Eucharistie
Der Neue Bund und das eine Opfer
Christus hat den Neuen Bund gestiftet, und die Eucharistie gehört zu diesem Bund. Sie vergegenwärtigt sein Kreuzesopfer, ohne es zu wiederholen.
3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Das eine Opfer Bibel und Textverständnis
Der Hebräerbrief bezeugt die einmalige Selbstdarbringung Christi
Hebräer 9 und 10 bezeugen die einmalige Hingabe Christi; 1 Korinther 11 das Mahl, in dem die Gemeinde den Bund feiert.
Nicht mit dem Blut von Böcken und jungen Stieren, sondern mit seinem eigenen Blut ist er ein für alle Mal in das Heiligtum hineingegangen und so hat er eine ewige Erlösung bewirkt.
Auszug aus Hebr 9,12 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Hebr 9–10 beschreibt Christi einmalige Selbstdarbringung als Mitte des Neuen Bundes.
Denn durch ein einziges Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer zur Vollendung geführt.
Auszug aus Hebr 10,14 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Hebr 10 stellt dem wiederholten Opfer des alten Bundes die einmalige Hingabe Christi gegenüber.
Der Hebräerbrief liest die Sendung Christi im Gegenüber zum ersten Bund. Er beschreibt die Selbstdarbringung Christi als die Grundlage des Neuen Bundes, als ein Geschehen, das ein für alle Mal vollzogen ist. Hebräer 10,1–18 hält diese Einmaligkeit fest und stellt sie den wiederholten Opfern des ersten Bundes gegenüber.
Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.
Auszug aus 1 Kor 11,26 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Paulus beschreibt die Feier als Verkündigung des Todes des Herrn.
Paulus erinnert die Gemeinde in Korinth an das Mahl, in dem Christus den Neuen Bund stiftet, und führt sie zu der Hingabe zurück, von der dieser Bund lebt. Was der Hebräerbrief als einmaliges Geschehen festhält, wird so in der feiernden Gemeinde gegenwärtig.
Gegenwart Glaube und Überlieferung
Die Eucharistie vergegenwärtigt das eine Opfer, ohne es zu wiederholen
Die Kirche lehrt, dass die Eucharistie das eine Opfer Christi vergegenwärtigt und die Gemeinde in den von Christus gestifteten Bund hineinführt.
Der Katechismus der Katholischen Kirche entfaltet in den Nummern 1365–1367 das Verhältnis von Eucharistie und Kreuz: Das eine Opfer Christi wird in der Feier der Gemeinde vergegenwärtigt, sodass die Gläubigen Anteil an ihm erhalten.
Die Eucharistie ist das Mahl des von Christus gestifteten Bundes. Die Gläubigen empfangen die Hingabe Christi und bleiben so mit ihm verbunden. Darum bezeichnet die Kirche die Feier der Eucharistie als das Opfer des Neuen Bundes: Es ist die Feier des einen Opfers, das Christus dargebracht hat.
Quellen zu dieser Frage 1
Die Rückfrage Glaube und Überlieferung
Schließt der Hebräerbrief ein Opfer des Neuen Bundes aus?
Der Hebräerbrief hält fest, dass Christus ein für alle Mal ein einziges Opfer dargebracht hat und dass es danach kein weiteres Sündopfer mehr gibt. Wie kann die Eucharistie dann Opfer des Neuen Bundes heißen?
Der Einwand liest den Hebräerbrief so: Wenn die Selbstdarbringung Christi ein für alle Mal geschehen ist, dann ließe sich ein Opfer des Neuen Bundes nur als Wiederholung des Kreuzes denken oder als Eingeständnis, dass das eine Opfer nicht genügt. Beides würde dem Text widersprechen, der die Einmaligkeit gerade betont.
In der Eucharistie wird dieselbe Hingabe Christi, die am Kreuz ein für alle Mal vollbracht ist, vergegenwärtigt und dargebracht: Die Opfergabe ist dieselbe, und derselbe Christus, der sich damals am Kreuz opferte, opfert sich jetzt durch den Dienst der Priester; allein die Weise des Opferns ist verschieden (KKK 1367). Darum ist die Messe ein wahres Opfer, das dem Kreuz nichts hinzufügt, sondern seine heilbringende Kraft zuwendet (KKK 1366). So bleibt die Aussage des Hebräerbriefs in Kraft: Das eine Sündopfer Christi gilt für immer, und die Feier des Bundes lebt aus diesem einen Opfer. Offen ist noch, welche Speise Gott den Seinen in seiner Gegenwart bereitet; die Schaubrote und die heilige Speise führen diese Frage weiter.