Bibelstelle · EÜ 2016
Hebr 12,22–24
Der Hebräerbrief beschreibt die Glaubenden als zum himmlischen Jerusalem, zu Engeln, den vollendeten Gerechten und Jesus, dem Mittler des neuen Bundes, hinzugetreten. Damit zeigt er die Gemeinschaft des Gottesvolkes über die sichtbare Welt hinaus.
Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Auszug
Auszug aus Hebr 12,22–24
Bibeltext
Ihr seid vielmehr zum Berg Zion hinzugetreten, zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, zu Tausenden von Engeln, zu einer festlichen Versammlung.
Auszug aus Hebr 12,22–23a · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
In den Themen
Warum diese Stelle hier wichtig ist
Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.
Für Gott leben die Verstorbenen
Baustein für die himmlische Versammlung als Teil der Heilsgemeinschaft; nächste Prämisse: Offb 6,9–11.
Verwandte Bibelstellen
Stellen, die mit dieser zusammen gelesen werden
Kirchliche Zeugen
Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte
Die Zeugnisse von Kirchenvätern, Kirchenlehrern, Konzilien und dem Lehramt zeigen, wie die Kirche diese Stelle verstanden hat.
Cyprian von Karthago
Cyprian bittet den verbannten Bischof Cornelius, dass der, der zuerst stirbt, beim Herrn in Liebe und Gebet für die zurückbleibenden Brüder und Schwestern fortfährt.
unsere Liebe beim Herrn fortdauere und unser Gebet für unsere Brüder und Schwestern vor der Barmherzigkeit des Vaters nicht aufhöre
Cyprian von Karthago: Brief 60 an Cornelius · Brief 60,5 (in englischen Ausgaben Brief 56) · Primärtext↗Quelle im Zusammenhang lesen
Worum es hier geht
Cyprian schreibt um 252/253 an den römischen Bischof Cornelius, der in der Verfolgung verbannt worden ist, und beglückwünscht ihn und seine Gemeinde zu ihrem standhaften Bekenntnis. Weil er weitere Verfolgung erwartet, ruft er am Ende des Briefes zu Fasten, Wachen und Gebet auf.
Historischer Text
Gedenken wir einander in Eintracht und Einmütigkeit. Beten wir auf beiden Seiten allezeit füreinander. Erleichtern wir Lasten und Bedrängnisse durch gegenseitige Liebe, damit, wenn einer von uns dank der göttlichen Gnade schneller von hier scheidet, unsere Liebe beim Herrn fortdauere und unser Gebet für unsere Brüder und Schwestern vor der Barmherzigkeit des Vaters nicht aufhöre.
Vollständigen historischen Text öffnen: Cyprian von KarthagoWarum diese Stelle wichtig ist
Der Brief bezeugt in der Mitte des 3. Jahrhunderts die Erwartung, dass ein verstorbener Christ vor Gott weiter für die Lebenden betet, und die ausdrückliche Bitte um dieses Gebet.
Hieronymus
Hieronymus antwortet Vigilantius, der behauptete, nach dem Tod werde kein Gebet für einen anderen erhört: Wenn die Apostel und Märtyrer schon zu Lebzeiten für andere beten konnten, dann erst recht, nachdem sie ihre Krone errungen haben.
Wenn die Apostel und Märtyrer schon im Leib für andere beten können, solange sie noch um sich selbst besorgt sein müssen, um wie viel mehr müssen sie es tun, wenn sie ihre Kronen errungen, gesiegt und triumphiert haben?
Hieronymus: Gegen Vigilantius, Kap. 6 · Contra Vigilantium 6 · Primärtext↗Quelle im Zusammenhang lesen
Worum es hier geht
Vigilantius hatte in einer Schrift behauptet, solange die Menschen lebten, könnten sie füreinander beten, nach dem Tod aber werde kein Gebet für einen anderen erhört, zumal die Märtyrer, die nach Offb 6,10 um die Vergeltung für ihr Blut rufen, ihre Bitte nicht erlangt hätten. Hieronymus antwortet ihm 406 in einer scharfen Streitschrift.
Historischer Text
Wenn die Apostel und Märtyrer schon im Leib für andere beten können, solange sie noch um sich selbst besorgt sein müssen, um wie viel mehr müssen sie es tun, wenn sie ihre Kronen errungen, gesiegt und triumphiert haben? Ein einziger Mann, Mose, erlangt oft von Gott Vergebung für sechshunderttausend Bewaffnete, und Stephanus, der Nachfolger seines Herrn und erste christliche Märtyrer, erbittet Vergebung für seine Verfolger; und wenn sie ihr Leben mit Christus begonnen haben, sollen sie dann weniger vermögen als zuvor?
Vollständigen historischen Text öffnen: HieronymusWarum diese Stelle wichtig ist
Hieronymus begründet die Fürbitte der Märtyrer nach ihrem Tod aus ihrer Fürbitte zu Lebzeiten; das Konzil nimmt seine Begründung in LG 49 auf.
Quellen und HinweiseKKK 946–962, 2634–2636
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 946–962, 2634–2636Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Gemeinschaft der Heiligen und Fürbitte.
Konzilien und Lehramt
- Lumen gentiumLG 49–51Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Gemeinschaft der pilgernden und vollendeten Kirche.