Eucharistie: Anbetung und Segen
Die wirkliche Gegenwart Christi in der Eucharistie
Die Anbetung Christi im Sakrament ruht auf der Frage, wer dort gegenwärtig ist. Das Zeugnis des Paulus nennt Kelch und Brot Teilhabe an Blut und Leib Christi. Die Kirche bekennt die Gegenwart des Herrn unter den Gestalten von Brot und Wein und erklärt in ihrer Lehre, in welcher Weise er gegenwärtig ist.
4 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
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Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Der Anker Bibel und Textverständnis
Paulus nennt Kelch und Brot Teilhabe an Christi Blut und Leib
Paulus schreibt an die Gemeinde in Korinth, was der Kelch des Segens und das Brot in ihrer Feier sind.
Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi?
Auszug aus 1 Kor 10,14–22 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Paulus nennt den Kelch des Segens Teilhabe am Blut Christi und das gebrochene Brot Teilhabe am Leib Christi; aus dem einen Brot folgt die Einheit der vielen.
Paulus beschreibt die Feier der Gemeinde: den Kelch, über den der Segen gesprochen wird, und das Brot, das sie bricht. Was die Gemeinde in dieser Feier empfängt, ist Anteil an Christus selbst.
Aus der Teilhabe an dem einen Brot folgt für Paulus die Einheit der Gemeinde: Weil das Brot eines ist, sind die vielen, die davon essen, ein Leib. Die Gemeinschaft mit dem Herrn in seinem Blut und in seinem Leib ist also zugleich Gemeinschaft derer, die empfangen.
Das Bekenntnis Glaube und Überlieferung
Die Kirche bekennt die Gegenwart des Herrn unter den Gestalten von Brot und Wein.
Was in der Eucharistie geschieht, hängt davon ab, wer gegenwärtig ist.
Die Kirche antwortet darauf mit einem Bekenntnis: Christus ist unter den Gestalten von Brot und Wein wahrhaft, wirklich und substanzhaft gegenwärtig (KKK 1374). Das Konzil von Trient bekennt dieselbe Wirklichkeit mit den Worten, Christus sei wahrhaft, wirklich und wesentlich gegenwärtig. Beide Formulierungen sagen, dass unter diesen Gestalten der Herr selbst gegenwärtig ist, der sich am Kreuz hingegeben hat und sich in der Feier hingibt.
Wie früh dieses Bekenntnis zum Glauben der Kirche gehört, zeigt Ignatius von Antiochien zu Beginn des zweiten Jahrhunderts: Wer nicht bekennt, dass die Eucharistie das Fleisch des Erlösers ist, hält sich nach seinem Zeugnis von der Eucharistie fern. Im vierten Jahrhundert lehrt die Jerusalemer Katechese die Neugetauften ausdrücklich, dass Brot und Wein nach dem Wort des Herrn sein Leib und sein Blut sind, auch wenn sie den Sinnen als Brot und Wein erscheinen.
Ignatius von Antiochien
Sie enthalten sich der Eucharistie und des Gebets, weil sie nicht bekennen, dass die Eucharistie das Fleisch unseres Erlösers Jesus Christus ist, das für unsere Sünden gelitten hat und das der Vater in seiner Güte auferweckt hat.
Brief an die Smyrnäer · Brief an die Smyrnäer 7 · Primärtext↗Ignatius berichtet, dass sich manche von der Eucharistie und vom Gebet fernhalten, weil sie nicht bekennen, dass die Eucharistie das Fleisch unseres Erlösers Jesus Christus ist, das für unsere Sünden gelitten hat und das der Vater in seiner Güte auferweckt hat.
Quelle im Zusammenhang lesen
Worum es hier geht
Ignatius von Antiochien schreibt der Gemeinde von Smyrna im Zusammenhang mit einem Streit über die wirkliche Menschheit und das Leiden Christi. Er wendet sich gegen Menschen, die sich deshalb von Eucharistie und Gebet fernhalten.
Historischer Text
Sie enthalten sich der Eucharistie und des Gebets, weil sie nicht bekennen, dass die Eucharistie das Fleisch unseres Erlösers Jesus Christus ist, das für unsere Sünden gelitten hat und das der Vater in seiner Güte auferweckt hat. Wer daher gegen diese Gabe Gottes spricht, zieht sich mitten in seinen Auseinandersetzungen den Tod zu. Besser wäre es für sie, Liebe zu üben, damit auch sie auferstehen.
Vollständigen historischen Text öffnen: Ignatius von AntiochienWarum diese Stelle wichtig ist
Ignatius verbindet die Eucharistie ausdrücklich mit dem Fleisch Christi, das gelitten hat und vom Vater auferweckt wurde. Die Aussage steht damit unmittelbar im Zusammenhang der Menschwerdung, des Kreuzes und der Auferstehung.
Cyrill von Jerusalem
Betrachte also Brot und Wein nicht als bloße Elemente, denn sie sind nach der Erklärung des Herrn Leib und Blut Christi
Cyrill von Jerusalem: Mystagogische Katechese IV · Mystagogische Katechese IV,1.6.9 · Primärtext↗Die Jerusalemer Katechese lehrt die Neugetauften, dass Brot und Wein nach dem Wort des Herrn „Das ist mein Leib“ und „Das ist mein Blut“ Leib und Blut Christi sind: Was als Brot erscheint und wie Brot schmeckt, ist nicht Brot, sondern der Leib Christi, und was als Wein erscheint, ist das Blut Christi.
