Versöhnungsdienst
Warum Gott durch einen anvertrauten Versöhnungsdienst handelt
Paulus verbindet die Versöhnung durch Christus mit einem Dienst, den Gott anvertraut. Die Kirche erkennt darin die Weise, in der Christus seine Versöhnung durch beauftragte Apostel und ihren Dienst gegenwärtig macht.
3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Paulus über die Versöhnung Bibel und Textverständnis
Gott versöhnt durch Christus und beruft Menschen zu seinem Dienst
Paulus führt den Ursprung der Versöhnung auf Gott zurück und nennt zugleich Menschen, denen er den Dienst der Versöhnung anvertraut.
Aber das alles kommt von Gott, der uns durch Christus mit sich versöhnt und uns den Dienst der Versöhnung aufgetragen hat.
Auszug aus 2 Kor 5,18 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Gott versöhnt die Menschen durch Christus und vertraut den Aposteln den Dienst der Versöhnung an.
Im Zusammenhang von 2 Korinther 5,14–21 steht Christus im Mittelpunkt: Sein Tod bestimmt das neue Leben derer, die zu ihm gehören, und in Christus beginnt eine neue Schöpfung. Paulus schreibt die Versöhnung Gott zu, der durch Christus handelt. Zugleich sagt er, dass Gott den Dienst der Versöhnung anvertraut und das Wort der Versöhnung durch seine Gesandten ergehen lässt.
Die Passage hält damit zwei Ebenen zusammen. Die Versöhnung stammt von Gott und geschieht durch Christus; die apostolischen Mitarbeiter sind die konkreten Sprecher, durch die Gott seinen Ruf an die Menschen richtet. Paulus beschreibt sie als Gesandte an Christi statt. Seine Aussage trägt so die positive Verbindung von göttlichem Ursprung und apostolischer Vermittlung.
Verkündigung und Vollmacht Glaube und Überlieferung
Die Verkündigung bleibt wirklicher Dienst Gottes
Das Wort und der Ruf zur Versöhnung sind ein wesentlicher Teil des Auftrags. Gerade in diesem Auftrag zeigt Paulus, dass Gott durch konkrete Gesandte zu den Hörern spricht.
Die Verse 19 und 20 sprechen unmittelbar vom Wort und vom Appell der Versöhnung. Darin liegt eine ernstzunehmende Frage: Alle Christen können von der Versöhnung mit Gott zeugen und für sie beten. Warum sollte Paulus' Aussage deshalb auf einen besonderen sakramentalen Dienst zielen? Die Antwort beginnt mit der positiven Bedeutung der Verkündigung: Der Ruf zum Glauben und zur Umkehr ist kein bloß menschlicher Beitrag, denn Gott selbst lässt ihn durch seine Gesandten ergehen.
Die Kirche liest in diesem apostolischen Dienst zugleich eine besondere Ausübung der von Christus anvertrauten Vollmacht. Der Katechismus unterscheidet dabei zwischen der ganzen Kirche, die in Gebet, Leben und Handeln Zeichen und Werkzeug der Vergebung ist, und dem apostolischen Dienst, dem Christus die Ausübung der Absolution anvertraut. So wird der beauftragte Diener nicht zur Quelle der Gnade. Gott bleibt der Ursprung; er erreicht den Sünder durch den Dienst, den er seiner Kirche gegeben hat.
Paulus beschreibt in diesem Abschnitt den göttlichen Ursprung, die Sendung und den wirksamen Ruf der Gesandten. Im Zusammenhang mit der in Johannes 20 von Christus übertragenen Vergebungsvollmacht und der kirchlichen Überlieferung erklärt die Passage, warum die Kirche in der apostolischen Sendung eine wirkliche Vermittlung von Gottes Versöhnung erkennt.
Quellen zu dieser Frage 1
Kirche und Sakrament Glaube und Überlieferung
Der besondere Dienst steht im Dienst der ganzen Kirche
Die Kirche wirkt als Ganze an der Versöhnung mit; der apostolische Dienst gibt dieser Sendung eine geordnete sakramentale Gestalt.
Das Zweite Vatikanische Konzil beschreibt die Buße zugleich als Versöhnung mit Gott und mit der Kirche, die durch die Sünde verletzt wurde. Die sakramentale Ausübung des Versöhnungsdienstes steht deshalb nicht neben dem Leben der Kirche, sondern dient ihrer gemeinsamen Umkehr und ihrer erneuerten Gemeinschaft.
Bischöfe und Priester führen nach der Lehre der Kirche den apostolischen Versöhnungsdienst durch die Weihe fort. Der Priester versieht dabei den Dienst des Guten Hirten, des guten Samariters, des Vaters, der den verlorenen Sohn aufnimmt, und des gerechten Richters; er soll dem Gefallenen mit Achtung und Feingefühl begegnen. In dieser Ordnung verweist sein Dienst auf Christus: Die menschliche Sendung empfängt ihre Bedeutung daraus, dass Gott selbst durch sie zur Versöhnung ruft und sie schenkt.
Quellen zu dieser Frage 2
Weiterführende Erklärungen
Warum nach der Vergebung Folgen bleiben könnenDirekter positiver Beleg