SCRIPTURA PLENA

Scriptura Plena

FaithOSUnterstützenImpressumDatenschutz

Bibelstelle · EÜ 2016

2 Tim 3,16

Die Schrift ist von Gott eingegeben und dient der Lehre, Korrektur, Besserung und Erziehung zu einem gerechten Leben. Durch die apostolische Überlieferung erkennt die Kirche, welche Bücher zur Heiligen Schrift gehören (DV 8; KKK 120).

Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Auszug

Auszug aus 2 Tim 3,16

Bibeltext

Jede Schrift ist, als von Gott eingegeben, auch nützlich zur Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes gerüstet ist, ausgerüstet zu jedem guten Werk.

Auszug aus 2 Tim 3,16–17 · EÜ 2016 · © KBA 2016

In den Themen

Warum diese Stelle hier wichtig ist

Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.

  1. Direkter BelegSchritt 4 von 4

    Die Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich für Lehre und Leben

    Belegt unmittelbar Inspiration und heilspraktischen Nutzen der Schrift.

  2. Ergänzender BelegSchritt 1 von 6

    Die Schrift nennt ihre Bücher nicht vollständig

    Baustein für die Unterscheidung von Inspiration und Kanon; nächste Prämisse: kirchliche Rezeption.

  3. Starker GesamtbefundSchritt 6 von 6

    Wie die Kirche den Kanon erkennt

    Baustein für die Unterscheidung von Inspiration und Kanon; nächste Prämisse: kirchliche Anerkennung.

    Jede Schrift ist, als von Gott eingegeben, auch nützlich zur Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit.

    Auszug aus 2 Tim 3,16 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Verwandte Bibelstellen

Kirchliche Zeugen

Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte

Die Zeugnisse von Kirchenvätern, Kirchenlehrern, Konzilien und dem Lehramt zeigen, wie die Kirche diese Stelle verstanden hat.

  • Kirchenlehrer367

    Athanasius

    Athanasius bezeichnet die von ihm aufgeführten Schriften als Quellen des Heils und grenzt sie als maßgebliche Schriften gegen Zusätze und Wegnahmen ab.

    Diese sind Quellen des Heils; in ihnen allein wird die Lehre der Frömmigkeit verkündet. Niemand soll ihnen etwas hinzufügen oder etwas von ihnen wegnehmen.

    Festbriefe · 39. Festbrief, §§4–7 (367) · Primärtext
    Einordnung der Quelle

    Der Text zeigt: Athanasius nennt 367 genau die 27 Bücher des Neuen Testaments; im Alten Testament rechnet er Baruch und den Brief zum Kanon und stellt Ester zu den Lesebüchern.

    Die Grenze: Seine Liste des Alten Testaments deckt sich weder mit dem späteren katholischen noch mit dem protestantischen Kanon.

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Athanasius ordnet in seinem 39. Festbrief die Schriften, die in der Kirche als göttliche Bücher anerkannt werden. Danach unterscheidet er Bücher außerhalb des Kanons, die den neu Hinzukommenden zur Lektüre empfohlen werden.

    Historischer Text

    Es sind zweiundzwanzig Bücher des Alten Testaments: Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri, Deuteronomium, Josua, Richter, Rut, die vier Bücher der Könige, die zwei Bücher der Chronik, Esra, Nehemia, Psalmen, Sprichwörter, Kohelet, Hohelied, Ijob, die zwölf Propheten als ein Buch, Jesaja, Jeremia mit Baruch, Klagelieder und dem Brief, Ezechiel und Daniel. Die Bücher des Neuen Testaments sind die vier Evangelien, die Apostelgeschichte, die sieben katholischen Briefe, die vierzehn Briefe des Paulus und die Offenbarung des Johannes. Diese sind Quellen des Heils; in ihnen allein wird die Lehre der Frömmigkeit verkündet. Niemand soll ihnen etwas hinzufügen oder etwas von ihnen wegnehmen. Daneben gibt es andere Bücher, die nicht zum Kanon gehören, sondern von den Vätern zur Lektüre für diejenigen bestimmt wurden, die neu zu uns kommen und in der Lehre der Frömmigkeit unterrichtet werden wollen: die Weisheit Salomos, die Weisheit Jesu Sirachs, Ester, Judit, Tobit, die Lehre der Apostel und der Hirt.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Athanasius zeigt eine weit entwickelte, aber nicht einfach mit dem späteren katholischen Alten Testament identische Kanonordnung. Besonders wichtig ist seine sichtbare Unterscheidung zwischen kanonischen Büchern und Büchern, die zur Lektüre empfohlen werden.

    Quelle
    Festbriefe · 39. Festbrief, §§4–7 (367)
    Textfassung und Rechte
    Eigene Übersetzung aus dem Griechischen und der überlieferten Textfassung; verglichen mit der englischen Übersetzung der Reihe Nicene and Post-Nicene Fathers (1892). Der antike Text und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zu einer deutschen Übersetzung von 1837 in der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Athanasius
  • Kirchenlehrer397

    Augustinus

    Augustinus nennt im Alten Testament unter anderem Ijob, Tobit, Ester, Judit, die zwei Bücher der Makkabäer und die Bücher Esra.

    Der ganze Kanon der Schrift umfasst im Alten Testament unter anderem Ijob, Tobit, Ester, Judit, die zwei Bücher der Makkabäer und die Bücher Esra; zu den prophetischen Büchern gehören außerdem Weisheit und Jesus Sirach, da sie als maßgeblich anerkannt sind.

