Bibelstelle · EÜ 2016
Offb 6,9–11
Johannes sieht unter dem Altar die Seelen derer, die wegen des Wortes Gottes hingeschlachtet worden sind; sie rufen mit lauter Stimme zu Gott, er möge Gericht halten, und jeder von ihnen erhält ein weißes Gewand. Die Stelle zeigt die Getöteten lebendig bei Gott, wissend um das Geschehen auf der Erde und betend; die Kirche sieht darin ein Zeugnis für die Gemeinschaft der Heiligen, deren Gebet vor Gott kommt.
Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Auszug
Auszug aus Offb 6,9–11
Bibeltext
Als das Lamm das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen aller, die hingeschlachtet worden waren wegen des Wortes Gottes.
Auszug aus Offb 6,9a · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
In den Themen
Warum diese Stelle hier wichtig ist
Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.
Für Gott leben die Verstorbenen
Baustein dafür, dass Verstorbene vor Gott leben; nächste Prämisse: Lk 20,38.
Verwandte Bibelstellen
Stellen, die mit dieser zusammen gelesen werden
Kirchliche Zeugen
Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte
Die Zeugnisse von Kirchenvätern, Kirchenlehrern, Konzilien und dem Lehramt zeigen, wie die Kirche diese Stelle verstanden hat.
Hieronymus
Hieronymus antwortet Vigilantius, der behauptete, nach dem Tod werde kein Gebet für einen anderen erhört: Wenn die Apostel und Märtyrer schon zu Lebzeiten für andere beten konnten, dann erst recht, nachdem sie ihre Krone errungen haben.
Wenn die Apostel und Märtyrer schon im Leib für andere beten können, solange sie noch um sich selbst besorgt sein müssen, um wie viel mehr müssen sie es tun, wenn sie ihre Kronen errungen, gesiegt und triumphiert haben?
Hieronymus: Gegen Vigilantius, Kap. 6 · Contra Vigilantium 6 · Primärtext↗Quelle im Zusammenhang lesen
Worum es hier geht
Vigilantius hatte in einer Schrift behauptet, solange die Menschen lebten, könnten sie füreinander beten, nach dem Tod aber werde kein Gebet für einen anderen erhört, zumal die Märtyrer, die nach Offb 6,10 um die Vergeltung für ihr Blut rufen, ihre Bitte nicht erlangt hätten. Hieronymus antwortet ihm 406 in einer scharfen Streitschrift.
Historischer Text
Wenn die Apostel und Märtyrer schon im Leib für andere beten können, solange sie noch um sich selbst besorgt sein müssen, um wie viel mehr müssen sie es tun, wenn sie ihre Kronen errungen, gesiegt und triumphiert haben? Ein einziger Mann, Mose, erlangt oft von Gott Vergebung für sechshunderttausend Bewaffnete, und Stephanus, der Nachfolger seines Herrn und erste christliche Märtyrer, erbittet Vergebung für seine Verfolger; und wenn sie ihr Leben mit Christus begonnen haben, sollen sie dann weniger vermögen als zuvor?
Vollständigen historischen Text öffnen: HieronymusWarum diese Stelle wichtig ist
Hieronymus begründet die Fürbitte der Märtyrer nach ihrem Tod aus ihrer Fürbitte zu Lebzeiten; das Konzil nimmt seine Begründung in LG 49 auf.
Quellen und HinweiseKKK 946–962, 2634–2636
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 946–962, 2634–2636Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Gemeinschaft der Heiligen und Fürbitte.
Konzilien und Lehramt
- Lumen gentiumLG 49–51Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Gemeinschaft der pilgernden und vollendeten Kirche.