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Gebet · Katholische Praxis

Der aaronitische Segen: Der Diener spricht, Gott segnet

Num 6,22–27 beauftragt Aaron und seine Söhne, den Segen über Israel zu sprechen und Gottes Namen auf das Volk zu legen. Der Text hält fest, wer spricht und wer segnet. Die Kirche bewahrt diese Unterscheidung in ihrer Segenspraxis.

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Zwei Hände halten einen fünfgesätzigen Rosenkranz mit Medaille und Kreuz; fünf Evangeliumsszenen umgeben ein zentrales Christuslicht.
GebetKI-generierte Illustration
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Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Der Auftrag an Aaron Bibel und Textverständnis

Der Auftrag ergeht an Aaron und seine Söhne

Num 6,22–27 nennt den beauftragten Sprecher und den, der den Segen zusagt.

So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen und ich werde sie segnen.

Auszug aus Num 6,27 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Aaron und seine Söhne legen Gottes Namen auf Israel; Gott selbst verheißt: »Ich werde sie segnen.«

Num 6,22–27: Zusammenhang und Übersetzung

Der Auftrag ergeht an Aaron und seine Söhne. Sie sollen den Segen über Israel sprechen und Gottes Namen auf das Volk legen: „Der HERR segne dich und behüte dich. Der HERR lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der HERR wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden“ (Num 6,24–26). Der Segensdienst ist bestimmten Männern übertragen; die Stelle beginnt mit dem Sprecher und nennt ihn zuerst.

In derselben Stelle sagt Gott den Segen selbst zu; die Verheißung lautet: „Ich werde sie segnen.“ Was der beauftragte Diener ausspricht, bleibt Gottes Geschenk. Num 6,22–27 hält damit ein biblisches Grundmuster fest: Der Diener legt Gottes Namen auf das Volk, Gott selbst ist der Segnende.

Dienst und Segensgabe Glaube und Überlieferung

Der Mensch dient, Gott schenkt den Segen

Der Katechismus der Katholischen Kirche sieht im Priestertum Aarons ein Vorzeichen des geweihten Amtes und ordnet die Segnungen zugleich in das Priestertum aller Getauften ein.

Der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) hält fest, dass die Liturgie der Kirche im Priestertum Aarons ein Vorzeichen des geweihten Priestertums des Neuen Bundes erblickt; bei der Priesterweihe betet sie, Gott habe den Söhnen Aarons „Anteil gegeben am hohen Amt ihres Vaters“ (KKK 1541–1542). Zugleich behandelt er Segnungen im Zusammenhang des Priestertums aller Getauften. Damit ist gemeint, dass jeder Getaufte durch die Taufe berufen ist, ein Segen zu sein und selbst zu segnen. Getaufte, die nicht zum geweihten Amt gehören, können bestimmten Segnungen vorstehen; das geweihte Amt ist der Dienst der Bischöfe, Priester und Diakone. Je enger eine Segnung mit dem kirchlichen und sakramentalen Leben verbunden ist, desto stärker ist ihr Vollzug dem geweihten Amt zugeordnet (KKK 1669).

Nach KKK 1671 ist jede Segnung Lobpreis Gottes und Gebet um seine Gaben. In dieser Ordnung bleibt die Unterscheidung aus Num 6,22–27 erhalten: Der beauftragte Diener spricht den Segen, Gott schenkt ihn. Der Mensch dient, Gott schenkt den Segen.

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Segnung im Alten Bund Glaube und Überlieferung

Begründet der aaronitische Segen eine christliche Segnung?

Num 6 gehört zum Alten Bund, der Ordnung des Glaubens Israels vor Christus. Daraus wird der Einwand gebildet, der aaronitische Segen könne eine christliche Segnung nicht begründen.

Aus dem Zusammenhang des Alten Bundes wird gefolgert: Wenn der aaronitische Segen zu dieser früheren Ordnung gehört, trägt er keine Segnung der Kirche. Was vor Christus gesprochen wurde, könne für die christliche Segenspraxis nichts begründen.

Num 6,22–27 begründet die christliche Segnung darin, dass hier Gottes Name über Menschen ausgerufen wird und Gott selbst den Segen zusagt. Diese Zusage hängt an Gottes Namen, den der beauftragte Diener auf das Volk legt, und sie reicht über die Ordnung des Alten Bundes hinaus. Die Kirche ruft diesen Namen an und bittet im Namen Jesu um den Segen, den Gott schenkt. So gibt die Stelle der kirchlichen Segnung ihr Grundmuster: Der Beauftragte spricht den Segen, Gott schenkt ihn. Die christliche Gestalt der Segnung erwächst aus dem Glauben der Apostel und der Ordnung der Kirche.

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