Einordnung der Quelle
Der Text zeigt: Die Katechese bezeugt im 4. Jahrhundert, dass Brot und Wein nach dem Wort des Herrn Leib und Blut Christi sind, und unterscheidet das, was erscheint und schmeckt, von dem, was die Gaben sind.
Die Grenze: Die Katechese spricht mit den Worten des Herrn und unterscheidet Erscheinung und Wirklichkeit; die Begriffe der Substanz und der Transsubstantiation, mit denen das Konzil von Trient denselben Glauben bestimmt, gehören einer späteren Sprache an (KKK 1376).
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Worum es hier geht
Die Mystagogischen Katechesen erklären den Neugetauften in Jerusalem die Sakramente, die sie empfangen haben; die vierte gilt dem Leib und Blut Christi und beginnt mit der Lesung aus 1 Kor 11,23. Sie stammen aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts und stehen unter dem Namen Cyrills von Jerusalem; einige Handschriften schreiben sie seinem Nachfolger Johannes von Jerusalem zu.
Historischer Text
Da er nun selbst über das Brot erklärt und gesagt hat: Das ist mein Leib, wer wird es dann noch wagen zu zweifeln? Und da er selbst bekräftigt und gesagt hat: Das ist mein Blut, wer wird je zögern und sagen, es sei nicht sein Blut? […] Betrachte also Brot und Wein nicht als bloße Elemente, denn sie sind nach der Erklärung des Herrn Leib und Blut Christi; denn auch wenn die Sinne dir dies nahelegen, soll dich der Glaube festigen. […] Du hast gelernt und bist fest davon überzeugt, dass das scheinbare Brot nicht Brot ist, auch wenn es dem Geschmack so vorkommt, sondern der Leib Christi, und dass der scheinbare Wein nicht Wein ist, auch wenn der Geschmack es so will, sondern das Blut Christi.
Vollständigen historischen Text öffnen: Cyrill von JerusalemWarum diese Stelle wichtig ist
Die Katechese verbindet die Einsetzungsworte des Herrn mit der Unterscheidung von Erscheinung und Wirklichkeit und lehrt damit vor jeder scholastischen Begrifflichkeit, dass die Gaben Leib und Blut Christi sind.
Das Wort „wesentlich“ erklärt den Sinn dieser Gegenwart: Gegenwärtig ist der Herr mit dem, was er selbst ist. Eine Wirkung seiner Gnade im Empfänger wäre etwas anderes als das, was das Bekenntnis hier aussagt. Das Bekenntnis nennt damit auch die Gemeinde: Sie empfängt in den Gestalten ihren Herrn, und diese Teilhabe ist wirkliche Gemeinschaft mit ihm.
Christus ist in seiner Kirche auch in seinem Wort, im Gebet und in den Sakramenten gegenwärtig. Die Kirche unterscheidet diese Weisen von der Gegenwart in der Eucharistie: Dort empfängt die Gemeinde den Herrn selbst in den Gestalten von Brot und Wein, die Teilhabe an seinem Blut und an seinem Leib sind.
Quellen zu dieser Frage 1
Die Klärung Glaube und Überlieferung
Die Kirche erklärt die Weise der Gegenwart mit der Lehre von der Wandlung.
Ein Bekenntnis zur Gegenwart schließt die Frage ein, wie sie zustande kommt.
Die Kirche beantwortet sie mit dem Begriff der Wandlung: der Wandlung der Substanz von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi (KKK 1376; Konzil von Trient, DS 1642). Nach der Konsekration sind nicht mehr Brot und Wein da, sondern der Leib und das Blut Christi; nur die sinnlich wahrnehmbaren Gestalten bleiben, und unter ihnen begegnet der Herr seiner Gemeinde.
Die begriffliche Klärung dient der Gabe selbst. Sie schützt die Wirklichkeit dieser Gegenwart und zugleich ihre sakramentale Weise, also die Art, in der der erhöhte Herr sich der Gemeinde gibt.
Quellen zu dieser Frage 1
Die Rückfrage Glaube und Überlieferung
Geht die kirchliche Fachsprache über den biblischen Wortlaut hinaus?
Die Begriffe der Lehre stehen so nicht in der Schrift. Wer die Worte des Paulus von Kelch und Brot liest und danach von Substanz und Wandlung hört, kann fragen, ob hier eine philosophische Theorie an die Stelle der biblischen Aussage tritt.
Die Fachwörter geben den Inhalt der Schrift genauer an; sie halten fest, was Paulus von der Teilhabe an Blut und Leib Christi sagt, damit die Gabe Christi in der Feier unverkürzt bekannt wird. Sie sind keine Naturtheorie: Nach Paul VI. sind die Formeln des Konzils von Trient an keine bestimmte Kultur, keine Phase wissenschaftlichen Fortschritts und keine theologische Schule gebunden (Mysterium fidei 24). Der Glaube an die Wandlung ist zudem älter als das Fachwort: Schon die Kirchenväter bekennen, dass das Wort Christi und das Wirken des Heiligen Geistes Brot und Wein in Leib und Blut Christi verwandeln (KKK 1375).
Die Lehrformel setzt die biblischen und apostolischen Grundlagen voraus. Sie sagt, wie die Gemeinde den Herrn selbst empfängt, und bleibt dabei an den Glauben gebunden, den die Kirche von den Aposteln empfangen hat. Offen ist noch, wie lange diese Gegenwart dauert; die Lehre von der bleibenden Gegenwart antwortet darauf: Christus bleibt gegenwärtig, solange die Gestalten bestehen.