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Taufe und Vergebung

Abwaschen der Sünden

Reinigt Christus den Menschen durch die Anrufung allein, oder handelt er durch die Taufe?

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Eine Person steht im Wasser unter herabfallendem Licht; dahinter erscheinen Flut, eine ferne Arche und geteilte Wasser als Bildebenen.
TaufeKI-generierte Illustration
Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Ananias und Paulus Glaube und Überlieferung

Taufe und Hinwendung zu Christus

Ananias weist Paulus auf die Taufe und auf die Anrufung des Namens Jesu hin. Der Text beschreibt die Taufe als konkreten Schritt der Hinwendung zu Christus und verbindet sie mit der Reinigung von Sünde.

Was zögerst du jetzt? Steh auf, lass dich taufen und deine Sünden abwaschen und rufe seinen Namen an!

Auszug aus Apg 22,16 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Ananias verbindet Saulus’ Taufe und die Anrufung des Namens des Herrn mit dem Abwaschen seiner Sünden.

Apg 22,16: Zusammenhang und Übersetzung

Die Kirche versteht die Taufe als von Gott gegebenes Gnadenmittel. Sie lehrt, dass Gott durch die Taufe Sünde vergibt und den Menschen in Christus aufnimmt.

Die griechischen Wörter nachlesen
βάπτισαι καὶ ἀπόλουσαι τὰς ἁμαρτίας σου ἐπικαλεσάμενος τὸ ὄνομα αὐτοῦ
baptisai kai apolousai tas hamartias sou epikalesamenos to onoma autou · BAP-ti-sai kai a-PO-lu-sai tas ha-mar-TI-as su e-pi-ka-le-SA-me-nos to O-no-ma au-TU
lass dich taufen und lass deine Sünden abwaschen, indem du seinen Namen anrufst
Quellen zu dieser Frage 1

Den Herrn anrufen Glaube und Überlieferung

Bezeugt die Taufe nur, was die Anrufung des Herrn bewirkt?

Ananias verbindet das Abwaschen der Sünden mit der Anrufung des Namens. Grace to You liest in einer veröffentlichten Antwort zu dieser Stelle die Anrufung als das Geschehen, in dem die Sünden abgewaschen werden, und beruft sich dafür auf das grammatische Verhältnis der Anrufung zum Abwaschen. Die Taufe bezeugt danach als Gehorsamsschritt des Glaubenden, was ohne sie geschehen ist. Dass der Mensch aus Gottes Gnade gerettet wird, hält diese Antwort fest, und die Taufe bleibt als Gehorsam verpflichtend; strittig ist, ob sie zu den Mitteln gehört, durch die Christus reinigt.

Ananias verbindet in einem Ruf die Taufe, das Abwaschen der Sünden und die Anrufung des Namens des Herrn.

Der griechische Satz verbindet das Abwaschen mit der Taufe: Taufen und Abwaschen stehen als zwei gleichgeordnete Befehle nebeneinander, „lass dich taufen und deine Sünden abwaschen“ (Apg 22,16). Die Anrufung des Namens, im Griechischen ein Partizip, hat ihren Bezug in Saulus selbst, dem beide Befehle gelten; sie beschreibt, wie er sich dabei dem Herrn zuwendet, von dem die Vergebung kommt. Die Kirche lehrt, dass Christus selbst in den Sakramenten handelt, dass er in der Taufe durch das Wasser und sein Wort wirkt und dass diese Wirkung auf seinem Heilswerk ruht. Er gibt dem Glaubenden in der Taufe die Vergebung der Sünden und nimmt ihn in seinen Leib, die Kirche, auf.

Quellen zu dieser Frage 3

Blut und Geist Glaube und Überlieferung

Reinigen nicht allein das Blut Christi und der Heilige Geist?

Der Heidelberger Katechismus fragt: „Ist denn das äußerliche Wasserbad selbst die Abwaschung der Sünden?“ und antwortet: „Nein; denn allein das Blut Jesu Christi und der Heilige Geist reinigt uns von allen Sünden“ (Frage 72). Die Rede vom Bad der Wiedergeburt versteht er so, dass Gott die Gläubigen „durch dies göttliche Pfand und Wahrzeichen“ gewiss machen will, dass sie so wahrhaftig von ihren Sünden geistlich gewaschen sind, wie sie mit dem leiblichen Wasser gewaschen werden (Frage 73).

Der Einwand schützt die Ehre des Erlösers: Nichts Geschöpfliches soll den Platz einnehmen, der dem Kreuz Christi gehört, und der Trost des Gewissens soll auf Christus ruhen, nicht auf einem Vollzug am Menschen.

Auch die Kirche schreibt die Reinigung nicht dem Wasser als solchem zu, sondern dem, der tauft: „wenn immer einer tauft, Christus selber tauft“ (SC 7). Die Taufe hat ihre Kraft aus seinem Kreuz. Aus der Seite des Gekreuzigten „floss Blut und Wasser heraus“ (Joh 19,34), und die Kirche sieht darin „Urbilder der Taufe und der Eucharistie“ (KKK 1225). Was in der Taufe geschieht, ist darum kein zweites Heilmittel neben dem Kreuz: Die Sakramente wirken „kraft des ein für allemal vollbrachten Heilswerkes Christi“ (KKK 1128).

Paulus nennt das Waschen und die Kraft, die darin wirkt, in einem Satz: „Aber ihr seid reingewaschen, seid geheiligt, seid gerecht geworden im Namen Jesu Christi, des Herrn, und im Geist unseres Gottes“ (1 Kor 6,11). Der Heidelberger Katechismus führt dieselbe Stelle für die Reinigung durch Blut und Geist an; sie spricht aber von einem Waschen, das die Korinther erfahren haben, und dieses Waschen geschieht im Namen Jesu und im Geist Gottes. Name und Geist treten nicht an die Stelle des Wassers; durch sie wird das Bad zum Werkzeug Christi.

Der Streit betrifft darum nicht, wer reinigt, sondern ob das Bad gibt, was es bezeichnet. Dass die Taufe Zeichen und Pfand ist, bejaht auch die Kirche; sie lehrt darüber hinaus, dass Christus durch dieses Zeichen schenkt, was es zusagt: Die im Glauben würdig gefeierten Sakramente „verleihen die Gnade, die sie bezeichnen“ (KKK 1127). So bleibt alle Reinigung Christi Werk, dargeboten in einem sichtbaren Zeichen; der Glaubende verlässt sich nicht auf das Wasser, sondern auf den Herrn, der durch es handelt.

Quellen zu dieser Frage 3
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