Umkehr und Taufgnade
Taufe, Vergebung und Heiliger Geist
Warum versteht die Kirche die Taufe als wirksame Gabe der Vergebung, wenn die Umkehr der Taufe vorausgeht?
3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Der Ruf an Pfingsten Bibel und Textverständnis
Was Petrus seinen Hörern zusagt
Petrus verkündet am Pfingsttag Jesus als den auferstandenen und erhöhten Herrn. Die Hörer werden von dieser Verkündigung getroffen und fragen, was sie tun sollen.
Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung eurer Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.
Apg 2,38 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Petrus verbindet Umkehr, die Taufe auf den Namen Jesu Christi, die Vergebung der Sünden und die Gabe des Heiligen Geistes.
Petrus weist seine Hörer auf die Taufe auf den Namen Jesu Christi hin. Er ruft sie zur Umkehr und verbindet die Taufe mit der Vergebung der Sünden und der Gabe des Heiligen Geistes.
Sie nehmen die Botschaft an, lassen sich taufen und werden der Gemeinde hinzugefügt. Die Taufe führt sie damit in die Gemeinschaft der Glaubenden. Offen ist, wie Umkehr, Taufe und Vergebung in diesem Ruf zusammengehören; darauf antwortet die Lehre der Kirche.
Gabe und Antwort Glaube und Überlieferung
Gottes Geschenk im Glauben empfangen
Die Kirche lehrt, dass die Taufe ein wirksames Sakrament ist: Gott reinigt in ihr den Menschen von der Sünde und schenkt ihm neues Leben aus dem Heiligen Geist (KKK 1262–1263); der Heilige Geist wohnt im Getauften, und sein Leben steht fortan unter dessen Gaben (KKK 1265–1266).
Die Kirche liest den Ruf des Petrus zu Umkehr und Taufe als apostolische Taufverkündigung, in der die Taufe an den Glauben gebunden ist (KKK 1226). Christus selbst handelt in den Sakramenten; ihre Wirkung ruht auf seinem Heilswerk, und ihre Frucht hängt auch davon ab, wie der Empfänger sie aufnimmt (KKK 1127–1128).
Bei einem Erwachsenen geht der Taufe die Umkehr voraus, die Abkehr von der Sünde und die Hinwendung zu Gott, dazu der beginnende Glaube. Gott kommt dieser Antwort zuvor: Er spricht den Menschen an, und seine Anrede ruft die freie Zustimmung hervor (KKK 1247–1248; 2001–2002). Der Glaube, den die Taufe voraussetzt, muss noch nicht reif sein; er kann anfangen und nach der Taufe weiter wachsen (KKK 1253–1254). Die Gnade bleibt Gottes Geschenk, und die Umkehr des Erwachsenen ist für den Empfang der Taufe dennoch bedeutsam: Wer sie verweigert, verschließt sich der Frucht des Sakraments (KKK 1127–1128). Das Zweite Vatikanische Konzil beschreibt die Sakramente als Zeichen, die die Gnade mitteilen und den Glauben voraussetzen und nähren (SC 59).
Umkehr und Vergebung Glaube und Überlieferung
Ist die Vergebung schon mit der Umkehr vollständig?
Petrus nennt die Umkehr zuerst, und die Hörer haben seine Botschaft angenommen, bevor sie sich taufen lassen. Auf dieser Grundlage lässt sich das Geschehen so verstehen: Wer die Botschaft annimmt und umkehrt, dem vergibt Gott schon jetzt, und die Taufe macht sichtbar, was im Inneren geschehen ist. Sie bleibt der Schritt, zu dem Petrus aufruft; die Vergebung wäre dann mit der Umkehr vollständig.
Petrus nennt in einem einzigen Ruf die Umkehr und die Taufe auf den Namen Jesu Christi, und mit diesem Ruf sagt er die Vergebung der Sünden und die Gabe des Heiligen Geistes zu. Dass die Umkehr vorangeht und die Hörer die Botschaft annehmen, bevor sie sich taufen lassen, gehört zu der einen Bewegung, in der Petrus die Vergebung mit der Taufe verbindet. Petrus sagt die Vergebung dem zu, der sich taufen lässt. Die Umkehr ist die Weise, in der der Erwachsene das Geschenk annimmt; die Gabe selbst kommt von Gott, der in der Taufe handelt. Damit ist die Vergebung in der Taufe selbst verortet.
Quellen zu dieser Frage 1
Weiterführende Erklärungen
Abwaschen der SündenUnterstützender positiver Beleg