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Nachfolger der Apostel

Bischöfe, Priester und Diakone führen den Dienst der Apostel fort

Wer setzt heute den Dienst der Apostel fort, und wie hängen Bischof, Priester und Diakon zusammen? Die apostolischen Schriften zeigen geordnete Dienste in den Gemeinden, die Kirche des zweiten Jahrhunderts bezeugt die Nachfolge der Bischöfe, und die Kirche lehrt die drei Stufen des einen Weihesakraments.

4 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Ein Amtsträger legt einem knienden Mann die Hände auf und reicht eine Lampe weiter; die Handlung führt über mehrere Gestalten zu Christus.
PriestertumKI-generierte Illustration
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Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Vorsteher, Älteste und Helfer Bibel und Textverständnis

Die apostolischen Schriften kennen Vorsteher, Älteste und Helfer

Paulus grüßt eine Gemeinde mit ihren Vorstehern und Helfern; die Pastoralbriefe beschreiben das Amt des Bischofs und zeigen Titus, der im Auftrag des Apostels Älteste einsetzt.

Paulus und Timotheus, Knechte Christi Jesu, an alle Heiligen in Christus Jesus, die in Philippi sind, mit ihren Vorstehern und Helfern.

Phil 1,1 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus grüßt die Heiligen in Philippi mit ihren Vorstehern und Helfern.

Phil 1,1: Zusammenhang und Übersetzung

Paulus grüßt die Heiligen in Philippi mit ihren Vorstehern und Helfern. Neben der ganzen Gemeinde stehen damit Menschen mit einem bestimmten Dienst, und Paulus nennt sie eigens.

Das Wort ist glaubwürdig: Wer das Amt eines Bischofs anstrebt, der strebt nach einer großen Aufgabe.

1 Tim 3,1 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus nennt das Amt eines Bischofs eine große Aufgabe und beschreibt, was von dem verlangt wird, der es übernimmt.

1 Tim 3,1–5: Zusammenhang und Übersetzung

Ich habe dich in Kreta deswegen zurückgelassen, damit du … in den einzelnen Städten Älteste einsetzt … Denn der Bischof muss unbescholten sein als Haushalter Gottes.

Auszug aus Tit 1,5.7 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Die Frage an diesen Text

Titus soll in den einzelnen Städten Älteste einsetzen; wenige Verse später heißt der Amtsträger „der Bischof“.

Tit 1,5–9: Zusammenhang und Übersetzung

Der erste Timotheusbrief nennt das Amt eines Bischofs eine große Aufgabe und beschreibt, was von dem verlangt wird, der es übernimmt; im selben Kapitel folgen die Anforderungen an die Diakone (1 Tim 3,1–13). Titus soll in den einzelnen Städten Älteste einsetzen, wie Paulus es ihm aufgetragen hat, und wenige Verse später heißt dieser Amtsträger „der Bischof“ (Tit 1,5–7). Timotheus und Titus handeln dabei nicht als Glieder einer einzelnen Ortsgemeinde: Sie setzen im Auftrag des Apostels ein, und Timotheus soll niemandem vorschnell die Hände auflegen (1 Tim 5,22).

Nachfolger der Apostel Glaube und Überlieferung

Die Bischöfe sind an die Stelle der Apostel getreten; Priester und Diakone stehen an ihrer Seite

Die Weihe „umfaßt drei Stufen: den Episkopat, den Presbyterat und den Diakonat“ (KKK 1536); gültige Spender aller drei Stufen sind die in der apostolischen Sukzession stehenden Bischöfe (KKK 1576).

Die Sendung, die Christus den Aposteln anvertraut hat, „wird bis zum Ende der Welt dauern“; darum trugen die Apostel für die Bestellung von Nachfolgern Sorge (LG 20). Das Konzil lehrt, „daß die Bischöfe aufgrund göttlicher Einsetzung an die Stelle der Apostel als Hirten der Kirche getreten sind“ (LG 20). In der Bischofsweihe wird die Fülle des Weihesakraments übertragen (LG 21; KKK 1557); die geistliche Gabe, die die Apostel ihren Helfern durch Handauflegung übertrugen, ist in ihr bis heute gegenwärtig.

Die Priester stehen den Bischöfen als Mitarbeiter zur Seite (PO 2). Sie sind „wirkliche Priester des Neuen Bundes“ und hängen in der Ausübung ihrer Vollmacht von den Bischöfen ab (LG 28; KKK 1562; 1564). Die Diakone empfangen die Handauflegung „nicht zum Priestertum, sondern zur Dienstleistung“ (LG 29; KKK 1569); sie dienen dem Volk Gottes „in der Diakonie der Liturgie, des Wortes und der Liebestätigkeit in Gemeinschaft mit dem Bischof und seinem Presbyterium“ (LG 29).

