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Fürsprache und Mittlerschaft

Die Heiligen bitten bei Gott für die Kirche – darf die Kirche sie darum bitten?

1 Timotheus 2 fordert die Gemeinde auf, für alle Menschen zu beten, und nennt im selben Zusammenhang Jesus Christus den einen Mittler zwischen Gott und den Menschen. Die katholische Kirche bekennt die Heiligen als lebende Glieder der Kirche und ordnet die Bitte um ihre Fürsprache dieser einen Mittlerschaft unter.

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Eine helle Christusgestalt verbindet Himmel und Erde; oben tragen Gestalten Lichtschalen, unten versammeln sich Menschen zum Gebet.
HeiligeKI-generierte Illustration
Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Die Bitte: Betet für mich Bibel und Textverständnis

Christen bitten einander um ihr Gebet, und der Tod trennt die Glieder Christi nicht

Paulus bittet andere Gläubige ausdrücklich, für ihn zu beten, und bezeugt zugleich, dass der Tod die Glieder des Leibes Christi nicht voneinander trennt.

Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen, für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können.

Auszug aus 1 Tim 2,1–2 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus fordert Fürbitten für alle Menschen.

1 Tim 2,1: Zusammenhang und Übersetzung

1 Timotheus 2 fordert die Christen auf, für alle Menschen zu beten. Ein solches Gebet für andere heißt Fürbitte: Ein Mensch tritt bittend für einen anderen vor Gott ein. Dieselbe Stelle nennt Jesus Christus den einen Mittler zwischen Gott und den Menschen. Ein Mittler steht zwischen zwei Seiten und verbindet sie. Die Schrift stellt beide Aussagen nebeneinander: Die Gemeinde soll für Menschen bitten, und Christus bleibt der eine Mittler. Die zweite Aussage hebt die erste nicht auf. Sie erklärt, woher jede geschöpfliche Fürsprache ihre Kraft erhält. Christen bitten bereits auf Erden füreinander; damit treten sie nicht neben Christus, sondern haben an seiner Fürbitte teil.

Ich bitte euch aber, Brüder und Schwestern, bei unserem Herrn Jesus Christus und bei der Liebe des Geistes: Kämpft mit mir in den Gebeten für mich vor Gott, dass ich vor den Ungehorsamen in Judäa gerettet werde, dass mein Dienst an Jerusalem von den Heiligen dankbar aufgenommen wird und dass ich, wenn es Gottes Wille ist, voll Freude zu euch kommen kann, um mit euch eine Zeit der Ruhe zu verbringen!

Röm 15,30–32 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus bittet die Gemeinde in Rom, mit ihm in den Gebeten für ihn vor Gott zu kämpfen.

Röm 15,30–32: Zusammenhang und Übersetzung

Paulus richtet diese Bitte ausdrücklich an andere Gläubige: Er bittet die Gemeinde in Rom, mit ihm in den Gebeten für ihn vor Gott zu kämpfen (Röm 15,30). Ebenso schreibt er den Thessalonichern: „Brüder und Schwestern, betet auch für uns!“ (1 Thess 5,25), den Kolossern: „Betet auch für uns, damit Gott uns eine Tür öffnet für das Wort“ (Kol 4,3), und den Ephesern, sie sollen „für alle Heiligen“ bitten, „auch für mich“ (Eph 6,18–19). Der Apostel betet für andere und bittet andere, für ihn zu beten. Die Fürbitte kennt beide Richtungen: Einer tritt für die anderen ein, und die anderen treten für ihn ein.

Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn.

Röm 14,8 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Im Leben und im Sterben gehören die Christen dem Herrn.

