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Glaube und Zeichen

Ein materielles Zeichen zur Heilung

In der Wüste beißen Schlangen das Volk Israel. Gott gibt Mose den Auftrag, eine bronzene Schlange (EÜ: Kupferschlange) aufzurichten, und wer sie ansieht, bleibt am Leben. Dieses Zeichen führt zu der Frage, welche Rolle geschaffene Dinge im Heilshandeln Gottes spielen können.

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Eine leuchtende Andachtstafel steht zwischen Kerubim, einer bronzenen Schlange, gefaltetem Tuch und einem knöchernen Reliquienfragment.
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Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Die bronzene Schlange Bibel und Textverständnis

Gott lässt eine bronzene Schlange aufrichten, und wer aufblickt, bleibt am Leben

Israel wird in der Wüste von Schlangen gebissen. Auf Gottes Weisung hin richtet Mose eine bronzene Schlange auf, und die Gebissenen sollen zu ihr aufblicken.

Der HERR sprach zu Mose: Mach dir eine Feuerschlange und häng sie an einer Stange auf! Jeder, der gebissen wird, wird am Leben bleiben, wenn er sie ansieht.

Auszug aus Num 21,8–9 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Gott lässt ein materielles Zeichen aufrichten; wer im Vertrauen auf seine Zusage zu ihm aufblickt, bleibt am Leben.

Num 21,8–9: Zusammenhang und Übersetzung

Der Abschnitt Num 21,8–9 erzählt, dass Schlangen die Menschen im Lager beißen. Gott gibt Mose einen Auftrag: Er soll eine Schlange aus Bronze aufrichten. Wer gebissen worden ist und auf dieses Zeichen sieht, bleibt am Leben.

Die Erzählung lässt keinen Zweifel daran, woher die Rettung kommt: Gott gibt den Auftrag, und Gott schenkt das Leben. Die bronzene Schlange steht an der Stelle, an der die Gebissenen aufblicken. So wird ein sichtbarer Gegenstand zum Zeichen innerhalb von Gottes Heilsplan, und dieses Zeichen verweist auf den, der handelt.

Geschaffene Zeichen im Heilshandeln Glaube und Überlieferung

Gott kann materielle Zeichen gebrauchen, ohne ihnen göttliche Macht zu geben

Die Kirche liest die Erzählung als biblische Grundlage dafür, dass Gott geschaffene Dinge in sein Heilshandeln einbezieht, und sie erkennt in dem aufgerichteten Zeichen einen Hinweis auf Christus.

Die Heilung kommt von Gott. Das Buch der Weisheit nennt die Schlange ein „Rettungszeichen“: Wer sich ihr zuwandte, „wurde nicht durch das gerettet, was er anschaute, sondern durch dich, den Retter aller“ (Weish 16,6–7). Die bronzene Schlange besitzt also keine eigene göttliche Kraft; ihre Bedeutung liegt in dem Auftrag, den Gott mit ihr verbunden hat. Weil die Gebissenen auf das von Gott gegebene Zeichen blicken, wird dieser Blick zum Ausdruck des Vertrauens auf Gottes Zusage. Darin zeigt sich, dass Gott materielle Zeichen gebrauchen kann, ohne dass ihnen eigene göttliche Macht zugeschrieben wird.

Das Zeichen steht außerdem in einer typologischen Verbindung zum Kreuz Christi. Als Typologie bezeichnet man jene Lesart, in der ein früheres Heilshandeln Gottes auf ein späteres vorausweist. Jesus selbst greift das Zeichen auf und bezieht es auf seine Erhöhung am Kreuz: „Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der glaubt, in ihm ewiges Leben hat“ (Joh 3,14–15). Damit weist die Schlange über das Ereignis in der Wüste hinaus auf Gottes Heilshandeln in Christus.

Quellen zu dieser Frage 2

Missbrauch und Zerstörung Glaube und Überlieferung

Muss man religiöse Bilder nicht beseitigen, wie Hiskija die bronzene Schlange zerschlug?

Später zerschlug König Hiskija die bronzene Schlange, weil die Israeliten ihr bis zu seiner Zeit Räucheropfer darbrachten, also eine Opfergabe, wie sie Gott allein zukommt; man nannte sie Nehuschtan (2 Kön 18,4). Bilderstürmer und reformierte Christen sehen darin ein Vorbild: Religiöse Bilder seien wegen der Gefahr des Götzendienstes zu beseitigen.

Hiskija beseitigte nicht jedes Bild, sondern das eine, dem man Räucheropfer darbrachte. Die Kerubim des Tempels blieben, und Hiskija betete dort zu dem HERRN, „der über den Kerubim thront“ (2 Kön 19,15). Ein von Gott gegebenes Zeichen verliert seine Aufgabe, sobald es als eigenständige Macht behandelt wird; beseitigt wird der Missbrauch, nicht der rechte Gebrauch.

Die Kirche zieht bei Bildern und Reliquien dieselbe Grenze: Die Ehre, die einem Bild erwiesen wird, geht auf die dargestellte Person über, und die Anbetung gehört Gott allein (KKK 2131; 2132). Dem Missbrauch begegnet sie, indem sie den Gebrauch ordnet, nicht indem sie ihn abschafft: Der Brauch, „in den Kirchen den Gläubigen heilige Bilder zur Verehrung darzubieten“, soll „nicht angetastet“ werden, doch sollen sie „in mäßiger Zahl und rechter Ordnung“ aufgestellt werden (SC 125); wo nötig, haben die Bischöfe die Volksfrömmigkeit zu reinigen und zu berichtigen (KKK 1676). Wie Gott auch durch das handelt, was von einem Propheten geblieben ist, zeigt das Unterthema Reliquien an den Gebeinen Elischas.

Quellen zu dieser Frage 3
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