Die drei Stufen stehen in einer Ordnung: Der Bischof empfängt die Fülle des Weihesakraments, Priester und Diakone sind auf sein Amt hingeordnet und empfangen ihre Stufe derselben Weihe von einem Bischof, der in der apostolischen Sukzession steht (KKK 1576). Von Anfang an, sagt der Katechismus, wurde das geweihte Amt in diesen drei Stufen übertragen und ausgeübt (KKK 1593).

Quellen zu dieser Frage 3

Die Bischofsfolge im zweiten Jahrhundert Glaube und Überlieferung

Wie bezeugt die Kirche des zweiten Jahrhunderts Bischöfe und ihre Nachfolge?

Um 110 nennt Ignatius von Antiochien Bischof, Presbyter und Diakone; um 180 zählt Irenäus von Lyon die Bischöfe von den Aposteln bis in seine Zeit auf, und um 200 fordert Tertullian von den Gegnern die Reihenfolge ihrer Bischöfe.

Ignatius, Bischof von Antiochien, schreibt um 110 an Gemeinden in Kleinasien. Er setzt bei ihnen eine feste Ordnung voraus: den Bischof, die Presbyter und die Diakone. Diese Dreigliederung bezeugt er für die Gemeinden, an die er schreibt, und er argumentiert aus ihr als einer geltenden Ordnung.

  • Kirchenvaterca. 107–110

    Ignatius von Antiochien

    Gleicherweise sollen alle die Diakonen achten wie Jesus Christus, wie auch den Bischof als das Abbild des Vaters, die Presbyter aber wie eine Ratsversammlung Gottes und wie einen Bund von Aposteln. Getrennt von diesen kann man von keiner Kirche reden.

    Ignatius von Antiochien: Briefe an die Magnesier und an die Trallianer · Ignatius, An die Magnesier 6,1; An die Trallianer 3,1 · Primärtext

    Ignatius bezeugt für die Gemeinden, an die er schreibt, einen Bischof, der an Stelle Gottes den Vorsitz führt, Presbyter an Stelle des Apostelkollegiums und Diakone; getrennt von ihnen kann man von keiner Kirche reden.

    Einordnung der Quelle

    Der Text zeigt: Ein dreigestaltiges Amt in den angeschriebenen Gemeinden: Bischof, Presbyter, Diakone. Die Einheit der Gemeinde hängt an dieser Ordnung, und Ignatius setzt sie als geltend voraus.

    Die Grenze: Ignatius bezeugt diese Ordnung für die Gemeinden in Kleinasien, an die er schreibt; ein Bild aller Kirchen um 110 gibt er damit nicht.

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Ignatius schreibt auf dem Weg zu seinem Martyrium in Rom an Gemeinden in Kleinasien und mahnt sie zur Einheit mit ihrem Bischof, den Presbytern und den Diakonen.

    Historischer Text

    Befleißiget euch, alles zu tun in der Eintracht Gottes, da der Bischof den Vorsitz führt an Stelle Gottes, die Presbyter an Stelle des Apostelkollegiums, und die Diakonen, die ich gar sehr liebe, mit dem Dienste Jesu Christi betraut sind, welcher von Ewigkeit beim Vater war und am Ende (der Zeiten) erschienen ist. […] Gleicherweise sollen alle die Diakonen achten wie Jesus Christus, wie auch den Bischof als das Abbild des Vaters, die Presbyter aber wie eine Ratsversammlung Gottes und wie einen Bund von Aposteln. Getrennt von diesen kann man von keiner Kirche reden.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Die beiden Stellen zeigen um 110 eine feste Ordnung von Bischof, Presbyterium und Diakonen und binden die Kirche an diese Ordnung; der Katechismus zitiert Trall. 3,1 für die drei Stufen des Amtes (KKK 1554).

    Quelle
    Ignatius von Antiochien: Briefe an die Magnesier und an die Trallianer · Ignatius, An die Magnesier 6,1; An die Trallianer 3,1
    Textfassung und Rechte
    Übersetzung von Franz Zeller aus dem Griechischen in der Bibliothek der Kirchenväter (1. Reihe, Band 35, 1918), An die Magnesier 6,1 und An die Trallianer 3,1; die Auslassung zwischen beiden Briefen ist sichtbar markiert. Kurzer zitierter Auszug aus der Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter; Copyright und Quelle werden durch den direkten Link kenntlich gemacht.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Ignatius von Antiochien

Um 180 führt Irenäus von Lyon gegen die Gnostiker die Bischöfe an, die von den Aposteln eingesetzt wurden, und ihre Nachfolger bis in seine Zeit. Für Rom nennt er die Reihe von Linus bis Eleutherius; von Polykarp sagt er, die Apostel hätten ihn zum Bischof von Smyrna eingesetzt (Adv. haer. III,3,4).

