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Bibelstelle · EÜ 2016

Phil 2,12–13

Paulus verbindet das eigene Wirken der Glaubenden mit Gottes Wirken, der in ihnen das Wollen und Vollbringen hervorbringt. Die Kirche versteht die Gnade als Grundlage und Kraft einer freien menschlichen Antwort.

Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Auszug

Auszug aus Phil 2,12–13

Bibeltext

Vers 12: Darum, meine Geliebten, - ihr wart ja immer gehorsam, nicht nur in meiner Gegenwart, sondern noch viel mehr jetzt in meiner Abwesenheit -: Wirkt mit Furcht und Zittern euer Heil!

Vers 13: Denn Gott ist es, der in euch das Wollen und das Vollbringen bewirkt zu seinem Wohlgefallen.

Auszug aus Phil 2,12–13 · EÜ 2016 · © KBA 2016

In den Themen

Warum diese Stelle hier wichtig ist

Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.

  1. Direkter BelegSchritt 5 von 8

    Aus Gnade gerettet und zu guten Werken geschaffen

    Die Stelle verbindet menschliches Handeln mit dem vorausgehenden und tragenden Wirken Gottes.

  2. Starker GesamtbefundSchritt 3 von 3

    Heiligkeit wächst aus der Gnade

    Der Text verbindet wirkliche menschliche Tätigkeit mit Gottes tragendem Wirken.

  3. Direkter BelegSchritt 3 von 3

    Die Gnade trägt die freie Antwort

    Der Text trägt unmittelbar, dass menschliches Handeln real ist und dennoch aus Gottes Wirken hervorgeht.

Verwandte Bibelstellen

Kirchliche Zeugen

Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte

Die Zeugnisse von Kirchenvätern, Kirchenlehrern, Konzilien und dem Lehramt zeigen, wie die Kirche diese Stelle verstanden hat.

  • Kirchenlehrerum 415–427

    Augustinus

    Augustinus beschreibt die Gnade als Erbarmen Gottes, das dem Menschen zuvorkommt und ihn begleitet: Gott beginnt, indem er das Wollen des Guten bewirkt, und er vollendet es, indem er mit dem bekehrten Willen mitwirkt.

    Er beginnt, indem er bewirkt, daß wir wollen; er vollendet, indem er mit unserem schon bekehrten Wollen mitwirkt.

    Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2001 (mit Augustinus über die zuvorkommende Gnade) · KKK 2001: Augustinus, De gratia et libero arbitrio 17; De natura et gratia 31 · Primärtext
    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Augustinus verteidigt im frühen 5. Jahrhundert gegen Pelagius den Vorrang der Gnade. Der Katechismus der Katholischen Kirche zitiert in Nr. 2001 zwei seiner Sätze, um zu zeigen, dass schon die Vorbereitung des Menschen auf die Gnade ein Werk der Gnade ist.

    Historischer Text

    Er beginnt, indem er bewirkt, daß wir wollen; er vollendet, indem er mit unserem schon bekehrten Wollen mitwirkt. […]

    Zwar arbeiten auch wir, aber wir arbeiten nur zusammen mit Gott, der arbeitet. Sein Erbarmen ist uns nämlich zuvorgekommen, damit wir geheilt wurden, und es folgt uns, damit wir, einmal geheilt, belebt werden; es kommt uns zuvor, damit wir gerufen werden, und es folgt uns, damit wir verherrlicht werden; es kommt uns zuvor, damit wir fromm leben, und folgt uns, damit wir für immer mit Gott leben, denn ohne ihn können wir nichts tun.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Der Text verfolgt Gottes Erbarmen vom ersten guten Wollen bis zur Verherrlichung: Es geht jedem Schritt des Menschen voraus und begleitet ihn. Die Mitarbeit des Menschen bleibt wirklich, sie geschieht aber nur zusammen mit Gott.

    Quelle
    Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2001 (mit Augustinus über die zuvorkommende Gnade) · KKK 2001: Augustinus, De gratia et libero arbitrio 17; De natura et gratia 31
    Textfassung und Rechte
    Offizielle deutsche Fassung des Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2001, mit den beiden Augustinus-Zitaten (De gratia et libero arbitrio 17; De natura et gratia 31). © Copyright Libreria Editrice Vaticana. Als kurzer Zitatauszug aus dem offiziellen deutschen Katechismustext mit Link gezeigt.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Augustinus
Quellen und HinweiseKKK 1987–2029

Katechismus

Konzilien und Lehramt

  • Lumen gentiumLG 39–40Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Die allgemeine Berufung zur Heiligkeit verbindet Gnade, Taufe und Vollkommenheit der Liebe.

Historische Primärquellen

  • Konzil von Trient, Sitzung VISessio VI, Kap. 5–7Transkription bei Hanover Historical Texts Collection

    Rechtfertigung umfasst Heiligung und Erneuerung; Gottes Gnade geht jeder Mitwirkung voraus.

Bekenntnisse und offizielle Lehrquellen

  • Westminster Confession of FaithWCF IIIPrimärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Eine reformierte Lehre der Erwählung, die sich von anderen protestantischen Traditionen unterscheidet.

  • Articles of ReligionArticles VIII–XPrimärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Methodistische Quelle zur Gnade und menschlichen Antwort.

  • Augsburger BekenntnisCA VI, XXPrimärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Lutherische Lehre zu guten Werken als Frucht des Glaubens.