Bund und Opfer
Das Blut des Neuen Bundes
Beim letzten Mahl bezeichnet Jesus den Kelch als sein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird. Dieses Wort steht in der Sprache der biblischen Bundesopfer, und die Kirche liest darin die Stiftung des Neuen Bundes, dessen Hingabe in der Eucharistie gegenwärtig bleibt. Von hier führt der Weg zur Rückfrage, ob „Blut des Bundes“ einen Opfercharakter des Kelches bezeichnet.
3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Das Kelchwort Bibel und Textverständnis
Jesus nennt den Kelch sein Blut des Bundes
Beim letzten Mahl deutet Jesus den Kelch mit einem Wort aus der Sprache der biblischen Bundesopfer.
Seine Einsetzungsworte stehen in der Sprache der biblischen Bundesopfer, in der Blut und Bund zusammengehören.
Auszug aus Mt 26,26–28 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 26: Während des Mahls nahm Jesus das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es den Jüngern und sagte: Nehmt und esst; das ist mein Leib.
Vers 27: Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, gab ihn den Jüngern und sagte: Trinkt alle daraus;
Vers 28: das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.
Was der Text unmittelbar zeigt
Jesus bezeichnet den Kelch als sein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.
Auszug aus Mk 14,22–24 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 22: Während des Mahls nahm er das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es ihnen und sagte: Nehmt, das ist mein Leib.
Vers 23: Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, gab ihn den Jüngern und sie tranken alle daraus.
Vers 24: Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.
Was der Text unmittelbar zeigt
Markus überliefert das Kelchwort vom Blut des Bundes.
Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!
Auszug aus Lk 22,19 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Lukas überliefert das Kelchwort zusammen mit dem Gedächtnisauftrag.
Jesu Kelchwort verbindet Blut, Bund und Hingabe. Weil der Kelch sein für viele vergossenes Blut meint, weist das Mahl über den Abend hinaus auf das Kreuz. Die Feier, die daraus hervorgeht, trägt diese Verbindung weiter: Sie ist Feier des Bundes und Gedächtnis der Hingabe, mit der Jesus den Bund stiftet.
Bund und Hingabe Glaube und Überlieferung
Christus stiftet den Neuen Bund durch sein vergossenes Blut
Die Kirche hält Bund, Blut und Hingabe im Kelchwort zusammen.
Der Kelch steht für die Hingabe, die den Bund trägt, und diese Hingabe bleibt in der Eucharistie gegenwärtig, sakramental in den Zeichen von Brot und Wein; darum feiert die Kirche die Eucharistie als Opfergedächtnis des Neuen Bundes.
Im Kelchwort sind Bund und Hingabe in Jesu eigenen Worten verbunden. Die Kirche entfaltet ihre volle Lehre von Eucharistie und Messopfer aus dem ganzen apostolischen Zeugnis.
Quellen zu dieser Frage 2
Die Rückfrage Glaube und Überlieferung
Bezeichnet „Blut des Bundes“ einen Opfercharakter des Kelches?
Der Einwand liest „Blut des Bundes“ als Aussage über die Verbindlichkeit des Bundes; der Kelch selbst müsse darum noch kein Opfer bedeuten.
Jesus verbindet den Kelch mit seinem Blut, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden (Matthäus 26,28). Das Vergießen zur Vergebung der Sünden gehört zu seinem Wort über den Kelch, und darin liegt der Grund, aus dem die Kirche am Kelch einen Opfercharakter erkennt.
Die Kirche liest darin die Verbindung von Bund, Hingabe und sakramentalem Opfergedächtnis: Der Neue Bund wird durch das Blut Christi gestiftet, und in der Eucharistie bleibt diese Hingabe gegenwärtig. Wie eng Blut und Bundesschluss schon beim ersten Bund zusammengehören, entfaltet der Hebräerbrief.