  • Kirchenlehrerca. 180

    Irenäus von Lyon

    In dieser Ordnung und Reihenfolge ist die kirchliche apostolische Überlieferung auf uns gekommen

    Gegen die Häresien, Buch III · Adversus haereses III,3,1.3 · Primärtext

    Irenäus führt die Bischöfe an, die von den Aposteln in den Kirchen eingesetzt wurden, und ihre Nachfolger bis in seine Zeit; für Rom nennt er die Reihe bis Eleutherius als den Weg, auf dem die apostolische Überlieferung auf uns gekommen ist.

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Irenäus widerlegt um 180 gnostische Lehrer, die sich auf eine geheime Überlieferung berufen. Er antwortet mit der öffentlichen Überlieferung der Kirchen und mit der Folge ihrer Bischöfe.

    Historischer Text

    Die von den Aposteln in der ganzen Welt verkündete Tradition kann in jeder Kirche jeder finden, der die Wahrheit sehen will, und wir können die von den Aposteln eingesetzten Bischöfe der einzelnen Kirchen aufzählen und ihre Nachfolger bis auf unsere Tage. […] Nachdem dann auf Anicetus Soter gefolgt war, hat jetzt als zwölfter von den Aposteln Eleutherius den Episkopat inne. In dieser Ordnung und Reihenfolge ist die kirchliche apostolische Überlieferung auf uns gekommen, und vollkommen schlüssig ist der Beweis, daß es derselbe Leben spendende Glaube sei, den die Kirche von den Aposteln empfangen, bis jetzt bewahrt und in Wahrheit uns überliefert hat.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Irenäus macht die Bischofsfolge zum öffentlichen Prüfstein der apostolischen Lehre: Die Bischöfe sind von den Aposteln eingesetzt, und ihre Nachfolger lassen sich mit Namen nennen.

    Quelle
    Gegen die Häresien, Buch III · Adversus haereses III,3,1.3
    Textfassung und Rechte
    Übersetzung von Ernst Klebba in der Bibliothek der Kirchenväter (1. Reihe, Band 3, 1912), Adv. haer. III,3,1 und III,3,3; die Auslassung ist sichtbar markiert, die Seitenzahl der Druckausgabe ist entfernt. Kurzer zitierter Auszug aus der Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter; Copyright und Quelle werden durch den direkten Link kenntlich gemacht.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Irenäus von Lyon

Um 200 fordert Tertullian in Nordafrika die Häretiker auf, die Ursprünge ihrer Kirchen und die Reihenfolge ihrer Bischöfe vorzulegen. Als Beispiele nennt er Polykarp, den Johannes in Smyrna eingesetzt hat, und Clemens, den Petrus in Rom ordiniert hat.

  • Kirchenvaterca. 200

    Tertullian

    Gebt also die Ursprünge eurer Kirchen an, entrollt eine Reihenfolge eurer Bischöfe, die sich von Anfang an durch Abfolge so fortsetzt, daß der erste Bischof einen aus den Aposteln oder den apostolischen Männern, jedoch einen solchen, der bei den Aposteln ausharrte, zum Gewährsmann und Vorgänger hat.

    Tertullian: Die Prozesseinreden gegen die Häretiker, Kapitel 32 · De praescriptione haereticorum 32 · Primärtext

    Tertullian fordert die Häretiker auf, die Ursprünge ihrer Kirchen und die Reihenfolge ihrer Bischöfe vorzulegen, und nennt die Kirche von Smyrna, deren Polykarp Johannes eingesetzt hat, und die römische, deren Clemens Petrus ordiniert hat.

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Tertullian bestreitet um 200 den Häretikern das Recht, sich auf die Schrift zu berufen, und verweist auf die apostolischen Kirchen und ihre Bischofsreihen.

    Historischer Text

    Gebt also die Ursprünge eurer Kirchen an, entrollt eine Reihenfolge eurer Bischöfe, die sich von Anfang an durch Abfolge so fortsetzt, daß der erste Bischof einen aus den Aposteln oder den apostolischen Männern, jedoch einen solchen, der bei den Aposteln ausharrte, zum Gewährsmann und Vorgänger hat. Denn das ist die Weise, wie die apostolischen Kirchen ihren Ursprung nachweisen; wie z. B. die Kirche von Smyrna berichtet, daß ihr Polykarp von Johannes aufgestellt, die römische ebenso, daß ihr Clemens von Petrus ordiniert worden sei.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Tertullian setzt voraus, dass die apostolischen Kirchen ihre Bischofsreihen bis zu einem Apostel oder apostolischen Mann vorlegen können, und nennt Smyrna und Rom als Beispiele.