Röm 14,8: Zusammenhang und Übersetzung

Der Tod beendet diese Gemeinschaft nicht. Paulus sagt, dass die Christen im Leben und im Sterben dem Herrn gehören (Röm 14,8) und dass weder Tod noch Leben sie scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist (Röm 8,38–39). Der Hebräerbrief zählt die Geister der schon vollendeten Gerechten zur himmlischen Versammlung, zu der die Gläubigen hinzutreten (Hebr 12,23). Wer einen Heiligen um seine Fürsprache bittet, wendet sich darum an ein lebendiges Glied desselben Leibes und bittet ihn um das, worum Paulus die Römer gebeten hat. Die Bibel verbietet daneben, „Totengeister“ zu befragen und „Verstorbene um Rat“ zu fragen (Dtn 18,10–12). Wie sich die Bitte um Fürsprache von diesem verbotenen Befragen unterscheidet, legt die Lehre der Kirche dar.

Bitte um Fürsprache Glaube und Überlieferung

Die Kirche lehrt die Bitte um Fürsprache unter der einen Mittlerschaft Christi

Die katholische Kirche ordnet die Bitte an Heilige in die Fürbitte ein, die von Christus her lebt.

Die katholische Kirche lehrt, dass Christen die Heiligen um ihre Fürsprache bitten können und sollen (KKK 2683). Heilige sind für sie lebende Glieder der Kirche, also Menschen, die bei Gott leben und mit den Glaubenden auf Erden verbunden bleiben. Fürsprache meint das bittende Eintreten eines Heiligen bei Gott für einen Menschen. Die Bitte um diese Fürsprache ordnet sich in die Fürbitte ein, die von Christus her lebt. Diese Bitte schafft keine zweite Erlösungsquelle. Christus bleibt der eine Mittler, durch den jede Fürsprache ihren Wert und ihre Wirksamkeit erhält. Der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK, das lehramtliche Handbuch der katholischen Glaubenslehre) entfaltet diese Ordnung in den Nummern 956–957 und 2683.

Aus dieser Ordnung ergeben sich zwei Merkmale der Bitte. Die Anrufung der Heiligen sucht keine geheime Auskunft und keine magische Macht; sie ist Gebet, das sich an Gott wendet und Menschen mit hineinnimmt. Darin unterscheidet sie sich von der Totenbeschwörung, die der Katechismus mit allen Formen der Wahrsagerei verwirft, weil sie die Zukunft „entschleiern“ will und hinter ihr der Wunsch steht, sich die geheimen Mächte geneigt zu machen (KKK 2116). Und sie bleibt geschöpfliche Fürsprache, die davon lebt, dass Christus für die Seinen eintritt. Wer die Heiligen bittet, bleibt innerhalb der Gemeinschaft, die Christus stiftet.

  • Kirchenlehrer4. Jahrhundert

    Cyrill von Jerusalem

    Dann gedenken wir auch derer, die vor uns entschlafen sind: zuerst der Patriarchen, Propheten, Apostel und Märtyrer, damit Gott auf ihre Gebete und Fürbitten unser Anliegen annehme.

    Katechetische Vorträge · Mystagogische Katechese 5,9 · Primärtext

    Cyrill bezeugt, dass die Kirche im Hochgebet der Patriarchen, Propheten, Apostel und Märtyrer gedenkt, damit Gott auf ihre Gebete und Fürbitten hin das Anliegen der Gemeinde annehme; für die übrigen Verstorbenen betet sie anschließend.

    Einordnung der Quelle

    Der Text zeigt: Im Hochgebet stützt sich die Bitte der Gemeinde auf die Fürbitte der Heiligen.

    Die Grenze: Die Gemeinde richtet ihre Bitte an Gott und stützt sie auf die Gebete der Heiligen; eine unmittelbare Anrede an die Heiligen enthält der Satz nicht.

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Cyrill von Jerusalem erklärt in der mystagogischen Katechese die Anaphora, also das eucharistische Hochgebet. Im Anschluss an die Darbringung nennt er das Gedenken der Patriarchen, Propheten, Apostel und Märtyrer. Die Mystagogischen Katechesen stammen aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts; einige Handschriften schreiben sie Cyrills Nachfolger Johannes von Jerusalem zu.

