Seliger und Erzbischof · 1895–1979
Fulton John Sheen: Eine Stunde bei Christus
Fulton John Sheen erklärte den katholischen Glauben im Radio und im Fernsehen. Seine Zuhörer sollten verstehen, was Christus mit ihrem Alltag zu tun hat. Zugleich half er Gemeinden in Missionsgebieten und nahm sich täglich eine Stunde für das Gebet.
Fürsprecher von Scriptura Plena
Der Glaube und die Fragen des Alltags
Fulton John Sheen wurde 1895 in den Vereinigten Staaten geboren, 1919 zum Priester geweiht und 1951 zum Bischof ernannt. An der Catholic University of America lehrte er Philosophie und Theologie. Ab 1930 wirkte er in der Radiosendung „The Catholic Hour“ mit. In den 1950er-Jahren wurde er durch die Fernsehsendung „Life Is Worth Living“ bekannt. 1953 erhielt er für seine Fernseharbeit einen Emmy.
Sheen sprach über Angst, Arbeit, Familie, Freundschaft und den Glauben. Dabei bezog er Philosophie, Geschichte und Kultur ein. Er wandte sich an Katholiken ebenso wie an Protestanten, Juden und Menschen ohne Glauben. Seine Sendungen begannen bei Fragen, die viele Menschen aus ihrem eigenen Leben kannten, und führten von dort zu Christus.
Seine verständliche Verkündigung erforderte gründliche Lehrarbeit. In einem Brief von 1937 schrieb Sheen, dass er jede Universitätsvorlesung mindestens sechs Stunden vorbereitete. Daneben erreichten ihn täglich zahlreiche Briefe. Seine klare Sprache beruhte auch auf dieser gründlichen Vorbereitung. Er wollte den Glauben so erklären, dass ihn Menschen ohne theologisches Vorwissen verstehen konnten.
Warum Sheen jeden Tag eine Stunde betete
Bei seiner Priesterweihe versprach Sheen, täglich eine Stunde der eucharistischen Anbetung zu widmen. Wer anbetet, verweilt im Gebet vor Christus, der im Sakrament der Eucharistie wirklich gegenwärtig ist. Sheen sah in dieser Gebetszeit die Quelle seiner Kraft für Lehrarbeit und Verkündigung. Sein Wissen und sein Können setzte er ein, um Menschen mit Christus bekannt zu machen.
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Wie Sheen Missionskirchen unterstützte
Von 1950 bis 1966 leitete Sheen in den Vereinigten Staaten das Werk der Glaubensverbreitung. Dieses Werk unterstützt Gemeinden und Kirchen in Missionsgebieten. Sheen sammelte Spenden und stellte auch Erlöse aus seinen Büchern zur Verfügung. Auf Reisen lernte er kennen, welche Hilfe vor Ort gebraucht wurde.
Die gesammelten Mittel halfen Gemeinden in Missionsgebieten, den Glauben weiterzugeben. Als Mitglied der Missionskommission des Zweiten Vatikanischen Konzils arbeitete Sheen außerdem an den Beratungen über den weltweiten Auftrag der Kirche mit.
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Die Seligsprechung am 24. September 2026
Sheen starb 1979. Am 24. September 2026 wurde er in St. Louis seliggesprochen. Kardinal Luis Antonio Tagle vertrat dabei Papst Leo XIV. Am Vortag würdigte der Papst Sheen als Beispiel für neue Wege einer freudigen Verkündigung des Evangeliums.
Nach dem Bericht der Sheen-Stiftung erholte sich 2010 der Säugling James Fulton Engstrom, nachdem 61 Minuten lang kein Herzschlag und keine Atmung festgestellt worden waren. Familie und Freunde hatten um Sheens Fürsprache gebetet. Papst Franziskus erkannte das Ereignis am 6. Juli 2019 als Wunder an.
Mit der Seligsprechung stellt die Kirche Sheens christliches Leben als Vorbild vor und erlaubt seine öffentliche Verehrung an bestimmten Orten oder in bestimmten Gemeinschaften. Die Seligsprechung ist ein Schritt auf dem Weg zur Heiligsprechung. Fürsprache heißt: Die Heiligen und Seligen, die bei Christus leben, treten beim Vater für uns ein. Sie bringen dabei dar, was sie durch den einen Mittler Christus Jesus empfangen haben; so gehört ihre Fürbitte zur Gemeinschaft, die alle Glieder des Leibes Christi im Himmel und auf Erden verbindet.
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