Kranke ruft die Ältesten der Gemeinde; sie beten über ihm und salben ihn im Namen des Herrn

Jakobus beschreibt eine Handlung, die der Kranke selbst erbittet und die in der Gemeinde ihren Ort hat.

Vers 14: Ist einer unter euch krank, dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben.

Vers 15: Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben.

Auszug aus Jak 5,14–15 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Die Ältesten sollen über den Kranken beten und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben; der Herr richtet ihn auf und vergibt ihm.

Jak 5,14–15: Zusammenhang und Übersetzung

Der Kranke ruft die Ältesten der Gemeinde. Sie beten über ihm und salben ihn im Namen des Herrn mit Öl. Der Text verbindet diese Handlung mit Rettung, Aufrichtung und Sündenvergebung. Öl, Gebet, Älteste, Aufrichtung und Vergebung gehören damit in einer konkreten Handlung zusammen.

Weil der Kranke die Ältesten ruft und diese als Älteste der Gemeinde handeln, ist die Handlung ein Dienst der Gemeinde, der einem kirchlichen Amt anvertraut ist und dem Kranken gilt. Darin liegt, was die Stelle unmittelbar trägt: die sakramentale Gestalt eines sichtbaren Dienstes an einem Menschen, dessen Leben geschwächt ist.

Grundgestalt der Krankensalbung Glaube und Überlieferung

Die Kirche erkennt darin die Grundgestalt der Krankensalbung

Die Kirche versteht Jakobus 5,14–15 als biblische Grundlage der Krankensalbung.

Die Kirche bekennt die Krankensalbung als von Christus eingesetztes Sakrament, das bei Markus angedeutet ist, wo die Zwölf „viele Kranke mit Öl“ salben (Mk 6,13), und das der Apostel Jakobus den Gläubigen empfiehlt und verkündet (Konzil von Trient, zitiert in KKK 1511). Ein Priester salbt einen schwer erkrankten oder altersbedingt geschwächten Menschen mit Öl und betet für ihn; nur Priester, also Bischöfe und Presbyter, spenden dieses Sakrament (KKK 1516), und auf sie verweisen die „Ältesten der Gemeinde“ bei Jakobus. Christus stärkt den Kranken durch dieses sichtbare Zeichen und den Dienst der Kirche.

Die Krankensalbung ist auf Heil und Stärkung des ganzen Menschen ausgerichtet. Sie darf nicht auf eine bloße Vorbereitung auf den Tod verkürzt werden. Die im Text genannte Aufrichtung kann die körperliche Heilung einschließen; sie zielt auf die umfassende Stärkung des Kranken, während die körperliche Heilung der freien Wirksamkeit Gottes anvertraut bleibt.

Quellen zu dieser Frage 2

Krankenpflege ohne Sakrament Glaube und Überlieferung

Sind Öl und Gebet nur menschliche Krankenpflege?

Öl und Gebet, so der Einwand, seien nur eine Form menschlicher Krankenpflege; die Verbindung mit der Sündenvergebung sei nachträglich hinzugekommen.

Jakobus verbindet die Salbung mit einem kirchlichen Amt, dem Gebet der Ältesten, dem Namen des Herrn, Aufrichtung und Vergebung. Die Handlung wird dadurch als Dienst der Gemeinde mit einer von Gott erwarteten Wirkung beschrieben. Die Kirche erkennt in dieser Verbindung die Grundgestalt des Krankensakraments. Die Salbung ist weder Magie noch bloße Pflege; Christus stärkt den Kranken durch das Gebet und das sichtbare Zeichen der Kirche.

Quellen zu dieser Frage 2
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