    Historischer Text

    Nachdem das geistliche Opfer, der unblutige Gottesdienst, vollendet ist, bitten wir über diesem Opfer der Versöhnung Gott um den Frieden der Kirchen, um das Wohl der Welt und um alle, die Hilfe nötig haben, und wir beten und bringen dieses Opfer dar. Dann gedenken wir auch derer, die vor uns entschlafen sind: zuerst der Patriarchen, Propheten, Apostel und Märtyrer, damit Gott auf ihre Gebete und Fürbitten unser Anliegen annehme. Dann beten wir für die bereits entschlafenen heiligen Väter und Bischöfe und überhaupt für alle unsere Verstorbenen.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Cyrill bezeugt im 4. Jahrhundert eine konkrete liturgische Praxis: Die Kirche gedenkt der vollendeten Heiligen und verbindet dieses Gedenken mit ihrer Fürbitte.

    Quelle
    Katechetische Vorträge · Mystagogische Katechese 5,9
    Textfassung und Rechte
    Eigene Übersetzung aus dem Griechischen; verglichen mit der englischen Übersetzung der Reihe Nicene and Post-Nicene Fathers (1894). Der letzte Satz folgt dem Wortlaut des Katechismus (KKK 1371). Der griechische Text und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Cyrill von Jerusalem
Quellen zu dieser Frage 2

Spätere Hinzufügung Glaube und Überlieferung

Ist die direkte Anrufung der Heiligen eine spätere Hinzufügung?

Die evangelische Gegenposition hält die Anrufung der Heiligen für einen späteren Zusatz zur biblischen Fürbitte.

Der Einwand beruft sich auf die Stelle in 1 Timotheus 2, in der Christus der eine Mittler zwischen Gott und den Menschen genannt wird, und auf das Verbot der Totenbeschwörung. Ein ausdrücklicher Imperativ des Neuen Testaments, Christen sollten verstorbene Heilige direkt anrufen, liegt nicht vor. Daraus folgt für diese Position, dass die Anrufung der Heiligen eine spätere Hinzufügung zur biblischen Fürbitte ist.

Von der Totenbeschwörung ist die Bitte geschieden, weil sie das Gebet eines Gliedes der Kirche erbittet, das bei Gott lebt. Ein späterer Zusatz ist sie nicht: Die Kirche hat, wie das Zweite Vatikanische Konzil sagt, „immer geglaubt“, dass die Apostel und Märtyrer „in Christus in besonderer Weise mit uns verbunden seien“, und hat „fromm ihre fürbittende Hilfe erbeten“ (LG 50). Die Zeugen dieses Glaubens reichen bis in die erste Hälfte des dritten Jahrhunderts zurück: Origenes und Cyprian bezeugen ihn im dritten Jahrhundert, und Hieronymus verteidigt um 406 gegen Vigilantius die Fürbitte der Apostel und Märtyrer nach ihrem Tod. Auf diese Stelle des Hieronymus verweist das Konzil selbst, wenn es lehrt, dass die Heiligen beim Vater für uns Fürbitte einlegen (LG 49, Anm. 150). Gewachsen sind im Lauf der Geschichte der Kreis der verehrten Heiligen und die Formen der Bitte; ihr Grund, die Gemeinschaft der Glieder des einen Leibes Christi über den Tod hinaus, ist apostolisch. Zu den frühen Zeugnissen gehört ein griechischer Papyrus der Sammlung Rylands (P. Ryl. III 470) mit dem Gebet „Sub tuum praesidium“ („Unter deinen Schutz und Schirm“), das sich unmittelbar an die Gottesgebärerin wendet; seine Datierung nach der Schrift ist in der Forschung umstritten. Das Konzil bezeugt, dass die Gläubigen seit ältester Zeit unter dem Schutz der Gottesgebärerin „bittend Zuflucht nehmen“ (LG 66). In allen Formen ruft die Kirche die Heiligen an, „um Wohltaten zu erflehen von Gott durch seinen Sohn Jesus Christus, der allein unser Erlöser und Retter ist“ (LG 50).

