SCRIPTURA PLENA

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Bibelstelle · EÜ 2016

Röm 3,28

Paulus erklärt, dass der Mensch durch Glauben gerecht wird, unabhängig von Werken des Gesetzes. Die lutherische Tradition sagt dafür „allein durch den Glauben“ und beruft sich auf diesen Ausschluss der Werke; im griechischen Satz steht das Wort „allein“ nicht. Die Kirche hält fest, dass niemand die Rechtfertigung durch vorausgehende Werke verdient, und lehrt zugleich, dass der rechtfertigende Glaube mit Hoffnung und Liebe geschenkt wird.

Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Auszug

Auszug aus Röm 3,28

Bibeltext

Denn wir sind der Überzeugung, dass der Mensch gerecht wird durch Glauben, unabhängig von Werken des Gesetzes.

Auszug aus Röm 3,28 · EÜ 2016 · © KBA 2016

In den Themen

Warum diese Stelle hier wichtig ist

Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.

  1. Direkter BelegSchritt 5 von 8

    Aus Gnade gerettet und zu guten Werken geschaffen

    Ausgeschlossen sind die Werke des Gesetzes als Grund der Rechtfertigung; die Werke der Liebe, die aus der empfangenen Gnade hervorgehen, gehören zum Glauben, der durch die Liebe wirkt (Gal 5,6; Eph 2,10).

Verwandte Bibelstellen

Kirchliche Zeugen

Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte

Die Zeugnisse von Kirchenvätern, Kirchenlehrern, Konzilien und dem Lehramt zeigen, wie die Kirche diese Stelle verstanden hat.

  • Frühchristliches Zeugnisca. 96

    1 Clemens

    Clemens verbindet Rechtfertigung aus Glauben mit dem unmittelbaren Ruf zu guten Werken und Gottes Lohn.

    Wir, die wir durch seinen Willen in Christus Jesus berufen sind, werden nicht gerechtfertigt durch uns selbst, noch durch unsere Weisheit oder Einsicht oder Frömmigkeit oder die Werke, die wir in Heiligkeit des Herzens gewirkt haben, sondern durch jenen Glauben, durch den von Anfang an Gott, der Allmächtige, alle Menschen gerechtfertigt hat. ... Was sollen wir also tun, Brüder? Sollen wir träge werden im guten Wirken? Niemals!

    Erster Clemensbrief · 1 Clemens 32,4; 33,1; 34,1–4 · Primärtext
    Einordnung der Quelle

    Der Text zeigt: Clemens, einer der frühesten außerbiblischen Zeugen, sagt beides: Wir werden nicht durch uns selbst oder durch unsere Werke gerechtfertigt, sondern durch den Glauben (32,4), und die Gemeinde soll in Eintracht leben, „durch Werke gerechtfertigt und nicht durch Worte“ (30,3).

    Die Grenze: Wie beide Aussagen zusammengehören, bestimmt Clemens noch nicht begrifflich; er hält die unverdiente Rechtfertigung durch den Glauben und den Ruf zu guten Werken, die Gott belohnt, in einem Gedankengang zusammen.

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Clemens schreibt um 96 im Namen der römischen Gemeinde an Korinth. In Kapitel 31–32 fragt er, wodurch die Väter gesegnet und gerechtfertigt wurden, und zieht in Kapitel 33–34 die unmittelbare Konsequenz für das Wirken der Gemeinde.

    Historischer Text

    Wir, die wir durch seinen Willen in Christus Jesus berufen sind, werden nicht gerechtfertigt durch uns selbst, noch durch unsere Weisheit oder Einsicht oder Frömmigkeit oder die Werke, die wir in Heiligkeit des Herzens gewirkt haben, sondern durch jenen Glauben, durch den von Anfang an Gott, der Allmächtige, alle Menschen gerechtfertigt hat. ... Was sollen wir also tun, Brüder? Sollen wir träge werden im guten Wirken? Niemals! ... Der gute Knecht empfängt das Brot seiner Mühe mit Zuversicht. ... Siehe, der Herr kommt und sein Lohn ist vor seinem Angesicht, einem jeden zu vergelten nach seinem Werk.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Einer der frühesten außerbiblischen Zeugen verbindet Rechtfertigung aus Glauben ohne Werke mit dem unmittelbaren, entschiedenen Ruf zu guten Werken und Gottes Lohn — in einem einzigen Gedankengang.

    Quelle
    Erster Clemensbrief · 1 Clemens 32,4; 33,1; 34,1–4
    Textfassung und Rechte
    Eigene Übersetzung aus dem Griechischen; verglichen mit der englischen Übersetzung der Ante-Nicene Fathers (1896). Der griechische Text und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: 1 Clemens
Quellen und HinweiseKKK 1987–2029

Katechismus

Konzilien und Lehramt

  • Lumen gentiumLG 39–40Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Die allgemeine Berufung zur Heiligkeit verbindet Gnade, Taufe und Vollkommenheit der Liebe.

Historische Primärquellen

  • Konzil von Trient, Sitzung VISessio VI, Kap. 5–7Transkription bei Hanover Historical Texts Collection

    Rechtfertigung umfasst Heiligung und Erneuerung; Gottes Gnade geht jeder Mitwirkung voraus.

Bekenntnisse und offizielle Lehrquellen

  • Westminster Confession of FaithWCF IIIPrimärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Eine reformierte Lehre der Erwählung, die sich von anderen protestantischen Traditionen unterscheidet.

  • Articles of ReligionArticles VIII–XPrimärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Methodistische Quelle zur Gnade und menschlichen Antwort.

  • Augsburger BekenntnisCA VI, XXPrimärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Lutherische Lehre zu guten Werken als Frucht des Glaubens.