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Wasser und Geist

Wasser und Geist

Jesus verbindet den Eintritt in das Reich Gottes mit der Geburt aus Wasser und Geist.

4 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Eine Person steht im Wasser unter herabfallendem Licht; dahinter erscheinen Flut, eine ferne Arche und geteilte Wasser als Bildebenen.
TaufeKI-generierte Illustration
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Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Neue Geburt Bibel und Textverständnis

Warum verbindet die Kirche „aus Wasser und Geist“ mit der Taufe?

Nikodemus hört Jesu Rede von der neuen Geburt und denkt zunächst an eine zweite körperliche Geburt. Jesus führt ihn auf eine andere Ebene: Er unterscheidet die Geburt aus dem Fleisch von der Geburt aus dem Geist und nennt Wasser und Geist gemeinsam.

Jesus antwortete: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus dem Wasser und dem Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.

Auszug aus Joh 3,5 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Jesus verbindet die Geburt aus Wasser und Geist mit dem Eintritt in das Reich Gottes.

Joh 3,5: Zusammenhang und Übersetzung

Zugleich gehört das Gespräch zum Zusammenhang des Glaubens an den Sohn und des von Jesus eröffneten Taufens. Johannes 4,1–2 präzisiert, dass dabei die Jünger tauften, während Jesus selbst nicht taufte. Die Szene spricht damit von der Taufe im Kreis Jesu und stellt das Gespräch in einen konkreten Zusammenhang von Wasser und Reinigung.

Verheißung und Taufe Glaube und Überlieferung

Wie erfüllt sich diese Verheißung in der Taufe?

Für Nikodemus lag der prophetische Hintergrund nahe. Ezechiel 36,25–27 verheißt, dass Gott sein Volk von Unreinheit und Götzendienst reinigt, ihm ein neues Herz schenkt und seinen Geist gibt, damit es nach Gottes Weisungen lebt. Diese Verheißung erklärt, welche Erneuerung Nikodemus in Jesu Worten erkennen sollte.

Ich gieße reines Wasser über euch aus, dann werdet ihr rein.

Auszug aus Ez 36,25a · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Gott selbst reinigt und schenkt neues Leben.

Ez 36,24–28: Zusammenhang und Übersetzung

Die Kirche erkennt in der Verbindung von Wasser und Geist eine biblische Grundlage der Taufe. Der Katechismus identifiziert die Taufe mit der Geburt aus Wasser und Geist und lehrt, dass das Sakrament hervorbringt, was es bezeichnet (KKK 1215). Wasser ist dabei das sichtbare Zeichen; der Heilige Geist schenkt die neue Geburt.

Diese Verheißung findet in der Taufe ihre sakramentale Erfüllung. Die Taufe empfängt ihre Heilswirksamkeit aus dem Tod und der Auferstehung Jesu: In seinem Pascha hat Christus die Quellen der Taufe erschlossen (KKK 1225). Gottes Wort macht das Wasser zum Sakrament des Lebens (KKK 1228). So schenkt Christus durch das Wasser, das Wort und den Geist die Gnade, die das Zeichen bezeichnet.

Quellen zu dieser Frage 1

Glaube und Geist Glaube und Überlieferung

Wie begründet John Piper seine andere Auslegung?

John Piper versteht Johannes 3,5 als Beschreibung der inneren Reinigung und der von Gott geschenkten Erneuerung. In seiner Auslegung von „What Happens in the New Birth? Part 2“ führt er dafür mehrere Gründe an: Nikodemus sollte als Lehrer Israels das Alte Testament kennen; die folgenden Aussagen über den Glauben an den Sohn lenken den Blick auf die innere Erneuerung; und das Bild vom frei wehenden Wind unterstreicht das freie Wirken des Geistes. Auch Ezechiel 36 mit seiner Verbindung von Reinigung, neuem Herzen und Geist stützt aus Pipers Sicht diese Deutung.