  • Kirchenvatererste Hälfte des 3. Jahrhunderts

    Origenes

    Mit den recht Betenden aber betet nicht nur der Hohepriester, sondern beten auch die Engel „im Himmel, die sich über einen reuigen Sünder mehr freuen, als über neunundneunzig Gerechte, die keine Buße nötig haben“, und dazu die Seelen der entschlafenen Frommen.

    Origenes: Vom Gebet · Vom Gebet XI,1 · Primärtext

    Origenes zählt zu denen, die mit den recht Betenden beten, nicht nur Christus als den Hohepriester und die Engel, sondern auch die Seelen der entschlafenen Frommen; als Schriftgründe nennt er den Engel Raphael im Buch Tobit und den Propheten Jeremia im zweiten Makkabäerbuch.

    Einordnung der Quelle

    Der Text zeigt: Im Gebet der Gemeinde beten nach Origenes Christus als Hohepriester, die Engel und die Seelen der entschlafenen Frommen mit; er begründet es mit Tobit 12 und 2 Makkabäer 15.

    Die Grenze: Origenes bezeugt das Mitbeten der entschlafenen Frommen mit der Gemeinde, die zu Gott betet; die Gemeinde richtet ihre Bitte in dieser Stelle an Gott, nicht an einen Heiligen.

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Origenes fragt in seiner Schrift über das Gebet, wer mit denen betet, die recht beten. Er antwortet mit Lk 15,7, mit dem Engel Raphael, der das Gebet Tobits und Saras vor Gott bringt, und mit dem Propheten Jeremia, von dem das zweite Makkabäerbuch sagt, dass er viel für das Volk betet.

    Historischer Text

    Mit den recht Betenden aber betet nicht nur der Hohepriester, sondern beten auch die Engel „im Himmel, die sich über einen reuigen Sünder mehr freuen, als über neunundneunzig Gerechte, die keine Buße nötig haben“, und dazu die Seelen der entschlafenen Frommen. Dies erhellt daraus, dass Raphael ein Gebetsopfer von Tobit und Sara vor Gott bringt. […] für Jeremia (aber) legte ein anderer entschlafener Frommer Zeugnis ab mit den Worten: „Dies ist der Mann, der viel betet für das Volk und die heilige Stadt, Jeremia, der Prophet Gottes.“

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Origenes verbindet das Gebet der Kirche auf Erden mit dem Gebet der Engel und der vollendeten Gerechten und stützt dies auf Tobit 12 und 2 Makkabäer 15, dieselben Stellen, die die Themenübersicht anführt.

    Quelle
    Origenes: Vom Gebet · Vom Gebet XI,1
    Textfassung und Rechte
    Übersetzung von Paul Koetschau in der Bibliothek der Kirchenväter (1. Reihe, Band 48, 1926), Vom Gebet XI,1; Fußnotenzeichen entfernt, die Auslassung ist sichtbar markiert. Die Übersetzung von 1926 und der griechische Text sind gemeinfrei; der Link führt zu dieser Übersetzung in der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Origenes
  • Kirchenvater252/253

    Cyprian von Karthago

    unsere Liebe beim Herrn fortdauere und unser Gebet für unsere Brüder und Schwestern vor der Barmherzigkeit des Vaters nicht aufhöre

    Cyprian von Karthago: Brief 60 an Cornelius · Brief 60,5 (in englischen Ausgaben Brief 56) · Primärtext

    Cyprian bittet den verbannten Bischof Cornelius, dass der, der zuerst stirbt, beim Herrn in Liebe und Gebet für die zurückbleibenden Brüder und Schwestern fortfährt.

