Bibelstelle · EÜ 2016
Hebr 6,4–6
Der Hebräerbrief erklärt, es sei unmöglich, Menschen, die erleuchtet worden sind, Anteil am Heiligen Geist empfangen haben und dann abgefallen sind, erneut zur Umkehr zu bringen, da sie den Sohn Gottes noch einmal für sich ans Kreuz schlagen. Die Kirche nimmt diese Warnung als Zeugnis dafür ernst, dass Getaufte die empfangene Gnade durch schwere Sünde verlieren können; zugleich lehrt sie, dass Christus gerade für sie das Sakrament der Buße eingesetzt hat, damit sie sich bekehren und die Gnade der Rechtfertigung wiedererlangen (KKK 1446).
Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Auszug
Auszug aus Hebr 6,4–6
Bibeltext
Denn es ist unmöglich, jene, die einmal erleuchtet worden sind, die von der himmlischen Gabe genossen und Anteil am Heiligen Geist empfangen haben, die das gute Wort Gottes und die Kräfte der kommenden Weltzeit gekostet haben, dann aber abgefallen sind, erneut zur Umkehr zu bringen; da sie den Sohn Gottes noch einmal für sich ans Kreuz schlagen und zum Gespött machen.
Auszug aus Hebr 6,4–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Wer hier spricht und in welcher Lage
Der Hebräerbrief wendet sich an Christen, die im Glauben müde werden, und mahnt sie in einem zusammenhängenden Abschnitt zur Ausdauer (Hebr 5,11–6,12). Bevor der Verfasser das Wort von der Unmöglichkeit erneuter Umkehr ausspricht, hält er ihnen vor, im Hören träge geworden zu sein: Sie brauchen Milch statt fester Speise und müssen von Neuem in den Anfangsgründen der Worte Gottes unterwiesen werden (5,11–14). Darum will er nicht noch einmal den Grund legen, sondern sich dem Vollkommeneren zuwenden, und warnt vor dem Abfall (6,1–6). Unmittelbar danach stehen das Bild vom Boden, der je nach seiner Frucht Segen oder Fluch empfängt, und die Zuversicht, dass die Geliebten am Heil teilhaben (6,7–12).
In den Themen
Warum diese Stelle hier wichtig ist
Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.
Die Sünde zum Tod und die Sünde nicht zum Tod
Baustein für die Warnung vor Abfall nach empfangener Erkenntnis; nächste Prämisse: 1 Joh 5,16–17.
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