    Quelle
    Tertullian: Die Prozesseinreden gegen die Häretiker, Kapitel 32 · De praescriptione haereticorum 32
    Textfassung und Rechte
    Übersetzung von K. A. Heinrich Kellner aus dem Lateinischen in der Bibliothek der Kirchenväter (1. Reihe, Band 24, 1915), Kap. 32. Die Übersetzung von 1915 und der lateinische Text sind gemeinfrei; der Link führt zu dieser Übersetzung in der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Tertullian

So bezeugen Quellen aus Kleinasien, Gallien und Nordafrika im Jahrhundert nach den Pastoralbriefen die Einsetzung von Bischöfen durch die Apostel und ihre Folge als öffentlichen Weg der apostolischen Überlieferung; das Zweite Vatikanische Konzil stützt sich auf diese Zeugen (LG 20). Die späteren Begriffe der Lehre klären diesen Bestand; die Sache ist älter als ihre Formel.

Quellen zu dieser Frage 4

Älteste und Bischöfe Glaube und Überlieferung

Wenn das Neue Testament Älteste und Bischöfe gleichsetzt, woher kommt dann ein eigenes Bischofsamt?

Im Neuen Testament bezeichnen „Älteste“ und „Bischof“ dieselben Männer. Die Kirche bestätigt diesen Sprachbefund und fragt nach der Vollmacht, die die Pastoralbriefe über den örtlichen Ältesten zeigen.

An mehreren Stellen des Neuen Testaments bezeichnen zwei Wörter dieselben Männer. In Apg 20,17 lässt Paulus die Ältesten von Ephesus rufen; in seiner Rede an sie heißt es, der Heilige Geist habe sie „zu Vorstehern bestellt“ (Apg 20,28). Das Wort für den Ältesten ist πρεσβύτερος (presbyteros, etwa: pres-BÜ-te-ros), das Wort für den Vorsteher ἐπίσκοπος (episkopos, etwa: e-PIS-ko-pos). Titus soll in jeder Stadt Älteste einsetzen, und wenige Verse später ist von „dem Bischof“ die Rede (Tit 1,5.7). Daraus schließt der Einwand, die Amtsträger des Neuen Testaments seien gleichrangig gewesen; die Dreigliederung in Bischof, Priester und Diakon trete erst in späteren Zeugnissen hervor, und ein eigenes Bischofsamt über den Ältesten habe im Neuen Testament keinen Grund.

Die Kirche bestätigt diesen Sprachbefund. In Apg 20 und Tit 1 stehen πρεσβύτερος und ἐπίσκοπος für dieselben Personen, und noch der erste Clemensbrief nennt die Amtsträger abwechselnd Bischöfe und Presbyter (1 Clem 44). Die feste Unterscheidung der Titel ist jünger als die Sache, um die es geht. Bezeichnung und Vollmacht sind darum zwei verschiedene Fragen, und der Einwand beantwortet die zweite mit dem Befund der ersten.

Der Blick auf Timotheus und Titus zeigt eine Ebene über den örtlichen Ältesten. Titus soll in jeder Stadt Älteste einsetzen, wie der Apostel es ihm aufgetragen hat (Tit 1,5). Timotheus nimmt eine Klage gegen einen Ältesten nur auf das Zeugnis von zwei oder drei Zeugen an und soll niemandem vorschnell die Hände auflegen (1 Tim 5,19.22). Die beiden handeln im Auftrag des Apostels und stehen über den Ältesten, die sie einsetzen, prüfen und durch Handauflegung bestellen.

Um diese Vollmacht geht es in der Frage nach dem Bischofsamt, und sie lebt in ihm fort. Der Name „Bischof“ ist für dieses Amt erst später fest geworden; die Vollmacht, Älteste einzusetzen und den Dienst durch Handauflegung weiterzugeben, zeigt sich schon in den Pastoralbriefen. Aus der Gleichheit der Bezeichnung folgt die Gleichheit der Vollmacht nur, wenn es keine solche überörtliche Vollmacht gibt; die örtlichen Ältesten leiten die Gemeinde, die apostolischen Beauftragten tragen die Verantwortung dafür, dass der Dienst eingesetzt und weitergegeben wird.

Das Zweite Vatikanische Konzil hält beides fest: Das „aus göttlicher Einsetzung kommende kirchliche Dienstamt“ wird „in verschiedenen Ordnungen ausgeübt von jenen, die schon seit alters Bischöfe, Priester, Diakone heißen“ (LG 28). Dass die Hierarchie aus Bischöfen, Priestern und Dienern auf göttlicher Anordnung beruht und dass die Bischöfe den Priestern übergeordnet sind und die Vollmacht haben, zu firmen und zu weihen, hat das Konzil von Trient als Glaubenssatz festgehalten (Sess. XXIII, Kan. 6–7; vgl. KKK 1554).

Quellen zu dieser Frage 4
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