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Cyprian schreibt um 252/253 an den römischen Bischof Cornelius, der in der Verfolgung verbannt worden ist, und beglückwünscht ihn und seine Gemeinde zu ihrem standhaften Bekenntnis. Weil er weitere Verfolgung erwartet, ruft er am Ende des Briefes zu Fasten, Wachen und Gebet auf.

    Historischer Text

    Gedenken wir einander in Eintracht und Einmütigkeit. Beten wir auf beiden Seiten allezeit füreinander. Erleichtern wir Lasten und Bedrängnisse durch gegenseitige Liebe, damit, wenn einer von uns dank der göttlichen Gnade schneller von hier scheidet, unsere Liebe beim Herrn fortdauere und unser Gebet für unsere Brüder und Schwestern vor der Barmherzigkeit des Vaters nicht aufhöre.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Der Brief bezeugt in der Mitte des 3. Jahrhunderts die Erwartung, dass ein verstorbener Christ vor Gott weiter für die Lebenden betet, und die ausdrückliche Bitte um dieses Gebet.

    Quelle
    Cyprian von Karthago: Brief 60 an Cornelius · Brief 60,5 (in englischen Ausgaben Brief 56)
    Textfassung und Rechte
    Eigene deutsche Übertragung der englischen Übersetzung von Robert Ernest Wallis (Ante-Nicene Fathers, Edition von 1886, dort Brief 56,5); verglichen mit der deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter (Brief 60,5). Die lateinische Überlieferung und die englische Übersetzung von 1886 sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Cyprian von Karthago
  • Kirchenlehrer406

    Hieronymus

    Wenn die Apostel und Märtyrer schon im Leib für andere beten können, solange sie noch um sich selbst besorgt sein müssen, um wie viel mehr müssen sie es tun, wenn sie ihre Kronen errungen, gesiegt und triumphiert haben?

    Hieronymus: Gegen Vigilantius, Kap. 6 · Contra Vigilantium 6 · Primärtext

    Hieronymus antwortet Vigilantius, der behauptete, nach dem Tod werde kein Gebet für einen anderen erhört: Wenn die Apostel und Märtyrer schon zu Lebzeiten für andere beten konnten, dann erst recht, nachdem sie ihre Krone errungen haben.

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Vigilantius hatte in einer Schrift behauptet, solange die Menschen lebten, könnten sie füreinander beten, nach dem Tod aber werde kein Gebet für einen anderen erhört, zumal die Märtyrer, die nach Offb 6,10 um die Vergeltung für ihr Blut rufen, ihre Bitte nicht erlangt hätten. Hieronymus antwortet ihm 406 in einer scharfen Streitschrift.

    Historischer Text

    Wenn die Apostel und Märtyrer schon im Leib für andere beten können, solange sie noch um sich selbst besorgt sein müssen, um wie viel mehr müssen sie es tun, wenn sie ihre Kronen errungen, gesiegt und triumphiert haben? Ein einziger Mann, Mose, erlangt oft von Gott Vergebung für sechshunderttausend Bewaffnete, und Stephanus, der Nachfolger seines Herrn und erste christliche Märtyrer, erbittet Vergebung für seine Verfolger; und wenn sie ihr Leben mit Christus begonnen haben, sollen sie dann weniger vermögen als zuvor?

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Hieronymus begründet die Fürbitte der Märtyrer nach ihrem Tod aus ihrer Fürbitte zu Lebzeiten; das Konzil nimmt seine Begründung in LG 49 auf.

    Quelle
    Hieronymus: Gegen Vigilantius, Kap. 6 · Contra Vigilantium 6
    Textfassung und Rechte
    Eigene deutsche Übertragung der englischen Übersetzung von W. H. Fremantle, G. Lewis und W. G. Martley (Nicene and Post-Nicene Fathers, Second Series, Band 6, Edition von 1893); verglichen mit der deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter. Der lateinische Text und die englische Übersetzung von 1893 sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Hieronymus
Quellen zu dieser Frage 3
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