    Über die christliche Lehre · De doctrina christiana II,8,12–13 · Primärtext
    Einordnung der Quelle

    Der Text zeigt: Augustinus führt eine alttestamentliche Kanonliste mit Tobit, Ester, Judit, den Makkabäern, Weisheit und Jesus Sirach als maßgeblichen Schriften an.

    Die Grenze: Augustinus urteilt als einzelner Bischof; Maßstab ist ihm das Ansehen der katholischen Kirchen, besonders der Apostelsitze.

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Augustinus legt in seiner Schrift über die christliche Lehre Kriterien für den Umgang mit den kanonischen Schriften vor. Er verbindet die Rezeption der katholischen Kirchen mit einer konkreten, breiteren alttestamentlichen Liste.

    Historischer Text

    Was die kanonischen Schriften betrifft, muss der Ausleger dem Urteil der größeren Zahl katholischer Kirchen folgen; unter diesen sind besonders jene zu achten, die den Sitz eines Apostels hatten und Briefe empfingen. Er soll die Schriften bevorzugen, die von allen katholischen Kirchen angenommen werden, gegenüber denen, die einige nicht annehmen. […] Der ganze Kanon der Schrift umfasst im Alten Testament unter anderem Ijob, Tobit, Ester, Judit, die zwei Bücher der Makkabäer und die Bücher Esra; zu den prophetischen Büchern gehören außerdem Weisheit und Jesus Sirach, da sie als maßgeblich anerkannt sind. Das Neue Testament umfasst die vier Evangelien, die Briefe des Paulus, die katholischen Briefe, die Apostelgeschichte und die Offenbarung des Johannes.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Augustinus bezeugt die kirchliche Rezeption als Kriterium für die Anerkennung des Kanons und nennt eine breite alttestamentliche Liste. Damit ist die kanonische Frage in der frühen Kirche als kirchliche Unterscheidungsaufgabe sichtbar.

    Quelle
    Über die christliche Lehre · De doctrina christiana II,8,12–13
    Textfassung und Rechte
    Eigene Übersetzung aus dem Lateinischen; verglichen mit der englischen Übersetzung der Reihe Nicene and Post-Nicene Fathers (1887). Der lateinische Text und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Augustinus
Quellen und HinweiseKKK 74–100 · KKK 101–141

Katechismus

Konzilien und Lehramt

  • Dei VerbumDV 7–10Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Gemeinsamer Ursprung und Überlieferung der Offenbarung.

  • Dei VerbumDV 7–10, 21Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Schrift in apostolischer Überlieferung und Kirche.

Fachdokumente und Studien

  • Das jüdische Volk und seine Heilige Schrift in der christlichen BibelNr. 16–18Sekundäranalyse · Offizielle kirchliche Quelle

    Offizielle historische Studie zur Entwicklung jüdischer und christlicher Schriftensammlungen.

  • Luther Bible 1534Apocrypha sectionSekundäranalyse · Wissenschaftliche Sekundärquelle

    Die vollständige Lutherbibel von 1534 druckt die deuterokanonischen Bücher gesondert als Apokryphen und verweigert ihnen denselben kanonischen Rang.

Historische Primärquellen

  • Konzil von Florenz, Cantate DominoDekret für die Jakobiten, 4. Februar 1442 (DH 1334–1336)Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Vor der Reformation bezeugte kirchliche Bestätigung des empfangenen Kanons.

  • Konzil von Trient, Sitzung IV4. Sitzung, 8. April 1546: Dekret über die kanonischen Schriften (DH 1501–1504)Transkription bei Hanover Historical Texts Collection

    Dogmatische Definition des empfangenen katholischen Kanons in der Reformationskontroverse.

  • Festbriefe39Übersetzung · Primärtext / Edition

    Athanasius bietet eine wichtige, aber nicht abschließende Kanonliste.

  • Über die christliche LehreII,8–9Übersetzung · Primärtext / Edition

    Augustinus listet einen breiteren alttestamentlichen Kanon.

Bekenntnisse und offizielle Lehrquellen

  • Statement of Scriptural and Confessional PrinciplesThe Authority of Scripture; The Lutheran ConfessionsPrimärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Offizielle konfessionell-lutherische Quelle zum Verhältnis von Schrift und Bekenntnis.

  • Westminster Confession of FaithWCF I.9–10Primärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Reformierte Position zur Auslegung der Schrift durch die Schrift.

  • Westminster Confession of FaithWCF I.10; XI.1–3; XVI.2,5–6; XXV.1–6; XXXI.1–3Primärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Offizielle reformierte Bekenntnisquelle zu Rechtfertigung, guten Werken, Kirche, Schrift, Synoden und Konzilien.

  • Baptist Faith and Message 2000Articles IV, VIIPrimärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Offizielle baptistische Quelle für Heil, Taufe und Herrenmahl.

  • Basis des GlaubensGlaubensbasis 2018Primärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Offizielle gemeinsame evangelikale Glaubensbasis; Einzelgemeinden können abweichen.

  • Statement of Fundamental TruthsArticles 5–7, 12Primärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Offizielle Lehrgrundlage der Assemblies of God; charismatische Gemeinden sind darüber hinaus vielfältig.

  • Articles of ReligionArticles IX–XVIIPrimärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Offizielle methodistische Lehrquelle.

  • Articles of ReligionArticles XXV–XXXIPrimärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Offizielle anglikanische Bekenntnisquelle; die inneranglikanische Breite bleibt sichtbar.