Piper bejaht dabei eine wirkliche Erneuerung durch Gott. Seine Gegenlesung nimmt den prophetischen Zusammenhang ernst und versteht das Wasser als Bild für Gottes Reinigung. Sie bestreitet, dass Johannes 3,5 auf die christliche Taufe verweist.

Die von Piper anerkannte innere Erneuerung und die sakramentale Erfüllung gehören zusammen. Zu Recht sieht Piper Ezechiel 36 im Hintergrund; gerade dort aber reinigt Gott mit Wasser: „Ich gieße reines Wasser über euch aus, dann werdet ihr rein“ (Ez 36,25). Diese Reinigung schenkt Gott durch das sichtbare Sakrament. Darauf weist auch der Evangelist: Er stellt das Gespräch unmittelbar vor den Bericht, dass Jesus mit seinen Jüngern in Judäa taufte und dass über die Frage der Reinigung gestritten wurde (Joh 3,22.25). So hat die Kirche Jesu Wort von Anfang an gelesen: Justin führt das Wort Jesu von der Wiedergeburt um 155 bei seiner Beschreibung der Taufe an, und Tertullian begründet mit Johannes 3,5, dass ohne die Taufe niemandem das Heil gebührt (Justin, Erste Apologie 61; Tertullian, Über die Taufe 12). Zusammen mit der Lehre der Kirche, die in der Geburt aus Wasser und Geist die Taufe erkennt und ihr die bezeichnete Gnade zuschreibt (KKK 1215), bildet dieser Zusammenhang den Grund für das Verständnis der Kirche.

Auch die Hinweise auf Glauben und die Freiheit des Geistes gehören zur Taufe hinzu. Die Taufe ist das Sakrament des Glaubens: Der Glaube beginnt und wächst (KKK 1253–1254). Gottes freie Gabe und der Glaube gehören zusammen. Ebenso bleibt der Geist frei. Die Kirche lehrt verbindlich, dass die Taufe heilsnotwendig ist für alle, denen das Evangelium verkündet worden ist und die um dieses Sakrament bitten können (KKK 1257; Konzil von Trient, Sitzung VII, Kanon 5 über die Taufe); sie kennt kein anderes Mittel, um den Eintritt in die ewige Seligkeit sicherzustellen. Gott hat das Heil an das Sakrament der Taufe gebunden, aber er selbst ist nicht an seine Sakramente gebunden (KKK 1257): Wer um des Glaubens willen stirbt, ohne getauft zu sein, empfängt die Bluttaufe, und den Katechumenen, die vor der Taufe sterben, sichern ihr ausdrückliches Verlangen, ihre Reue und ihre Liebe das Heil zu (KKK 1258–1259).

Quellen zu dieser Frage 3

Verbindliche Lehre Glaube und Überlieferung

Was hat das Konzil von Trient 1547 verbindlich geklärt?

Das Konzil von Trient hat in der siebten Sitzung am 3. März 1547 die sakramentale Bedeutung der Taufe und der Sakramente verbindlich geklärt.

Kanon II über die Taufe hält fest, dass wahres und natürliches Wasser zur Taufe notwendig ist, und verwirft ausdrücklich, das Wort Jesu aus Johannes 3,5 zu einer bloßen Metapher umzudeuten. Damit hat das Konzil die Frage verbindlich entschieden, an der sich die Auslegungen von Johannes 3,5 scheiden: Das Wasser gehört zu dem Zeichen, das Christus eingesetzt hat.

Kanon VI über die Sakramente im Allgemeinen bezeugt, dass die Sakramente den Empfängern die Gnade mitteilen, die sie bezeichnen, sofern kein Hindernis entgegengesetzt wird. Dieser Kanon schützt die wirkliche sakramentale Gabe: Gott schenkt durch das Sakrament die bezeichnete Gnade.

Die Verbindung von Wasser, Geist und neuer Geburt weist auf Christi Tod und Auferstehung als Quelle der Taufe. Paulus entfaltet in Römer 6,3–4, wie die Taufe den Getauften in Christi Tod und Auferstehung hineinnimmt.

Quellen zu dieser Frage 1
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